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05.05.2010 Michaela Holy

Personalbeschaffung 2.0 hat noch kaum Bedeutung

Der Einsatz von IT im Recruiting ist der Hauptfokus der Studienreihe "Recruiting Trends Österreich". Web-2.0.-Applikationen als HR-Werkzeuge sind noch nicht wirklich in diesen Bereich vorgedrungen.

Durch den konsequenten Einsatz von IT im Recruiting gelang es den 500 größten Unternehmen aus Österreich in den letzten Jahren, ihre Personalbeschaffung effizienter zu gestalten, was sich in Geschäftsprozessverbesserungen hinsichtlich Zeit, Kosten und Qualität niederschlägt. Seit 2007 begleitet das Centre of Human Resources Information Systems (CHRIS) der Universitäten Bamberg und Frankfurt am Main in Zusammenarbeit mit Monster Worldwide Austria diese Entwicklung und berichtet im Rahmen der Studienreihe »Recruiting Trends Österreich« jährlich über die Rekrutierungsaktivitäten österreichischer Großunternehmen.

Ein wichtiger Trend, den die Studienreihe seit ihrer erstmaligen Durchführung verfolgt und der sich auch heuer fortsetzt, ist der Einsatz des Internets im Rahmen der Rekrutierung. So werden von den 500 größten österreichischen Unternehmen erstmals mehr als drei Viertel der offenen Stellen über eine Internet-Stellenbörse kommuniziert, die Internetkanäle zeigen sich erstmalig für zwei Drittel der Neueinstellungen verantwortlich. Darüber hinaus äußern die Firmen eine klare Präferenz für elektronische Bewerbungsverfahren. Neue Möglichkeiten der Internetnutzung ergaben sich in der jüngeren Vergangenheit insbesondere durch den Einsatz von Web-2.0-Anwendungen oder Suchmaschinen bei der Suche nach Informationen über Kandidaten. Die Ergebnisse zeigen jedoch, dass derartige Applikationen bislang nur vergleichsweise selten genutzt werden. Die höchste Bedeutung haben noch das Karrierenetzwerk Xing und die Suchmaschine Google. Der Anteil jener Studienteilnehmer, die solche Anwendungen häufig nutzen, ist aber eher gering. Auch misst nur etwa jedes zehnte Unternehmen den dort gefundenen Informationen einen hohen Stellenwert bei. Hier werden zukünftige Studien zeigen, ob dies in Zukunft eine zunehmende Bedeutung für die Personalbeschaffung in Österreich bekommen wird. Ein weiteres eindeutiges Ergebnis ist, dass Hochschulmarketing einen hohen Stellenwert erreicht hat: Viele österreichische Firmen sind durch Vorträge und Informationsveranstaltungen an Universitäten und Fachhochschulen präsent.

LANGFRISTIG PLANEN Interessant ist außerdem, dass die Unternehmen offene Stellen unabhängig von wirtschaftlichen Rahmenbedingungen besetzen und für 2010 wieder mit einem positiven Trend sowohl bei der Geschäftsentwicklung als auch bei den Mitarbeiterzahlen rechnen. Das zeigt dass es wichtig ist, die Rekrutierung neuer Mitarbeiter strategisch und langfristig – abseits wirtschaftlicher Rahmenbedingungen – zu planen, frühzeitig mit potenziellen Kandidaten in Kontakt zu treten (beispielsweise durch Hochschulmarketing) und Maßnahmen zu entwickeln, die eine effiziente und effektive Besetzung offener Stellen mit qualifizierten Bewerbern ermöglichen.

Um die Studie zu präsentieren, haben der DMVÖ (Dialog Marketing Verband Österreich) und Monster Österreich interessierte HR-Experten zu einem »Facts & Friends«-Abend zum Thema Recruiting 2.0 eingeladen. Der Wirtschaftsinformatiker Sven Laumer (Uni Bamberg) stellte die Ergebnisse der Studie vor und gab Einblicke in die Welt der Digital Natives. Anschließend diskutierten Sabine Hoffmann (Founder & CEO Ambuzzador), Martin Mayer (Managing Partner Iventa) und Peter Rieder (HR-Manager Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien) zu diesem Thema.

»Social Media ist nichts anderes als die Fortführung des Bassena-Tratschs, den es für das Kennenlernen und Gewinnen neuer Mitarbeiter, letztlich aber zur Festigung des eigenen Geschäfts einzusetzen gilt«, so Sabine Hoffmann. Zentrales Thema des Abends waren die Chancen und Risiken der neuen Medien. Einigkeit herrschte darin, dass die HR-Verantwortlichen mit Arbeitnehmern auf Augenhöhe kommunizieren und sich dem neuen Dialogverständnis der Digital Natives anpassen müssen. »Die Personalabteilungen in österreichischen Unternehmen beginnen erst, sich diesen neuen Herausforderungen zu stellen, stehen hier aber noch ganz am Beginn«, so Martin Mayer. Barbara Wiesinger, Country Manager & Sales Director Monster Worldwide Austria, findet es sehr wichtig, »die Generation der Digital Natives in ihrem digitalen Umfeld abzuholen.« Denn sie sind mit digitalen Technologien aufgewachsen und beherrschen Multitasking perfekt. Digital Natives sind die eigentlichen Player in allen Dialogbereichen, sie würden die Spielregeln ständig neu definieren und ließen Akteure, die sich traditioneller Mittel und Methoden bedienen, schnell alt aussehen, so der Tenor.

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