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12.07.2010 Michaela Holy

Geistiges Eigentum als Wirtschaftsfaktor

Der Rat für Forschung und Technologieentwicklung hat sich nun aufgrund einer aktuellen Studie dafür ausgesprochen, den Stellenwert und die Bedeutung von geistigem Eigentum zu heben.

Die moderne Gesellschaft hat sich deutlich von einer Produktions- zu einer Wissensgesellschaft gewandelt. Wissen und dessen Bewertung sind heute ausschlaggebende Faktoren für wirtschaftliches Wachstum. "Um den Wohlstand in Österreich zu wahren, müssen wir aber zusätzlich das vorhandene Know-how besser verwertbar machen", betont Knut Consemüller, Vorsitzender des Rates für Forschung und Technologieentwicklung: "Daher ist ganz klar, dass geistiges Eigentum ein Schlüssel zu mehr Wirtschaftswachstum ist und ein weiterer Schritt Österreichs in Richtung eines Innovation Leaders."

Ziel des Rates ist es, den Stellenwert und die Bedeutung von geistigem Eigentum zu heben. Basierend auf den Ergebnissen einer Studie, die der Rat in Kooperation mit der Universität Oxford durchgeführt hat, soll nun in einem Workshop mit der Scientific Community und internationalen Experten ein Strategiepapier erarbeitet werden. "Derzeit ist geistiges Eigentum für die Politik fast ausschließlich ein Thema, wenn es um Medieninhalte und das Internet geht. Als Wirtschaftsfaktor wird geistiges Eigentum - wenn überhaupt - in Expertenausschüssen statt im Plenum des Parlaments behandelt", so Jürgen Stockmar, Ratsmitglied und für das Thema IPR (Intellectual Property Rights) zuständig. "Die Ziele zukünftiger Politik", so Stockmar weiter, "sollten daher sein: erstens das Bewusstsein über das wirtschaftliche Potenzial von geistigem Eigentum zu steigern; zweitens: geistiges Eigentum effizient zu managen, da dies auch ein Hebel zur Steigerung des Outputs ist; und schließlich drittens: das Management und die Verwertung geistigen Eigentums an Universitäten, Forschungsstätten und industriellen Entwicklungszentren zu professionalisieren."

Gerade dem Staat kommt beim Management des geistigen Eigentums eine entscheidende Rolle zu. Erfolgreicher Technologietransfer durch die Bildung effizienter Schnittstellen zwischen Wirtschaft und Wissenschaft sowie eine effektivere Förderung der Grundlagenforschung könnten es Österreich ermöglichen, vom "Innovation Follower" zum "Innovation Leader" aufzusteigen. "Derzeit ist es so, dass Österreich im EU-Vergleich überdurchschnittlich viele Mittel in Forschung und Entwicklung investiert, aber nur einen unterdurchschnittlichen Output generiert", erklärt Stockmar. "Diese negative Bilanz zeigt uns leider das European Scoreboard."

AUCH UNIS PROFITIEREN Als ersten konkreten Schritt empfiehlt Stockmar einen einheitlichen Rahmen zum Schutz von geistigem Eigentum, der Innovationen, Patente und neue Geschäftsmodelle inkludiert. Eine Finanzierung der Forschung durch die öffentliche Hand sieht er dabei als unerlässlich an: "Nach der reinen Logik des Marktes ist das wirtschaftliche Risiko von innovativen Entwicklungen für Unternehmen häufig zu hoch. Vitale Technologiemärkte zeichnen sich daher durch eine hohe Anzahl von öffentlichen-privaten Partnerschaften aus", so Stockmar. Entscheidend ist dabei aber, dass die Balance der Interessen gehalten wird. "Es kann nicht sein, dass eine Universität forscht und nur das Unternehmen davon profitiert." Durch das Diensterfindungsgesetz gab es hier eine deutliche Verbesserung, die es auch Universitäten und anderen öffentlichen Forschungseinrichtungen ermöglicht, von den Ergebnissen ihrer Forscher zu profitieren. Die Universitäten sind daher auch gefordert, das Management und die Verwertung "ihres" geistigen Eigentums optimal auszuführen. So kann die öffentliche Hand nicht nur am indirekten Rückfluss durch mögliche Steuereinnahmen, sondern auch über die direkte Kompensation durch das Unternehmen profitieren. "Es müssen deshalb optimale Bedingungen für geistiges Eigentum geschaffen werden, um einen erfolgreichen Technologietransfer zu ermöglichen, der auch der Wirtschaft wertvolle Impulse liefert", so der Ratsvorsitzende, Knut Consemüller, abschließend.

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