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21.10.2010 Alexander Simon*

Gastkommentar: Enabler E-Learning

E-Learning – Des einen Freud' des anderen Leid'?

E-Learning wird in meinem Umfeld seit langer Zeit sehr kontrovers diskutiert: Auf der einen Seite die Entwickler, die von immer neuen Möglichkeiten und didaktischen Konzepten schwärmen. Auf der anderen Seite jene, die es anzweifeln oder gar verdammen. Woher kommen diese kontroversen Haltungen und »was stimmt nun wirklich«?

Starten wir mit den Kritikern: Ein Betriebsrat aus meinem Bekanntenkreis verzog jüngst das Gesicht, als er erfuhr, dass ich Online-Kurse betreue. Nachfragen ergab, dass E-Learning in seinem Betrieb ebenfalls Thema ist. Und sehr unbeliebt, da der Dienstgeber erwartet, dass die Belegschaft in ihrer Freizeit stuckt. Neue Möglichkeiten führen eben zu neuen Diskussionen und neuen Betriebsvereinbarungen. So neu ist das ja nun wiederum nicht, wenngleich ich den Protest natürlich verstehe.

Andere wiederum wenden ein, dass es natürlich attraktiver sei, in einem schönen Seminarhotel zu residieren und nach dem Lernen den Abend gemeinsam zu verbringen. Lernen sei schließlich »ein soziales Ereignis«. Bleibt die Frage: Ist das immer finanzierbar und für alles und jedes sinnvoll? Doch das ist ein anderes Thema.

Die Befürworter wiederum sprechen von neuen Möglichkeiten: Beispielsweise lernen Psychologie-Studenten viel schneller den Aufbau des Gehirns zu verstehen, wenn sie eine 3D-Grafik aus verschiedenen Perspektiven betrachten und Animationen die Physiologie wesentlicher psychischer Funktionen verdeutlichen. Ein Argument, dem ich zustimme, wobei natürlich nicht jeder Lerninhalt sich gleichermaßen dafür eignet.

Ich selbst habe E-Learning im Zuge der internationalen Entwicklungszusammenarbeit erlebt. Maßnahmen des Capacity Building (Anmerkung: gezieltes Trainieren von Schlüsselpersonen in Entwicklungsregionen) wird durch E-Learning begleitet und fände ohne dieses schlicht nicht statt. E-Learning substituiert dort nicht – wie in den obigen Beispiel – andere Bildungsmaßnahmen, sondern macht Bildung überhaupt erst möglich. Plattformen basierend auf Web 2.0-Technologien fördern darüber hinaus den grenzüberschreitenden Austausch mit anderen. Lernen als soziales Ereignis eben, wenn auch virtuell.

Die Beispiele ließen sich noch beliebig fortsetzen und für mich leitet sich aus allen bisher geführten Diskussionen die folgende Quintessenz ab: E-Learning ist ein Enabler, der richtig eingesetzt neue Möglichkeiten schafft, neue Formen des Lernens ermöglicht und Bildung in neue Regionen bringt. Ein Enabler ist jedoch nicht notwendigerweise ein Ersatz für alles, was davor schon war. Und der optimale Einsatz ergibt sich nicht von selbst, sondern erfordert pragmatische Überlegungen, in die alle Anspruchsgruppen einbezogen werden sollten.

* Alexander Simon ist Geschäftsführer der Simon GmbH.

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