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06.04.2010 Rudolf Felser

TU Wien: Software Engineering Integration für flexible Automatisierungssysteme

Im neuen Christian Doppler-Labor an der Technischen Universität Wien arbeiten Informatiker und Elektrotechniker fachbereichsübergreifend an der Optimierung von Entwicklungsumgebungen für moderne Automatisierungssysteme.

Mit Hilfe von Automatisierungstechnik können Maschinen und Anlagen selbstständig und unabhängig vom Menschen betrieben werden. Moderne Automatisierungssysteme, wie zum Beispiel Produktionsanlagen oder Kraftwerke, sind hoch komplex und müssen zunehmend flexibel agieren können. Anhand industrieller Aufgabenstellungen wird an Ansätzen zur verbesserten technischen und semantischen Integration von Software-Werkzeugen und Datenmodellen geforscht.

OPTIMIERTE ENTWICKLUNGSUMGEBUNG Hersteller moderner Automatisierungssysteme sind mit mehreren Herausforderungen konfrontiert: Oft gibt es technische und semantische Brüche zwischen verschiedenen Software-Werkzeugen in der Entwicklung flexibler Automatisierungssysteme. Dies erschwert die korrekte und effiziente Kommunikation über Werkzeug- und Modellgrenzen hinweg und führt nicht nur zur Verzögerungen in der Entwicklung, sondern auch zu Risiken im Betrieb. Software-Werkzeuge unterschiedlicher Engineering Disziplinen müssen daher systematisch in den Entwicklungsprozess integriert werden. Ein weiteres wesentliches Kriterium ist die Integration von Kommunikationswerkzeugen, Entwicklungswerkzeugen und zeitgemäßen agilen Workflows, da Projektteams im Automatisierungsumfeld (aber auch in der "reinen" Software-Entwicklung) häufig an verschiedenen Standorten arbeiten.

Christian Doppler (CD) Labors ermöglichen den Brückenschlag zwischen Grundlagenforschung und industrieller Anwendung. CD-Labors werden an Universitäten oder außeruniversitären Forschungsinstitutionen für maximal sieben Jahre eingerichtet. Rund um eine(n) talentierte(n) meist jüngere(n) WissenschafterIn arbeitet eine Forschungsgruppe im Bereich anwendungsorientierter Grundlagenforschung an der Lösung industrieller Probleme.

Das neue CD-Labor "Software Engineering Integration für flexible Automatisierungssysteme" (SE-Flex-AS) wurde Anfang 2010 unter der Leitung von Stefan Biffl an der TU Wien eingerichtet. Partner dieses CD-Labors sind Institute der TU Wien in den Bereichen Softwaretechnik und Automatisierungstechnik sowie die Unternehmenspartner logi.cals und Certicon aus dem Anwendungsbereich der Entwicklung industrieller Automatisierungssysteme.

ENGINEERING SERVICE BUS Anhand von industriellen Aufgabenstellungen werden Ansätze zur technischen und semantischen Integration von Software-Werkzeugen und Datenmodellen als Basis für neuartige Ansätze der Qualitätssicherung erforscht. Konkrete Forschungsszenarien im Rahmen des Qualitätsmanagements zur Sicherstellung der Produkt- und Projektqualität über mehrere Engineering Modelle und Werkzeuge hinweg sind die Versionierung von Engineering Modellen, sowie der "End-to-End Test" vom Sensor im Feld bis hin zur Software-Variable.

Wesentliches Ergebnis dieser Forschung ist der "Engineering Service Bus" (EngSB). Der EngSB ist eine eine technische Integrationsplattform für Software-Werkzeuge, der für Wissenschafter und Praktiker als Open Source Software zur Verfügung gestellt wird. Aufgabe des EngSB ist, das Design und die Implementierung von Workflows innerhalb eines Entwicklerteams zu vereinfachen. Mit Hilfe des EngSB können Entwicklerteams selbst integrierte Workflows zwischen unterschiedlichen Tools flexibel aufsetzen und selbst optimieren.

Das Christian Doppler Labor "Software Engineering Integration für flexible Automatisierungssysteme" wird offiziell am Montag, 12. April 2010 eröffnet. (pi/rnf)

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