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19.10.2012 :: Printausgabe 21/2012 :: Michaela Holy/idg +Premium Content

Mitarbeitersuche einmal anders

Vor allem Unternehmen, die IT-Fachkräfte suchen, müssen in Zeiten des War for Talents teils andere, kreative Wege gehen, um keine Mitarbeiter-Engpässe zu erleben. Informatiker als Lehrer oder eine Schnitzeljagd als Recruiting-Methode sind nicht ungewöhnlich.






Um junge Menschen für einen technischen Beruf zu begeistern, muss bereits früh – bei der Schulbildung – begonnen werden. Vor allem auch positive Rollenmodelle – Vorbilder – können das Interesse an Technik wecken. Microsoft hat deshalb nun ein Programm entwickelt, in dem 110 Informatiker aus verschiedenen Hightech-Unternehmen in Gymnasien geschickt werden, um Schüler zwei Doppelstunden pro Woche in Informatik zu unterrichten und sie gleichzeitig von einer Karriere in dieser Branche zu begeistern. So soll sowohl der Fachkräftemangel –zumindest teilweise – gedeckt und das Interesse der Schüler geweckt, als auch das Image von Technik-Mitarbeitern verbessert werden.

Viele Technologie-Unternehmen beschweren sich nämlich seit Jahren über die fehlende technische Begabung ihrer Angestellten. Laut Informationen von Brad Smith, Microsofts Generalanwalt, gibt es unzählige Berufe und Stellen, die nur schwer besetzt werden können, weil es nahezu unmöglich sei, jemanden zu finden, der den nötigen Anforderungen gerecht wird. Aus diesem Grund wurde sogar versucht, die Richtlinien für die Einwanderung ausländischer Techniker zu entschärfen. Darüber hinaus ist man bestrebt, Schüler durch Wettbewerbe zu animieren, sich mit diesem Industriezweig vertraut zu machen.

Einer Analyse der Association for Computing Machinery zufolge werden bis Ende 2020 voraussichtlich 150.000 neue Arbeitsplätze in der IKT-Branche entstehen. Um diesen Bedarf wirklich decken zu können, ist es notwendig, Kinder und Jugendliche ganz besonders in diesem Bereich zu fördern und ihre Leistungen in Informatik zu verbessern. Um dieses Ziel zu erreichen, sind die Techniker bemüht, die von den Jugendlichen alltäglich angewandte Technologie wie zum Beispiel das Mobiltelefon in den Unterricht mit einfließen zu lassen. Praktisch angewandte Informatik soll so besser Wissen vermitteln als trockene Theorie.

Der Nachteil hierbei ist allerdings, dass die meisten freiwilligen Techniker keine Erfahrung im Lehren haben. Darum ist es notwendig, dass ein Lehrer während der Unterrichtsstunde anwesend ist, um Herausforderungen wie aufsässige Schüler und Auseinandersetzungen mit Lehrer-Kollegen zu meistern. Auf der anderen Seite soll der technische Microsoft-Mitarbeiter dem jeweiligen Lehrer zeigen, wie er eine spannende Informatikstunde abhalten kann.

Der deutsche IT-Dienstleister 1&1 wiederum versucht mit einer virtuellen Schnitzeljagd, Programmierer einzustellen, denn Softwareentwickler wollen vor allem mit einer herausfordernden Aufgabe konfrontiert werden. 1&1 kreierte deshalb für die Suche nach Programmierern eine eigene App, die einen Online-Wissenstest mit einer realen Schnitzeljagd kombiniert.

DAS SPIEL WIRD ZUM JOB
Interessenten können sich die kostenlose Code-Sharing-App herunterladen. Ziel des Codecaching ist es, sechs QR-Codes zu finden, die an bestimmten Orten hinterlegt sind. Zuerst gilt es aber, IT-Fragen richtig zu beantworten. Nach jeder korrekten Antwort öffnet sich auf dem Smartphone eine Karte, die den Weg zum QR-Code weist – sei es in ein Kino oder ein Lokal. Dort angekommen scannt der Teilnehmer den QR-Code schließlich ein und erhält eine Belohnung wie einen Kinogutschein oder eine Pizza.

Zu beantworten sind Fragen aus den IT-Themenfeldern Java, PHP oder System­administration. Ausgedacht haben sich die Fragen die Programmierer des Unternehmens, so dass auch ihr Praxisbezug garantiert ist. Wer schließlich mindestens drei der sechs Fragen richtig beantwortet, kann an der Code-Caching-Nacht teilnehmen. Die Bewerber sollen sich dabei einen ersten Eindruck von diesem Arbeitgeber verschaffen können. Schließlich sucht das Unternehmen allein in diesem Jahr noch 150 zusätzliche Mitarbeiter. (mi/idg)

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