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16.12.2010 Michaela Holy

Vom "Excel-Manager" zum selbstkritischen Chef

Mit der Krise ging auch ein Wertewandel in der Wirtschaft einher: Weg von bewährten Pfaden der Bestandserhaltung hin zu mehr Offenheit, Kreativität, Wandelbereitschaft und Flexibilität.

Vor der Krise konzentrierten sich viele Unternehmen nur auf betriebswirtschaftliche Ziele, anderen Unternehmenszielen wie Nachhaltigkeit, Innovationen, offensives Agieren und so weiter wurde wenig Aufmerksamkeit geschenkt. »Für uns war Stabilität der wichtigste Wert«, ist nur eine Antwort auf die Frage nach den Werten der Vergangenheit, die von Karmasin Motivforschung im Rahmen der Studie »Leadership 2020« gestellt wurde. Gewinnmaximierung, das Festhalten an Altbewährtem und Stabilität waren mitunter die wichtigsten Punkte in der Unternehmensführung.

Diese Ergebnisse zeigen die hohe Bereitschaft zu Selbstreflexion und Selbstkritik der 40 persönlich befragten Unternehmer, Manager und Experten, die einen deutlichen Wertewechsel bescheinigen. Demnach gibt es ein Bewusstsein für das, was sich ändern sollte, und diese Veränderung muss sich vor allem auch in den Führungspersönlichkeiten widerspiegeln: Weg von Altbewährtem, geringer Flexibilität und fehlenden langfristigen Zielen, hin zu verstärkter Kooperation mit Markt und Mitarbeitern, um Veränderungen gemeinsam aufzugreifen. Der so genannte »Excel-Manager«, der lediglich mit Zahlen jongliert, sei ein Auslaufmodell, so die Studie. Es brauche offene, kommunikative Typen, die aktiv Talent, Leidenschaft und Neugier bei den Mitarbeitern fördern. »Aus der Ebene des Ich wird eine Ebene des Wirs«, so das Statement eines Befragten.

Der ideale Mitarbeiter vermittelt im Dialog zwischen Jung und Alt, Frau und Mann sowie den verschiedenen Kulturen und verfügt darüber hinaus über sehr gute Englischkenntnisse. »Wir wollten wissen, wie sich die Werte und Leitbilder verändert haben bzw. ob wir nun, nach der Krise, vor einem Paradigmenwechsel stehen.

Und vor allem hat uns interessiert, wie geht es in der Zukunft weiter, welche Eckpfeiler des Wertewandels können wir allen Mitgliedern weitergeben. Diese Ergebnisse liegen nun am Tisch. Interessant ist, dass vielen Firmen die Werkzeuge zur Veränderung klar sind, für die Umsetzung jedoch Hilfe gesucht wird. Unternehmensberater können hier entscheidende Impulse für die Zukunft liefern«, kommentiert Alfred Harl, Obmann des Fachverbandes UBIT, die Studie.

SCHNELLER PARADIGMENWECHSEL »Die Studie zeigt deutlich, wie sehr sich die Unternehmen in Österreich in den letzten zwei Jahren verändert haben«, sagte Brigitte Jank, Präsidentin der Wirtschaftskammer Wien bei der Präsentation der Studienergebnisse: »Die Unternehmen sind mit der Herausforderung gewachsen und haben ihre Werte weiterentwickelt. Doch nicht nur die Einsicht zu mehr Offenheit, Flexibilität und Wandelbereitschaft sind Ergebnisse dieser Veränderung. Eine neue Bodenständigkeit, Ehrlichkeit und Authentizität, das Denken in langfristigen Zusammenhängen gepaart mit der Eigenschaft, dennoch kurzfristig entscheiden zu können, sind gefragt. Flexibiltät bezieht sich dabei auf kurzfristige Änderungen. Gewinn und Umsatzorientierung bleiben also natürlich bestehen; nicht aber das zwingende Wachstum. Die Unternehmensziele sollten auf ein breiteres Fundament gestellt werden und nicht nur auf Zahlen basieren.

"SCHUBLADENFORSCHUNG" Sehr wichtig ist auch das Thema Wissensmanagement und Wandelbereitschaft. »Österreich ist Weltmeister im Schubladenforschen«, meint Harl. Es wird viel geforscht, nun muss aber überlegt werden, wie die Forschung auf den Markt gebracht werden kann. Überhaupt sei das interne Management von Wissen wichtig, es muss intern leicht zugänglich sein. Einig waren sich die Befragten auch, dass nun mehr über »den Tellerrand« geschaut werden sollte, man müsse lernen, zum Beispiel mit Indien und China zusammenzuarbeiten, denn »die Wirtschaftsräume werden wachsen«. Veränderungen und Wandel müssen also positiv besetzt sein, und nicht Angst und Mühe implizieren - denn auch wenn man scheitert, hat man etwas ausprobiert, das zu Erfolg hätte führen können.

Letztendlich hat sich die Hierarchie der Aufgaben und Prioritäten in Unternehmen geändert; stand vor kurzer Zeit noch Profit an oberster Stelle der Unternehmensziele, sind nun Aufgaben und Ziele wie Reflexion, Innovation, Internationalisierung und andere auf der selben Ebene zu sehen. Von reaktiv zu flexibel, vom Chef zur Identifikationsfigur, von der Selbstherrlichkeit zur Reflexion: Es hat zwar kein Paradigmenwechsel stattgefunden, die Unternehmenswerte haben sich aber krisenbedingt auf jeden Fall in eine neue Richtung entwickelt.

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