TED: Renommierte US-Konferenz kommt nach Wien Detail - Computerwelt

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22.11.2010 Marion Fugléwicz-Bren*

TED: Renommierte US-Konferenz kommt nach Wien

TED steht für Technology, Entertainment, Design. Das Konferenzformat entstand 1984 in Kalifornien mit dem Hintergrund, die weltbesten und charismatischsten Denker, Manager und Kreativen miteinander zu vernetzen.

Am 29. November 2010 erhält Wien seine erste TED-Konferenz. Für die Organisation der ersten österreichischen TED-"Tochterkonferenz" gründete der Kurator und Eventplaner Vlad A. Gozman den TEDxVienna Technologie- und Innovationsverein.

Marion Fugléwicz-Bren: Wer steht hinter dem Kürzel TEDxVienna und wie kam die TED nach Wien? Vlad A. Gozman:"TED" ist das Kürzel für "Technology, Entertainment, Design", das "x" steht für ein unabhängig veranstaltetes TED-Event und "Vienna" ist einfach ein strahlendes Bündel von Kreativität. Nach dem Rebranding unter dem Schlagwort "Ideas worth spreading", traf der TED-Kurator Chris Anderson 2009 eine bedeutende Entscheidung für die globale Verbreitung des Konzeptes, und zwar die Lizenzvergabe für lokale Ableger. Nach meinem Umzug nach Wien im Februar 2010 habe ich versucht, Kontakte in der einheimischen Szene anzuzapfen, die meine Leidenschaften teilen. Eine der bedeutendsten davon war und ist eben TED. Es ist gar nicht schwer, etwas zu bewirken, wenn man genau weiß, was man will. Meine Zusammenarbeit mit einem früheren Lizenzinhaber hatte eine kurze Lebensdauer, da dieser sich anderen, dringenderen Verpflichtungen widmen musste. Die Verbindung mit der TED-Belegschaft war zu diesem Zeitpunkt aber schon aufgestellt und ich entschied mich, die Lizenz selbst zu erwerben. Es ist nicht lange her, doch im Rückblick war es eine impulsive und verrückte Entscheidung, wenn man bedenkt, dass ich in Wien keine engen Kontakte hatte. Der feste Glaube an den TED Spirit hat mich aber bald zu den richtigen Menschen geführt und von da an hat sich alles organisch weiterentwickelt.

Das Konferenzformat TED entstand 1984 in Kalifornien vor dem Hintergrund, die weltbesten und charismatischsten Denker, Manager und Kreativen miteinander zu vernetzen. Eine tolle Idee – damals gab es noch kein Internet. Funktioniert so etwas heute nicht wesentlich leichter? Die von Richard Saul Wurman ins Leben gerufene Vision von TED war eine Antwort auf damalige Umstände und Tendenzen. Es ist sicher wahr, dass das Internet die globale Kommunikation radikal verändert und einen immensen Beitrag zum technologischen Aufschwung geleistet hat. Das TED-Leitbild hat sich diesen Sachverhalt zu Nutze gemacht und darauf gebaut. Die Vorträge sind jetzt im Netz frei verfügbar, sowohl für Fachmenschen, als auch für Laien. Diese Transparenz und universelle Einbindung ins Gespräch betrachte ich als Evolutionsantrieb.

"Xrossover – bridging the gap" lautet das Motto der TEDxVienna. Wie kann man sich das vorstellen, was bedeutet das konkret? Wir streben ein "xrossover" von zukunftsprägenden Disziplinen und geistreichen Ideen an. Wien war in der Vergangenheit die Drehscheibe in den Osten und gewinnt als solch eine Schnittstelle wieder an Bedeutung. Hier herrscht eine anhaltende Tradition in der Überbrückung von Klüften und die Menschen zeichnen sich durch offenen Geist aus. "Bridging the gap" soll genau diesen Impuls zur Handlung entfachen und den Schwung geben für den ausschlaggebenden Schritt, der Probleme überwinden kann.

Wie findet man aus einer Vielfalt spannender Menschen mit tollen Zielen genau die "Richtigen" heraus – oder anders gefragt: Was muss ein Speaker haben, um bei dieser Konferenz ins Bild zu passen? Es ist eine Mischung aus Idee, Inhalt, Bekanntheit und Persönlichkeit. Wir wollen es aufregend und facettenreich gestalten, darum ist uns sehr wichtig, neben eine international bekannte Persönlichkeit, die ein Statement zu gesellschaftlich relevanten Themen gibt, auch etwa die (technische) Innovation zu stellen. TEDxVienna soll eine Art "Lancierungsbühne für neue Köpfe" sein und die Möglichkeit bieten, "alte" neue gute Ansichten zu verbreiten. Dabei darf auch der Entertainment Faktor nicht zu kurz kommen. Genaue Bewerbungsanforderungen gibt es nicht, doch wenn ich etwas formulieren müsste, würde es so aussehen: Teilen Sie eine weltverändernde Idee mit, sprechen Sie von Leidenschaften, Träumen und Ängsten, bringen Sie uns zum Lachen, bringen Sie uns zum Weinen, setzen Sie auf die Dynamik der Kontroverse und zeigen Sie das Komplexe einfach und deutlich.

Warum gerade Technology, Entertainment, Design? Ist damit alles abgedeckt? Wie passen diese Ebenen zusammen? Wie schafft man den Bogen, nicht "beliebig" zu sein? Bei der Geburt von TED in den 80er Jahren standen diese drei Begriffe für die spannendsten blühenden Bereiche der Zeit. Seitdem hat sich die Welt verändert und TED hat sich angeglichen. Der Markenname wurde wegen seiner Bekanntheit beibehalten, doch heute stehen die Konferenzen unter dem Zeichen der "Ideen, die es wert sind, verbreitet zu werden". Damit sind wir nicht mehr an bestimmte Ebenen gebunden, sondern können unsere Veranstaltungen nach der gegenwärtig aktuellen Sachkompetenz in den unterschiedlichsten Themengebieten richten. Vor der Beliebigkeit schützt in erster Linie das 18 minütige Format der Vorträge, welches Botschaften prägnant und einschlägig weiterleitet. Dazu kann man sagen, dass TED elitär ist. Oder auch nicht. Aber sicher nicht im konventionellen Sinne.

Was erwarten Sie von der Konferenz: wirtschaftlich, Teilnehmer, Networking – konkret – Facts, Figures, etc. ? Wirtschaftliche Erwartungen gibt es nicht, da der Event gemeinnützig aufgestellt ist. Zu den Teilnehmern kann ich sagen, dass wir die Veranstaltung auf hundert Anmeldeplätze limitiert haben. Dazu sind noch Repräsentanten seitens unserer Partner und der Presse zu erwarten. Es wird ein heterogenes Publikum sein, mit Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft, Kunst, Sport und dem Studentenmilieu. Die Zuhörer sind dabei genauso wichtig wie die Speaker. Es geht ja ums Networking, um das Zusammenbringen von gleichgesinnten Personen. Die Nachfrage war in beiden Fällen groß und verspricht vorab ein bedeutendes Ausbaupotenzial auf lokaler wie auch nationaler Ebene.

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