"Der österreichische Markt ist leer gefegt" "Der österreichische Markt ist leer gefegt" - Computerwelt

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21.06.2012 :: Printausgabe 13/2012 :: Michaela Holy +Premium Content

"Der österreichische Markt ist leer gefegt"

Unternehmen müssen ihre Fachkräfte heute vermehrt selbst ausbilden. Das Enterprise Training Center (ETC) hat sich auf Microsoft-Seminare spezialisiert und ist auf Trainings für neue Produkte wie Windows 8 oder Windows Server 2012 vorbereitet.

© ETC





Michael Swoboda spricht als ETC-Geschäftsführer über den Trend, eigene Mitarbeiter weiter auszubilden und über die unmittelbare Zukunft des Trainingsanbieters, der gerade ein Tochterunternehmen gegründet hat, das sich auf Anwendertrainings spezialisiert.

Sie haben bei Ihrer Prognose für 2012 ein Umsatzwachstum bei IT-Infrastruktur und Systemmanagement prognostiziert. Ist das eingetroffen?

Michael Swoboda Wir werden sowohl bei Umsatz als auch bei Ergebnis im zweistelligen Prozentbereich wachsen. Normalerweise wird, wenn mehr ausgebildet wird, auch mehr in Infrastruktur investiert. Auch die Zahlen von Microsoft zeigen, dass die Umsätze im Server-Business steigen, und jetzt kommen die neuen Produkte Windows 8 und Windows Server 2012.

Wie bereitet sich ETC auf neue Microsoft-Produkte vor?

Wir haben im Oktober angefangen unsere Kunden zu informieren und haben bis heute schon über 500 Personen im Bereich Windows 8 und Windows Server 2012 ausgebildet. Um das so zeitig anbieten zu können, stehen wir unseren Trainern zur Seite, damit sie sich darauf zeitgerecht und intensiv vorbereiten können.

Welche Voraussetzungen müssen Ihre Trainer erfüllen?

Wir haben einen gut funktionierenden Trainerstamm und diese Leute sind nicht nur Trainer, sondern arbeiten auch in der realen Projektwelt. Die Grundqualifikation ist, dass sie technische Expertise haben, dafür müssen sie Microsoft-Zertifizierungen auf einem hohen Level halten. Außerdem bringen Trainer Referenzen mit – ich sehe mir auch gerne frühere Seminarbeurteilungen an. Anhand dessen kann ich einen Qualitätsfaktor eruieren. Wenn diese Grundüberprüfung passt, setzen wir bei ausgewählten Partnern neue Trainer ein, um Bewertungen zu erhalten. 

Fehlen in Bereichen, die als Trainings gern nachgefragt werden, auch vermehrt Fachkräfte?

Ja. Der österreichische Markt ist, wenn es um qualifiziertes Fachpersonal geht, relativ leer gefegt. Wir haben einen Feldversuch gemacht, wo wir gezielt Fachpersonal gesucht haben. Die frei verfügbaren oder wechselwilligen Fachkräfte, die eine gewisse Ebene erreicht haben, sind minimal. Wir bemerken es auch bei Kunden, die Headhunter beschäftigen und Fachkräfte abwerben wollen, aber trotzdem keine brauchbaren finden. 

Trainings werden also immer wichtiger?

Ja, man merkt schon, dass viele Kunden lieber die interne Mannschaft weiterbilden oder jemanden für höherwertige Aufgaben qualifizieren, der momentan beispielsweise im Helpdesk sitzt. Hier würde wieder das Problem der Abwerbung durch Headhunter mitspielen. Sobald ich in einen Mitarbeiter investiere und seinen Wert steigere, könnte er schauen, wie es woanders aussieht. Wenn die Bezahlung aber das Einzige ist, was einen Mitarbeiter dazu veranlasst, beim Unternehmen zu bleiben, hat es grundsätzlich ein Problem. Ich merke, dass unsere Kunden eine hohe Mitarbeitertreue haben. Wir haben viele »Wiederholungstäter«, Teilnehmer, die schon bei der vorigen Server-Version bei dem Kunden gearbeitet haben und vom selben Kunden wieder kommen. 

Wie sieht die Marktsituation für IT-Trainings in Österreich aus? 

Der ganzheitliche IT-Trainingsmarkt ist schwer zu definieren. Das ist ein Kraut-und-Rüben-Markt, in dem es vom EPU, das beschließt IT-Trainingsanbieter zu werden, bis hin zu den großen Institutionen wie Wifi alles gibt. Wenn man sich die spezialisierteren Märkte ansieht – Microsoft hat einen eigenen Channel für dieses Geschäftsmodell, die Microsoft Learning Partner – da ist es überschaubarer. Das was noch immer unüberschaubar ist, ist der Graumarkt. Also alle die behaupten, dass sie hochwertiges Microsoft-Technologietrainings anbieten, ohne sich der Qualifizierung durch Microsoft zu stellen. 

Ist das eine direkte Konkurrenz?

Erfreulicherweise tendieren Unternehmen in den letzten fünf Jahren vorrangig dazu, auf einen zertifizierten Partner zu vertrauen. Eine Tatsache können die Zertifizierten nicht wegargumentieren: Jene, die nur auf die Zahlen schauen und keine Umgebungskosten einkalkulieren, werden immer in Richtung Graumarkt tendieren. Aber das kann teurer kommen als gedacht: Die Zeit bekommt man nicht zurück, man spart vielleicht etwas, aber der Mitarbeiter fehlt eine Woche und hat danach immer noch nicht das Wissen, das er braucht.

Was unterscheidet ETC von anderen Anbietern?

Fangen wir mit dem Abgedroschenen an: Qualität. ETC ist der einzige Anbieter, der als Gesamtunternehmen ISO 9001 zertifiziert ist. Was aber viel spannender und auch leichter messbar ist: ETC hat vor acht Jahren einen markanten Schritt gesetzt. Wir haben damals fast die Hälfte unseres Portfolios an Ausbildungen über Bord geworfen, weil wir beschlossen haben, uns zu 100 Prozent auf Microsoft zu fokussieren. Damit haben wir bis heute ein Alleinstellungsmerkmal. Zeitgleich haben wir auch ein eigenes Prinzip für Microsoft-Trainings entwickelt. Das läuft bei uns unter dem Begriff »smart«. MOC-Unterlagen, (Microsoft official Curriculum, Anm.) muss jeder zertifizierte Learning-Partner verwenden, die sind aber nur teilweise gut. Für jedes Mini-Thema gab es eigene Unterlagen mit vielen Überschneidungen. Wir haben schließlich mit unseren Trainern, drei größeren Kunden und Microsoft die Kurse zerlegt und neu zusammen gebaut. Alles, was wir uns dadurch an Zeit sparen, investieren wir in mehr Praxiszeit. Ein ETC-Smart-Training besteht zumindest aus drei Viertel realen Projekten, an denen man im Seminar arbeitet.

Wo sehen Sie ETC in Zukunft?

Wir haben ein Tochterunternehmen gegründet, die ETC Office Academy, und damit alles, was Anwendertrainings betrifft, in dieses neue Unternehmen eingebracht. Die steigende Anzahl der Nachfragen und die Expertise, die wir in diesem Themengebiet haben, hat uns dazu veranlasst. Wir sind am 1. Juni gestartet und haben mit dem Geschäftsführer Christoph Becker einen Profi aus dem Anwender-Training-Business mit an Bord. Wir bieten neben Vorort-Seminaren auch Trainings mit »fliegenden Klassenzimmern« und zusätzlich auch einen öffentlichen Seminarplan an, was im Office-Bereich nicht selbstverständlich ist. Wir bieten auch sogenannte »Office-FLASH«-Trainings an, also kurze und prägnante Einsteigerseminare, um einen Technologie-Einblick zu bekommen. Die ersten Aufträge sind auch schon da und wir liegen schon jetzt deutlich über Plan.

Das Gespräch führte Michaela Holy.

Michael Swoboda

Michael Swoboda ist Geschäftsführer des ETC Enterprise Training Center und seit 20 Jahren im Trainingsbusiness tätig. Er startete seine Karriere bei Unisys Education Services, war danach als Office-Trainer aktiv und wechselte schließlich in den Bereich Marketing & Sales von Unisys Education Services. 1999 hat Sowoboda gemeinsam mit Richard Melbinger im Rahmen eines Management-Buyouts ETC gegründet.

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