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03.12.2010 Michaela Holy

91 Arbeitstage pro Jahr und Mitarbeiter gehen verloren

Managementfehler und unzureichende Ressourcenplanung sind Hauptursachen dafür, dass die Produktivität in österreichischen Unternehmen sinkt, hat Czipin Consulting herausgefunden.

In den Jahren 2008 und 2009 ist die Produktivität in österreichischen Unternehmen weiter gesunken: Nach 84 Tagen im Jahr 2008 gehen aktuell bereits 91 Arbeitstage pro Jahr und Mitarbeiter in Österreich unproduktiv verloren, während ein Produktivitätsniveau von nur 33 verlorenen Arbeitstagen erreichbar wäre, so eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung Czipin Consulting.

»Das Ergebnis der Studie ist ernüchternd und zeigt, dass im Durchschnitt bei allen Unternehmen im vergangenen Jahr rund 41 Prozent der Arbeitszeit unproduktiv verwendet wurden«, resümiert Studienautor und Produktivitätsberater Alois Czipin. Das sind bei einer Berechnungsgrundlage von 220 Arbeitstagen 91 Arbeitstage Leerlauf pro Jahr und Mitarbeiter. Somit ist eine dramatische Verschlechterung des bereits negativen Trends der vergangenen Jahre klar erkennbar. »Die Produktivität ist 2009 um weitere drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Das ist schlecht für die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Österreich«, sagt Czipin.

Während sich das Produktivitätsniveau in den 90er-Jahren von einem unproduktiven Anteil von 49 Prozent im Jahr 1992 auf 38 Prozent im Jahr 1998 zunächst sehr positiv entwickelte, stagniert dieser Verlauf seither, beziehungsweise ist sogar leicht rückläufig. Im Jahr 2007 lag der Anteil unproduktiver Arbeitszeit bei nur 36 Prozent. 2008 stieg der Wert wieder auf 38 Prozent und erreicht aktuell besorgniserregende 41 Prozent.

ÜBERKAPAZITÄTEN UND MANAGEMENTFEHLER Ein wesentlicher Grund für die negative Produktivitätsentwicklung ist oftmals die Tatsache, dass viele Betriebe nach wie vor mit personellen Überkapazitäten arbeiten und ihre wahren Produktivitätsreserven oft gar nicht kennen würden, stellt Czipin fest. Trotzdem liegen an erster Stelle der »Produktivitätskiller« unangefochten hausgemachte und leicht vermeidbare Managementfehler. Die Studie weist nach, dass schlechte operative Planung und Steuerung sowie zu wenig Führung für rund 64 verlorene Arbeitstage in österreichischen Unternehmen verantwortlich gemacht werden können. Dies entspricht einem Anteil von mehr als zwei Dritteln der identifizierten Produktivitätsverluste und stellt damit laut Czipin den wesentlichen Ansatzpunkt für die dringend notwendigen Verbesserungen dar. »Es gibt akuten Handlungsbedarf für die Führungsmannschaften heimischer Unternehmen«, attestiert der Studienautor.

ADMINISTRATIONS- UND FÜHRUNGSAUFGABEN Der kürzeste Weg zur Hebung von Produktivitätsreserven ist die Umkehr des Verhältnisses von Administrations- und Führungsaufgaben. »40 Prozent proaktive Führung, 25 Prozent reaktive Führung, 15 Prozent Training und Coaching und 20 Prozent Administration wäre die wünschenswerte Einteilung der Arbeitszeit für Manager«, so die Empfehlung von Werner Girth, Managing Partner von Czipin Consulting. Und Czipin ergänzt: »Im Positiven wie im Negativen: Nichts hat stärkere Hebelwirkung als die Einstellung und das Verhalten der Führungskräfte.« Der Schlüssel liegt im richtigen Delegieren von administrativen Tätigkeiten und einem verstärkten Fokus auf operative Themen.

Um die wahren Gründe für Produktivitätsverluste zu erkennen, ist eine intensive und detaillierte Analyse der Unternehmen unerlässlich. Basierend auf dieser detaillierten Auseinandersetzung und unter Einbeziehung der Ziele und Strategien, müssen die maßnahmenorientierte Planung und Steuerung des Unternehmens definiert werden. Dies stellt auch die Grundlage für proaktives Führen dar. Produktivität ist für Czipin »eine der umfassendsten Herausforderungen für Führungskräfte. Ein korrigierter Führungsfokus und die Vermeidung banaler Managementfehler könnten problemlos zehn Prozent Steigerung produzieren«, ist sich Czipin sicher. Ein Produktivitätsniveau von 85 Prozent gilt als ambitionierter, aber durchaus realistischer Wert für Österreichs Unternehmen.

NÄHERES ZUR PRODUKTIVITÄTSSTUDIE Im Zuge der Beratungstätigkeit von Czipin Consulting wurden in den Jahren 2008 und 2009 mehr als 400 Einzelstudien in österreichischen Unternehmen zum Thema Produktivität durchgeführt. Dafür wurde in 4.200 Beobachtungsstunden die exakte Produktivität einzelner Arbeitsplätze einen Tag lang detailliert erfasst und systematisch ausgewertet.

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