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Computerwelt: Aktuelle IT-News Österreich


09.09.2010 Christiane Pütter *

Die Arbeitswelt von morgen

Gartner hat ein Szenario für die Arbeitswelt der kommenden zehn Jahre erstellt. Zugespitzt besagt es, dass Entscheider in einem zunehmend chaotischen Umfeld die Kontrolle verlieren.

Unternehmen müssen sich immer wieder neu ausrichten und an ständige Veränderungen anpassen. Neben »chaotisch« fallen in der Gartner-Analyse Begriffe wie »dramatisch« und »sprunghaft«. Der Marktforscher verdeutlicht das an zehn Trends. 1. Das Verschwinden der Routine: Laut Gartner bestehen derzeit drei Viertel der Arbeit aus Routine-Tätigkeiten. 2015 werden es nur noch 60 Prozent sein. Unternehmen werden sich mehr auf Innovationen konzentrieren. Lebenslanges Lernen steht also wieder auf der Agenda. 2. Arbeiter bilden Schwärme: Abteilungsübergreifendes Arbeiten und die Collaboration mit Partnern, Kunden und Lieferanten gewinnen an Bedeutung. Gartner führt hier den Begriff »Swarming« ein: Klassische Teamarbeit leisten Menschen, die meist im selben Unternehmen tätig sind und sich oft schon kennen. Swarms bilden Menschen, die sich nicht kennen, aber ad hoc und kurzfristig ein gemeinsames Projekt bearbeiten. Für bürokratische Strukturen und lange Abstimmungswege haben sie keine Zeit. 3. Labile Verbindungen: Basierend auf dem »Swarm«-Konzept erwartet Gartner, dass sich Ad-hoc-Teams aus Menschen bilden, die jemanden kennen, der jemanden kennt, der eine bestimmte Aufgabe übernehmen oder bestimmte Skills einbringen kann. Damit werden private und professionelle Netzwerke immer wichtiger. Problem dabei: Entscheider müssen darauf vertrauen, dass die Bekannten der Bekannten gute Leistung bringen. 4. Mit dem Kollektiv umgehen: Gartner spricht vom Kollektiv, das den Markt beeinflusst. Kollektive können sich zum Beispiel zeitweilig nach Vorfällen wie der BP-Katastrophe im Golf von Mexico bilden. Kollektive können aber auch dauerhafter bestehen, wenn sie durch eine gemeinsame Idee verbunden werden. Sie können Kaufentscheidungen beeinflussen, wobei die Art der Beeinflussung schwer zu durchschauen ist. Unternehmen müssen so etwas wie »Markt-Intelligenz« entwickeln. Das geht laut Gartner über Versuche, Kunden zu segmentieren, hinaus. 5. Sketch-Ups statt Pläne: Weniger Routine-Arbeit bedeutet weniger Chancen zur Standardisierung. Entscheider können daher weniger planen. Statt dessen haben sie mit informellen Workflows zu tun. Gartner spricht von »Work Sketch-Ups«. 6. Spontaneität ist gefragt: Eine Folge des Arbeitens im Gewimmel ist das unerwartete Auftauchen neuer Perspektiven. Wer spontan auf neue Geschäftsmodelle und neue Kontakte reagieren kann, profitiert. 7. Simulieren und Experimentieren: Dieser Trend betrifft unmittelbar die IT. Sie muss laut Gartner Technologien bereitstellen, um Szenarien zu simulieren und innerhalb dieser Simulationen experimentieren zu können. Das ist das Ende der Excel- und sonstiger Sheets. Die Präsentation der Zukunft bezieht Daten aus verschiedensten Quellen ein. 8. Die neue Raster-Fahndung: Um dieses Ausfransen in verschiedene Arbeitsweisen und verschiedene Zielgruppen zu managen, werden Entscheider versuchen, Raster und Modelle zu entdecken. Sie werden Mitarbeiter dafür abstellen, die solche Raster erkennen und einschätzen können, wie kurz- oder langfristig sie bestehen und welche Wertigkeit sie für das Unternehmen haben könnten. 9. Alle sind mit allen und allem verbunden: Der Trend zur Hyperkonnektivität zeichnet sich bereits ab und wird sich weiter verstärken. Das geht zum Einen mit höheren IT-Sicherheitsbedrohungen einher. Zum Anderen müssen Entscheider Metriken für den Nutzwert eines Netzwerkes finden. 10. Suche nach dem Arbeitsplatz: Wer in diversen Swarms tätig ist, braucht trotzdem einen Arbeitsplatz. Menschen werden über Kontinente und Zeitzonen hinweg miteinander arbeiten und dabei mal zu Hause, mal im Pendlerbüro und mal am eigenen Schreibtisch sitzen. * Christiane Pütter ist Redakteurin des deutschen CIO.

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