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10.05.2012 :: Printausgabe 10/2012 :: Michaela Holy

"Leistung ist wichtiger als Anwesenheit"

Höchstmögliche Flexibilität – nicht nur bei der Mitarbeiterführung – ist die Kernkompetenz von SQS Österreich. Trotz flacher ­Hierarchien sind die Karrieremöglichkeiten vielfältig, auch werden ständig neue Mitarbeiter gesucht. Letztes Jahr hat sich die Mitarbeiterzahl bei SQS Österreich verdreifacht. Geschäftsführerin Sylvia Resetarits erklärt im COMPUTERWELT-Gespräch, wie Spitzenzeiten abgedeckt werden können und warum Flexibilität im Beratungsgeschäft so wichtig ist.

© SQS

Wann haben Sie die Geschäftsführung von SQS übernommen?

Sylvia Resetarits Anfang 2012 haben Johannes Kreiner und ich die Geschäftsführung von SQS Österreich übernommen. Die SQS deckt  auch in Österreich die Geschäftsfelder Projektmanagement, Requirements Engineering bis hin zum Softwaretesten und zur Software Qualitätssicherung alle relevanten Bereiche ab. Dieses Portfolio wurde durch die Bestellung von zwei Geschäftsführern nochmals bestärkt.

Wie teilen Sie sich die Themen auf?

Was unser Produkt- bzw. Themenport­folio betrifft, decke ich eher den Bereich Projektmanagement und Requirements Engineering ab, Johannes Kreiner eher den Bereich Softwaretesting. Wir versuchen aber, uns gegenseitig vertreten zu können, damit man gegenseitig nicht so abhängig ist von Anwesenheiten und einer mal in Ruhe auf Urlaub gehen kann.

Wie sieht die Firmenstruktur aus? 

Wir sind weltweit in zwei Regionen unterteilt. Innerhalb dieser Regionen finden sich bereits die Länderverantwortlichen. Zusätzlich bündeln wir unsere Spezialisten für die einzelnen Services, um den Know-how-Austausch zu unterstützen. Wir haben generell sehr flache Hierarchien – auch in Österreich.

Die Aufstiegschancen sind nicht hoch?

Das stimmt. Das ist in der Beratung generell ein Thema, dass es weniger Hierarchien gibt. Karrieremöglichkeiten, die SQS bietet, sehe ich vor allem in fachlichen Themen und auf die Größe sowie den Inhalt der Kundenprojekte bezogen. 

2010 hat sich die Mitarbeiterzahl von SQS Österreich verdreifacht. Wie kam es dazu?

Der Markt im Bereich Managed Service wächst stetig. Das Bedürfnis der Kunden, ganze Services an Partnerunternehmen auszulagern, steigt. 2010/11 konnten wir sehr erfolgreich Kunden gewinnen und langfristige Partnerschaften etablieren.

War es schwierig so viele Mitarbeiter zu finden?

Ja. Es ist eine enorme Erhöhung und es ist schwierig, die richtigen Mitarbeiter zu finden. Die Herausforderung im Recruiting ist neben den fachlichen Anforderungen auch die Integration der Mitarbeiter, das Teambuilding, damit sich keine Parallelkulturen entwickeln. Aber wir haben regelmäßige Meetings, um ihnen die Gelegenheit zu geben, sich kennenzulernen und auszutauschen. Wir sind auch in einer speziellen Situation, weil wir uns durch die Kundenprojekte nicht täglich sehen. 

Welche Ausbildung wird benötigt, um bei SQS zu arbeiten?

Im Bereich Management Consulting / Requirements Engineering und im Senior-Testbereich sind es Hochschulabsolventen, in den anderen Bereichen sind es vorwiegend Mitarbeiter mit technischem Background, der aber auch mit Maturaabschluss sein kann. Wir bilden die Leute dann intern aus. Gerade im Softwaretest-Bereich wird jeder Mitarbeiter, wenn er zu uns kommt, auf die SQS-Standards ausgebildet. Denn die Anforderungen die wir stellen gibt es teilweise am Markt gar nicht.

Wieso gibt es diese Ausbildungen nicht?

Wir sind ein großes Unternehmen, da werden spezifische Kompetenzen gefordert. Für uns ist es auch wichtig dass die zukünftigen Mitarbeiter das Kundenauftreten mitbringen, das kann ich nicht ausbilden. Da bilde ich lieber fachlich intern aus, spezifisch auf die Dinge die wir benötigen, und kaufe mir die Beraterpersönlichkeit mit ein, damit der neue Mitarbeiter beim Kunden bestehen kann. 

Wie ist das Geschlechterverhältnis bei SQS Österreich?

Wir haben in Österreich einen Frauenanteil von etwa 20 Prozent. Im Management Consulting ist dieser etwas höher. Generell geht es darum, ob die Bewerber die erforderlichen Qualifikationen mitbringen; die Geschlechterfrage steht bei uns nicht im Vordergrund. Das bedeutet: relevant sind Beraterpersönlichkeit, Engagement und fachlicher Background. In der Geschäftsführung in Österreich steht es jetzt 50:50. Im Vorstand haben wir unsere HR-Managerin – auch klassisch. Und sonst ist es schon sehr dünn.  

Haben Sie Programme, um mehr Frauen in die Technik zu bringen?

Wir sind gerade dabei. Aber da gilt es auch innerhalb der SQS noch Überzeugungsarbeit zu leisten. Ich glaube mit dem Schritt, dass ich gemeinsam mit Herrn Kreiner in der Geschäftsführung bin, ist es auch ein Thema geworden. Der HR-Managerin ist das auch ein Anliegen, insbesondere weil wir immer noch und weiterhin qualifizierte Mitarbeiter suchen. Das ist auch ein Thema, wo man sich als Arbeitgeber interessant machen kann. 

Sie haben eine schwangere Mitarbeiterin, die nicht weiß, wann sie aus der Karenz zurückkommt. Wie gehen Sie damit um?

Natürlich ist das schwierig mit der Planung von Kundenprojekten. Aber wir wollen den Mitarbeiter, wenn er wieder einsteigen will, unbedingt in Projekten haben. Da werden wir das auch so planen dass es funktioniert. Es muss eine Kernkompetenz von uns sein, flexibel in der Planung zu sein. Es kann morgen ein Kundenprojekt hereinkommen und ich habe alle Mitarbeiter in Projekten – da muss ich auch schauen, wie ich es beliefern kann. Diese Dinge können wir gut. Wenn man sich bemüht, wenn alle wollen, die beteiligt sind, dann funktioniert das. Da hat die Beraterbranche auch den Vorteil, dass die Leistung immer wichtiger war als Anwesenheit. Wir sind ein klassisches Land wo Anwesenheit zählt, dem hat sich die Beraterbranche sehr früh entzogen. 

Wie decken Sie Spitzenzeiten ab, wenn alle Mitarbeiter in Projekten sind? 

Wenn wir sie aus Österreich nicht kriegen, dann kommen sie aus der Gruppe. Wenn ich morgen aber wirklich niemanden verfügbar habe, rede ich mit dem Kunden, ob wir übermorgen starten können. 

Sie beschäftigen keine Leih- oder Zeitarbeiter?

In Ausnahmefällen haben wir freiberufliche Mitarbeiter die für uns arbeiten, aber das passiert sehr selten. Wenn es gar nicht anders geht oder wenn wir spezifisches Know-how als Unterstützung brauchen.

Das Gespräch führte Michaela Holy.

Sylvia Resetarits:

Gemeinsam mit Johannes Kreiner bildet Sylvia Resetarits das neue Geschäftsführungsduo bei SQS in Österreich. Sie ist seit 2000 im Unternehmen und hat sich als Mitglied der Geschäftsleitung auf den Bereich Managementberatung fokussiert. Resetarits verfügt über Erfahrung im Bereich Projekt- und Anforderungsmanagement, als Projektleiterin hat sie zahlreiche Projekte erfolgreich umgesetzt. Sie ist in den Bereichen Projekt- und Programmanagement, Prozessmanagement und Qualitätssicherung vor allem im Versicherungswesen eine der führenden heimischen Expertinnen.

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