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26.03.2010 apa

Siemens SIS will 156 Jobs abbauen

Jetzt wird's ernst: Siemens Österreich will 156 Mitarbeiter in seiner Softwaresparte SIS abbauen, schlug heute der SIS-Betriebsratschef Ataollah Samadani Alarm.

600 Beschäftigte aus diesem Bereich wurden bereits abgebaut, Samadani befürchtet, dass bis zu 1.000 Mitarbeiter ausgelagert werden könnten und sie dann das Schicksal der Siemens-Handysparte erfahren, die an die südkoreanische Benq ausgelagert und bald darauf – nach katastrophalen Ereignissen – eingestellt wurde. Allerdings hat Siemens unlängst in einem ähnlichen Fall, nämlich bei der ausgelagerten Telefon-Sparte Gigaset, den Wissen gezeigt solche Vorkommnisse in Zukunft zu verhindern. Dennoch würde Samadani gerne auf Nummer Sicher gehen und verlangt ein fünfjähriges Rückkehrrecht für alle ausgelagerten Beschäftigten. Siemens wollte sich auf APA-Anfrage nicht zur Causa äußern.

Der Arbeitskampf bei Siemens SIS tobt nun schon seit über einem Jahr, begleitet von zahlreichen Protestveranstaltung inklusive mehrerer Demonstrationen in Wien. Seit einer Woche gebe es intensive Betriebsversammlungen, so Samadani. Bei den dabei abgehaltenen geheimen Abstimmungen zu einem möglichen Streik haben sich demnach 97 Prozent für verschärfte Kampfmaßnahmen ausgesprochen. Am Donnerstag nächster Woche findet laut Samadani eine Sondersitzung zum Stellenabbau statt, ein Siemens-Sprecher wollte dies nicht kommentieren. Kommt es zu keiner Einigung, dann werden die Betriebsversammlungen ab dem 20. April noch einmal verschärft, warnte Samadani.

Die Unternehmensleitung in Deutschland hatte am Freitag vor einer Woche bekanntgegeben, weltweit 4.200 Beschäftigte der SIS abbauen zu wollen. Wie viele davon auf Österreich entfallen, ist bisher offiziell nicht bekannt. Die Belegschaft in Österreich soll am 8. April Klarheit über ihre Zukunft erhalten, hieß es damals. Weltweit beschäftigt SIS noch rund 35.000 Menschen. Bis 2012 steckt der Konzern noch gut 500 Mio. Euro in sein IT-Geschäft, um es stärker auf den einträglichen Betrieb von Rechenzentren und die Software-Integration auszurichten.

Zusammen mit dem bereits angekündigten Abbau von rund 2.000 Stellen im Industriegeschäft sinkt der Personalstand von Siemens global nun in absehbarer Zeit unter 400.000. Seit dem Amtsantritt von Vorstandschef Peter Löscher, ein gebürtiger Kärntner, Mitte 2007 ist die Zahl der Arbeitsplätze bei Siemens weltweit um 45.000 geschrumpft. Und auch heute gab es wenig erfreuliche Nachrichten aus München.

Der Auftragseingang werde im laufenden Quartal unter 18,04 Mrd. Euro sinken, sagte Finanzchef Joe Kaeser am Freitag auf einer Analystenkonferenz. Besonders das Neugeschäft mit Kraftwerks- und Energietechnik laufe derzeit zäh. Vor Steuern rechnet Siemens im laufenden Quartal trotzdem mit einem Gewinn zwischen 1,33 und 2,2 Mrd. Euro. Die Erlöse würden vor allem von der Medizintechnik und dem hohen Auftragsbestand in der Energietechnik stabilisiert. (apa/rnf)

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