Startup Migration: Wieso verlassen Startups das Land? Startup Migration: Wieso verlassen Startups das Land?  - Computerwelt

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26.07.2012 Kimberley Campbell

Startup Migration: Wieso verlassen Startups das Land?

Im Rahmen der Startup Lounge #3 diskutierten die österreichischen Startups Martin Herdina, CEO Wikitude, Gerald Bäck, CTO archify Roman Mittermayr, CEO Twenty People und Alex Seifert, CEO von Pro 3 Games als auch der Investor Oliver Holle, CEO von SpeedInvest, die Pros und Kontras der österreichischen Startup-Szene.

© Tim Röhrich

Von Wien, Hagenberg und Salzburg nach New York, Kalifornien, London oder  Berlin – Hauptsache raus aus Österreich? Ganz so einfach ist es nicht, wissen Österreichs Gründer ihre Heimat doch zu schätzen, Beweggründe gibt es trotzdem viele.

So zog der Österreicher Gerald Bäck, CTO von archivfy, mit seinem Team von Wien nach Berlin und betont: “Die Entscheidung war nicht von jetzt auf gleich getroffen doch nach einer gründlichen Evaluation der Aussicht in Österreich, war klar, dass wir Wien verlassen. Letztlich standen Berlin und London, wo deren Investor sitzt zur Auswahl, doch die Entscheidung fiel auf Berlin, da dort der eigentliche US-Zielmarkt mehr nach Talenten schaut als in London und noch dazu günstiger ist“.

Auch Roman Mittermayr, CEO von Twenty People hält Wien immer noch für schöner uns lebenswerter als London, warum er sich letztlich auch für das Pendeln entschied. Er betont, dass man auch im Ausland um Wien und dessen Entwicklung in Richtung Startup HUB weiß und ist der Meinung, dass man nicht zwangsläufig aus Wien weg muss. Die Entscheidung ob Berlin oder London traf Mittermayr nach dem Nutzen für sein Unternehmen, und demnach nach der einfach etablierten Fashion-Szene in London. Nach Mittermayr hängt alles davon ab, wo der nächste Schritt passiert beziehungsweise wie der nächste Schritt aussieht, und letztlich müsse man den Standort nach dem Personal entscheiden: „Man benötigt eben die richtigen Leute und die sind in der Regel eher willig in London oder New York zu arbeiten - das ist  reizvoller als Österreich“, meint Mittermayr.

Das „richtige Personal“ für Wikitude sitzt in Salzburg, was auch der Hauptgrund dafür ist, dass Martin Herdina, CEO Wikitude,  zwischen Österreich und Kalifornien pendelt. Er stammt aus Salzburg, streicht den Mangel an Business Angels und VC´s hervor und bezeichnet auch die direkten Flugverbindungen als 'mangelhaft'; dennoch hat seine Firma weiterhin den Hauptsitz in Salzburg, da die Zufriedenheit und das Wohlbefinden des Teams bei ihm im Vordergrund steht. Doch oftmals drängt der Investor danach, dass Startup in dessen Nähe zu verlagern. Diese Erfahrung hat auch Alex Seifert, CEO von Pro 3 Games gemacht. Der in Hamburg sässige Investor  HackFwd hat ihn quasi aufgefordert nach Berlin oder Hamburg zu ziehen. Man muss aus Österreich raus lautet die Devise. Doch Seifert sieht auch die vielen Vorteile in Österreich, wie das sichere Leben inklusive Sozialversicherung, die hierzulande ohnehin viel besser ist als im Gründerparadies USA. Er meint: „Wenn das Team weltweit zusammengesetzt wurde ist es ohnehin schwierig das gemeinsame zu Hause zu schaffen, doch letztlich gehen die sozialen Beziehungen über die Business Kontakte hinaus.“

Oliver Holle, CEO SpeedInvest, mit Firmensitz in Wien und Kalifornien meint: „ Am Ende des Tages ist es das Geld nachdem man sich richten muss, denn Investoren haben ihr Startup gerne um sich und in Österreich gibt es einfach nicht genug Geld“. Holle rät aber auch davon ab, zu früh ins Gründerparadies Silicon Valley zu ziehen: „Den Fehler, den viele Jungunternehmer machen, ist es zu früh ins Valley zu ziehen und die Zeit dort oftmals nur halbherzig zu nutzen. Es ist schwer Funding in den USA zu bekommen, wenn ein Teil der Firma noch in Österreich sitzt, denn Seed Funding ist nun mal ein lokales Business“.

Sicherlich eignet sich Wien durch das gute Networking und das hohe Vertrauen in der noch übersichtlichen, einander bekannten Szene, für frische Jungunternehmer. Zudem gibt es in Wien viel mehr Fördermittel und Subventionen. Die große Lücke ist und bleibt aber das Venture Capital, sofern das hier nicht aufkommt,  kann Österreich seine reiferen Startups nicht halten. Ziel muss es also sein mehr Exit zu schaffen und die günstige geogarfische Lage Wiens, als Tor zum Osten zu nutzen, hier Synergien zu schaffen, also die Wien-Osten-Erfahrung besser zu kommunizieren, die Bürokratie zu vereinfachen und Global Partnering zu etablieren. Wien hat Potential wenn das genutzt wird, lässt sich die Heimat mit dem Erfolg der österreichischen Top-Startups verbinden und letztlich die Unternehmerszene erblühen.

Die nächste Startup Lounge findet am 09.08.12 statt.

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