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30.04.2013 Michaela Holy

Technische Unis als Innovationsfaktor stärken

Der Verband TU Austria präsentiert ein Sieben-Punkte-Papier, um Technische Universitäten zu stärken und den Nachwuchs in MINT-Fächern sicherzustellen. Der Grund: der bereits jetzt spürbare Fachkräftemangel.

Technische Unis als Innovationsfaktor stärken

Technische Unis sollen als Innovationsfaktor gestärkt werden.

© Fotolia

"Bereits heute haben acht von zehn Industrieunternehmen Probleme, qualifiziertes Personal - von der Fachkraft bis hin zu akademisch Graduierten - in Zukunftsbereichen wie Technik, Produktion oder Forschung und Entwicklung zu finden - Tendenz steigend. Die österreichische Industrie unterstützt daher den Vorstoß von TU Austria, die Technischen Universitäten als einen der wesentlichen Innovationsfaktoren im Land zu stärken", betonte der Präsident der Industriellenvereinigung (IV), Georg Kapsch. "Wir müssen uns dringend um mehr Nachwuchs in den MINT-Fächern bemühen - hier bleibt derzeit jeder fünfte bis sechste neu ausgeschriebene Job in Österreich unbesetzt". Daher sei es der Industrie ein Anliegen, das Positionspapier der TU Austria "Sieben Punkte für die Zukunft Österreichs" sichtbar zu unterstützen. "Die österreichischen Universitäten - die Technischen Universitäten insbesondere - waren und sind zuverlässige Partner der heimischen Industrie. So arbeiten 85 Prozent unserer Leitbetriebe regelmäßig mit Universitäten in Forschungsprojekten zusammen", wie Kapsch ausführte. "Wir müssen Österreich wieder in den Bereich der Innovation-Leader bringen, hier sind wir in den letzten Jahren leider ins Mittelfeld der Innovation-Follower zurückgefallen. Im Interesse von Arbeitsplätzen und Wohlstand müssen wir hier rasch gegensteuern", so der IV-Präsident.

Mit 42.000 Studierenden und 8.500 Mitarbeitern bildet die Initiative "TU Austria" den Verbund der Technischen Universitäten in Österreich. TU Wien, TU Graz und Montanuniversität Leoben haben ein Sieben-Punkte-Papier - "Sieben Punkte für die Zukunft Österreichs" - entwickelt, das unverzichtbare Themen für eine positive Entwicklung der österreichischen Universitäten, insbesondere der Technischen Universitäten, umreißt. Die Rektorin und die Rektoren des Netzwerks Technischer Universitäten in Österreich betonten im Rahmen der Präsentation desselben unisono: "Exklusives Know-how in der natur-und ingenieurwissenschaftlichen Lehre und Forschung braucht adäquate Bedingungen." "Als TU-Austria verfügen wir über ein einzigartiges Angebot an technischer und naturwissenschaftlicher Kompetenz und sind dadurch sowohl national wie auch international ein hochattraktiver Kooperationspartner für Wirtschaft und Industrie", erläuterte TU-Austria Präsident und Rektor der Montanuniversität Leoben Wilfried Eichlseder. Daher sollte auch bei den so wichtigen Förderprogrammen (FFG, Comet) großes Augenmerk auf die Förderkonditionen gelegt werden. 

"Um das erfolgreiche System Technische Universität aufrechterhalten respektive weiterentwickeln zu können, müssen auch entsprechende Aktivitäten finanzierbar sein, die vermehrt junge Menschen für ein technisches Studium begeistern und besonders den Frauenanteil unter den Studierenden erhöhen können", fügte Eichlsederhinzu, dafür bräuchte man vor allem auch intensive Informationskampagnen an den Schulen. "Zahlreiche Studien belegen, dass die Leistungen der Technischen Universitäten in Lehre und Forschung die elementare Basis für die gedeihliche Entwicklung der österreichischen Wirtschaft und Industrie und letztendlich unseren Wohlstand darstellen", so der TU-Austria Präsident abschließend.

Die TU Austria setzt sich dafür ein, dass Wissens- und Technologietransfer als Teil einer umfassenden Forschungs- und Innovationsförderung verstanden wird. Wissenstransfer aus Universitäten erfolge über Absolventinnen und Absolventen und über Forschungskooperationen. Wissenschaftler finden an den Technischen Universitäten eine Umgebung vor, die geprägt ist durch das Wissensdreieck aus Forschung, Lehre und Innovation. "Innovation fällt nicht vom Himmel, sondern benötigt einen Nährboden auf dem der vielfältige Bogen von der Grundlagenforschung bis hin zur potenziellen Anwendung gespannt werden kann", erklärte die Rektorin der TU Wien, Sabine Seidler. Wirtschaftskooperationen würden der Wissenschaft ermöglichen, Innovation als gemeinsame Aufgabe von Universität und Unternehmen wahrzunehmen. Zur Sicherung internationaler Konkurrenzfähigkeit bedürfe es eigener Finanzierungsmodelle zur Anschaffung und Erneuerung kostenintensiver technischer Infrastruktur wie Großgeräte und Labors.

Mehr Qualität und Effizienz in der Lehre forderte Bernhard Hofmann-Wellenhof, selbst Vizerektor für Lehre an der TU Graz. Dazu sei es notwendig, Studierendenströme unter Berücksichtigung der Kapazitäten zu lenken, denn "auch an den technischen Universitäten gibt es Studien, die Steuerungsmechanismen benötigen". Bislang realisierte Mechanismen würden hier zu wenige Möglichkeiten einräumen. "Wir müssen uns an den tatsächlichen Kapazitäten und an international üblichen Betreuungsnormen orientieren", so Hofmann-Wellenhof. Als positiven Effekt solle dies zugleich weniger Drop-Out und damit weniger Belastung für alle Seiten - Studierende, Universitäten, Gesellschaft - bringen. Starke politische Unterstützung wünschte sich Hofmann-Wellenhof für die Internationalisierung der Universitäten, denn: "Kooperation und Vernetzung sind zentral für erfolgreiches wissenschaftliches Arbeiten." Insbesondere, um Studierenden Karrierewege optimal zu erschließen, brauche es daher etwa für die Internationalisierung von Kursen und Curricula politischen Rückenwind und die geeigneten Rahmenbedingungen.

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