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10.04.2010 Rudolf Felser

WKÖ will mehr Frauen in Führungsetagen

Das gemeinsame Programm "Zukunft.Frauen" von Wirtschaftsministerium, Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung soll mehr Frauen fit für Spitzenkarrieren machen

Die Wirtschaftskammer bekennt sich zum Ziel von mehr Frauen in den Chefetagen. Denn Betriebe, die - auf allen Ebenen - auf Frauen setzen, haben nicht nur besser motivierte und zufriedenere Mitarbeiter, sie schneiden auch betriebswirtschaftlich besser ab. Frauenförderung ist also kein Gnadenakt, sie rentiert sich für beide Seiten, betonte die Generalsekretärin der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Anna Maria Hochhauser, bei der Enquete "Zukunft.Frauen" zum Auftakt eines gleichnamigen Ausbildungsprogramms von Wirtschaftsministerium, Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung. Dabei sollen Frauen gezielt auf die Übernahme von Führungspositionen vorbereitet und in einem späteren Schritt eine Datenbank mit qualifizierten Kandidatinnen für Top-Jobs eingerichtet werden.

Zugleich betonte Hochhauser, dass Österreichs Unternehmerlandschaft immer mehr zu einer Unternehmerinnenlandschaft werde. Mehr als 37 Prozent der heimischen Einzelunternehmen wären 2009 in weiblicher Hand gewesen. Damit liege Österreich in Europa unter den Top 3.

Von den neu gegründeten Betrieben entfielen sogar mehr als 40 Prozent auf Frauen. "Dass Frauen in der Wirtschaft generell unterrepräsentiert sind, wie oft behauptet wird, stimmt schon lange nicht mehr", so Hochhauser. Vor allem in den Vorstandsetagen und in Aufsichtsräten bestehe allerdings noch Aufholbedarf. Quoten oder andere Zwangsmaßnahmen seien jedoch nicht zielführend, da sie am Kern des Problems vorbeigingen. Die Wirtschaft plädiere stattdessen "für einen Weg der Vernunft", wie er mit der Reform des Corporate Governance Kodex vereinbart wurde. Demnach soll bei der Besetzung der Aufsichtsräte im Rahmen einer freiwilligen Selbstregulierung darauf geachtet werden, dass beide Geschlechter vertreten sind.

"Hinzu kommt: Neben der Sensibilisierung der großen Unternehmen für das Managementpotenzial, das ihnen ohne Frauen an der Spitze entgeht, müssen vor allem die Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf weiter verbessert werden", fordert Hochhauser. "Die steuerliche Begünstigung der Kinderbetreuungskosten und die Einführung des einkommensabhängigen Kinderbetreuungsgeldes waren richtige und wichtige Maßnahmen. Vor allem bei der Kinderbetreuung für Unter-3-Jährige und der Betreuung in Tagesrandzeiten gibt es aber noch immer Aufholbedarf."

Zudem müssten Frauen im Berufsleben noch stärker in klassische Männerdomänen wie IT, Technik und Naturwissenschaften vordringen, etwa durch gezielte Berufsinformation bereits in der Schule und eine gezielte Vorbereitung auf künftige Führungspositionen. Hier setze auch das gemeinsame Projekt "Zukunft.Frauen" an. "Wenn Ausbildung und Rahmenbedingungen stimmen, werden sehr oft Frauen die Besseren sein", resümierte Hochhauser. (pi/rnf)

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