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12.06.2013 pte

Schreibschrift kämpft gegen Digitalisierung an

Die Schreibschrift kämpft zunehmend mit ihrer gesellschaftlichen Stellung. Während sie in der Vergangenheit noch als unverzichtbarer Teil des Schulbetriebs angesehen wurde und handschriftliche Aufzeichnungen zum Alltag gehörten, setzen heute immer mehr Pädagogen und Experten ein Fragzeichen vor die Schrift mit den Schnörkeln.

Die zunehmende Digitalisierung des täglichen Lebens rückt die "Computerschrift" immer stärker in den Mittelpunkt.

Die zunehmende Digitalisierung des täglichen Lebens rückt die "Computerschrift" immer stärker in den Mittelpunkt.

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Die einen sehen in ihrer Aneignung eine wichtige kulturelle Kompetenz, die anderen nehmen sie als unnötige Belastung für die Schüler wahr. Als alternative Option für die Schreibschrift sehen einige die sogenannte Grundschrift an, bestehend aus unverbundenen Druckbuchstaben. In Hamburg können Grundschulen seit dem Schuljahr 2011/12 autonom entscheiden, ob sie Schreibschrift oder nur noch eine Druckschrift unterrichten. In anderen Bundesländern wird dieses Modell an einzelnen Schulen getestet. Allen voran der deutsche Grundschulverband fordert die flächendeckende Abschaffung der Schreibschrift.

In Österreich hingegen sieht man keinen Bedarf, der Schreibschrift den Rücken zu kehren. "Es ist an keine Änderung der bestehenden Vorgaben gedacht, da sich diese bewährt haben", heißt es von Josef Galley, Pressesprecher für den Bereich Bildung im zuständigen Ministerium, gegenüber der Nachrichtenagentur pressetext.

Die zunehmende Digitalisierung des täglichen Lebens rückt die "Computerschrift" immer stärker in den Mittelpunkt. Smartphones, Tablets und Notebooks sind mittlerweile zu einem wesentlichen Bestandteil der Kommunikation geworden. SMS, E-Mails und Chat-Nachrichten werden ausschließlich mittels Tastatur oder Touchscreen verfasst. Vor allem jüngere Menschen kommen mit der Schreibschrift immer seltener in Kontakt.

Gleichzeitig gebe es jedoch "definitiv eine Verknüpfung zwischen der Schreibschrift und der Entwicklung des Gehirns", wie Suzanne Asherson, Therapeutin und Mitglied der Organisation Handwriting without Tears feststellt. Die Schreibschrift stimuliere Synapsen im Gehirn und synchronisiere die rechte und linke Gehirnhälfte. Fest steht wohl eines: Der kulturelle Kampf um das Gut Schreibschrift wird weitergehen und gewiss das ein oder andere Gemüt erhitzen. (pte)

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