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21.04.2010 Michaela Holy

Forschungsförderung bewirkt Innovation und Fortschritt

Mit Hilfe von Fördergeldern können Unternehmen qualifizierte Mitarbeiter halten und kurzfristig auch Arbeitsplätze schaffen. Die Forschungsförderungsgesellschaft FFG unterstützt dabei.

Was das Krisenjahr 2009 deutlicher als sonst vor Augen führt, ist, dass Forschung und Innovationen als Schlüssel für wirtschaftlichen Erfolg gelten: Während in besseren Wirtschaftsjahren Wachstum das vorrangige unternehmerische Ziel ist, so war es 2009 in fast allen Branchen oberstes Gebot, den Kopf über Wasser zu halten. Die österreichische Wirtschaft hat sich vor allem zu Beginn des Jahres 2009 verstärkt im Bereich Forschung und Entwicklung engagiert, um damit auch die anhaltende Wirtschaftskrise zu durchtauchen und sich für den zukünftigen Wettbewerb zu rüsten. So haben Unternehmen im vergangenen Jahr um acht Prozent mehr Anträge für Forschungsprojekte bei der FFG gestellt als 2008 – bei den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) waren es sogar elf Prozent mehr Anträge.

Die Innovationsbereitschaft kommt auch in anderen Kennzahlen zum Ausdruck: So verzeichnet die FFG als zentrale Anlaufstelle des Bundes für wirtschaftsnahe Forschung und Entwicklung in Österreich bei der Projektanzahl im Vergleich zu 2008 eine Steigerung um rund 21 Prozent auf insgesamt 3.072 Projekte. Dabei stellten 39 Prozent der Antragsteller erstmals einen Projektantrag bei der FFG. Alles in allem wurden im vergangenen Jahr 508 Millionen Euro an Förderungen zugesagt und 378 Millionen Euro in Form von Zuschüssen und Darlehen auch tatsächlich ausbezahlt. Im Vergleich zum Rekordjahr 2008 ergibt dies bei den Auszahlungen eine Steigerung von drei Prozent. Bei den Zusagen aber schlägt sich ein Rückgang von rund sieben Prozent zu Buche.

Österreich hat sich in den vergangenen Jahren als Forschungs- und Innovationsstandort gut entwickelt und der Aufholprozess innerhalb Europas ist gelungen. Das zeigt sich nicht nur an den Forschungsausgaben, die in Österreich stärker und kontinuierlicher angestiegen sind als in den meisten anderen EU-Staaten. »Mitten in der Wirtschaftskrise ist es besonders wichtig, dass die Dynamik im F&E-Bereich erhalten bleibt«, erklären die Geschäftsführer der FFG Henrietta Egerth und Klaus Pseiner. Denn so wie es aussieht, werde der Wachstumspfad bei den Forschungsausgaben verlassen und das Budget für wirtschaftsnahe Forschung könnte stagnieren.

SIGNIFIKANTER RÜCKGANG Die im letzten Jahr gestiegenen Anträge sind gegen Ende 2009 signifikant zurückgegangen. Manchen Unternehmen droht nun krisenbedingt die Luft für Forschung und Innovationen auszugehen. Daher muss die öffentliche Hand erreichen, dass sich Unternehmen nicht aus der ambitionierten Forschung zurückziehen und sich stattdessen auf die weniger riskante Weiterentwicklung bestehender Produkte konzentrieren. Das richtige Zusammenspiel der Kräfte muss unterstützt werden, damit die Übersetzung von Entwicklungen in Innovationen, die als nachgefragte Produkte, Anwendungen und Dienstleistungen am Markt reüssieren können, gelingt. Dazu gehören auch Maßnahmen um das zu wenig genutzte Humanpotenzial – vor allem jenes von Frauen – in der Forschung verstärkt einzusetzen.

WIRKUNG VON FÖRDERUNGEN Wie schnell und effizient ein in die Forschung investierter Euro wirkt, stellen aktuelle Zahlen unter Beweis: Die Anfang 2010 veröffentlichte Studie der KMU Forschung Austria über Projekte, die durch den Bereich Basisprogramme gefördert wurden, belegt, dass mit 12.400 Euro ein zusätzlicher Arbeitsplatz initiiert und gesichert wird. Ein in die Forschung investierter Förder-Euro bewirkt langfristig insgesamt 19 zusätzliche Umsatz-Euro. Durch ein neues Forschungsprojekt in einer wirtschaftlichen Talsohle kann sich ein Unternehmen fit für die Zeit danach machen.

Das Ziel der heimischen Förderpolitik ist es, »die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Unternehmen zu stärken und ihnen unter die Arme zu greifen, wenn es um die Entwicklung neuer, innovativer Produkte und Dienstleistungen geht«, sagen Egerth und Pseiner. »Dabei ist die FFG als Schnittstelle zwischen wissenschaftlicher Forschung und industrieller Innovation aktiver Partner der universitären Forschung.«

Im Rahmen des vierten Forschungsforums der Fachhochschulen in Pinkafeld fordert allerdings Werner Jungwirth, der Präsident der Österreichischen Fachhochschul-Konferenz, eine unbefristete Forschungsfinanzierung für Fachhochschulen. Fachhochschulen würden – im Gegensatz zu Universitäten und anderen außeruniversitären Forschungseinrichtungen in Österreich und anderen EU-Ländern – keine verlässliche Finanzierung für Forschung und Entwicklung erhalten, sagt Jungwirth.

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