"Ziel ist die komplette Marktführerschaft" "Ziel ist die komplette Marktführerschaft" - Computerwelt

Computerwelt: Aktuelle IT-News Österreich


24.01.2013 :: Printausgabe 01-02/2013 :: Michaela Holy

"Ziel ist die komplette Marktführerschaft"

Dorette Dülsner will als Geschäftsführerin das Profil von Stepstone in Österreich schärfen. Wie sie das umsetzt und warum ihr der persönliche IT-Hintergrund dabei hilft, erklärt die Geschäftsführerin im Interview.

Dorette Dülsner, Stepstone

Dorette Dülsner, Stepstone

© Stepstone

Sie haben vor einem halben Jahr die Geschäftsführung von Stepstone Österreich übernommen. Welche Ziele hatten Sie?
Dorette Dülsner Das wichtigste, was wir in der Zeit geschafft haben, ist das Profil von Stepstone am österreichischen Markt zu schärfen.

Wie sieht das Profil aus?
Stepstone steht am österreichischen Markt für drei Kandidatenmärkte. Zum einen über stepstone.at als Jobbörse für ausgebildete Fach- und Führungskräfte in Österreich. Der zweite große Markt ist jener mit der Plattform unijobs.at für Teilzeitnebenjobs, Studentenjobs und Praktika, und der dritte große Kandidatenmarkt ist über the Network, einem internationalen Jobbörsennetzwerk. Dieses deckt derzeit 131 Länder mit 51 Jobbörsen weltweit ab und adressiert 85 Prozent der erwerbstätigen Bevölkerung.

Wie kam Step­stone zu the Network?
Stepstone hat sich vor Jahren überlegt, wie man Unternehmen, die global aufgestellt sind und demzufolge auch global Personal suchen, aus einer Hand unterstützen kann. Wir wollten nicht expandieren um Niederlassungen in vielen Ländern zu gründen, sondern eine Kooperation mit Partnern im globalen Maßstab. Da hat eine Organisation darauf gesetzt: The Network. Sie ist gemeinschaftlich organisiert und koordiniert 131 Länder. Es werden ständig neue Partner gewonnen um Unternehmen, die global suchen, mit Stepstone als einem Ansprechpartner aus einem Land bedienen zu können. Wir haben in Österreich einige Unternehmen, die zum Beispiel verstärkt in Spanien suchen. Wir können den Unternehmen anbieten dass sie einen Ansprechpartner und ein einheitliches Pricing-Modell haben, das global gilt. Wir übernehmen die gesamte Koordination mit dem jeweiligen Jobbörsenpartner.

Warum mussten sie das Profil von Stepstone schärfen?
Aus eigener Sicht habe ich es positiv erlebt, einfach weil mir die Marke gefällt. Aber ansonsten ist es eher verhalten. Daher war es notwenig, an der Profilierung zu arbeiten. Wir sind in neun Ländern vertreten, haben aber gleichwohl das Ziel, uns in jedem Land am Markt mit einem eigenen Profil zu positionieren.

Was hat es mit Stepstone Plus auf sich?
Stepstone Plus ist ein neues, interaktives Anzeigenformat. Umfragen unter qualifizierten Fach- und Führungskräften haben uns als Feedback gezeigt, dass ihnen eine reine Positionsbeschreibung zu wenig ist und in der Wahrnehmung auch zu wenig von anderen unterscheidet. Für die Kandidaten kommt das Unternehmen im Sinne eines Employer Brandings, einer Arbeitgebermarke gar nicht so recht zum Tragen, sie würden sich auch mehr Interaktionsmöglichkeiten wünschen und gern auch die Frage beantwortet bekommen: ‚What’s in for me?‘ Stepstone Plus ist also eine Anzeigenform, die genau auf dieses Feedback eingeht. Da ist zum einen die klassische Stellenanzeige drin und bietet weitere Möglichkeiten, zusätzliche Informationen wie Karrieremöglichkeiten, Benefits, ein Unternehmensvideo, einzubinden. Technisch kann man sich das fast wie Microsites vorstellen. Man kann sagen, es ist die derzeit am Markt verfügbare stärkste Verbindung der Stellenanzeige mit der Arbeitgebermarke. Da sind wir die Ersten und Einzigen.

Warum ist Employer Branding so wichtig?
Ich bin ein bisschen vorsichtig mit dem Wort Fachkräftemangel, aber in der IT-Branche gibt es auf jeden Fall einen War for Talents. Kandidaten mit gefragten Qualifikationen haben heute einfach viele Möglichkeiten Jobs zu finden, und da muss sich ein Arbeitgeber mehr Gedanken machen wie er solche Kandidaten auf sich aufmerksam macht. Deswegen ist das Thema Employer Branding enorm wichtig – und zwar nicht als Lippenbekenntnis, sondern als gelebte Realität. KMU im IT-Bereich konkurrieren mit den Großen, und gerade für KMU ist es deshalb noch wichtiger, ihre Vorteile herauszustellen. Warum sollte sich ein Kandidat für einen mittelständischen Partner entscheiden, wo er vielleicht die Möglichkeit hat bei einem großen Unternehmen zu arbeiten? Das muss hervorgehen.
 
Sie waren vorher eher vorsichtig mit dem Begriff Fachkräftemangel. Wieso?
Ich denke es ist für bestimmte Jobs und Tätigkeiten schwierig, diese in bestimmten Ländern und Regionen mit den passenden Leuten zu besetzen. Die rekrutierenden Unternehmen müssen hinterfragen, wo sie suchen. Beschränken sie sich regional oder auf einen Markt der ohnehin ausgetrocknet ist, oder beschreiten sie auch neue Wege? Als österreichisches IT-Unternehmen gibt es die Möglichkeit in den benachbarten osteuropäischen Ländern zu suchen – da gibt es viele qualifizierte Leute. Und auch die Mobilität der Kandidaten ist sozusagen mangelhaft. Es sind also beidseitig Probleme da.

Was sind Ihre nächsten Ziele?
Mein Anspruch für Stepstone in Österreich ist dass wir uns in allen Kennzahlen zum Marktführer entwickeln. Wir sind heute je nach Leistungskennzahl, die man sich ansieht, einmal Marktführer, mal Zweiter, mal Dritter. Mein Ziel ist, dass wir uns komplett zum Marktführer entwickeln. Das kann man aber nicht wirklich als nächsten Schritt bezeichnen, es ist ein Prozess.

Wie kommen Sie dorthin?
Der unmittelbar nächste Schritt ist dass wir uns mit Stepstone Plus im österreichischen Markt als Innovationsführer positionieren. Wir haben Stepstone Plus zu Beginn auch gleich für die eigene Personalsuche verwendet und die ersten Pilotkunden mit diesem Thema angesprochen. Der nächste unmittelbare Schritt ist also als Innovationsführer mit diesem Produkt auf den Markt zu kommen, die ersten Kunden zu gewinnen und selbst vorzuleben, zu nutzen und Erfahrungen für uns selbst zu sammeln. Ich erwarte mir von Stepstone Plus, dass ich attraktivere Kandidaten noch schneller bekomme.

Sie selbst waren vorher lange in der IT-Branche tätig. Warum der Wechsel in die HR-Branche?
Die Frage ist vor allem, wie bin ich dahin gekommen! Das ist eine ganz unspektakuläre Geschichte, ich hatte einen Jobagent bei Stepstone eingestellt, weil ich einen nächsten Karriereschritt überlegt habe. Ich wollte gerne Geschäftsführung übernehmen und hatte zwei Suchbegriffe eingegeben: Geschäftsführer und Wien. Und dieser Jobagent lieferte daraufhin einen Treffer von Stepstone selbst. Das passte zu 99,9 Prozent, das 0,1 Prozent was nicht gepasst hat, waren Erfahrungen im HR-Bereich. Da dachte ich das kompensiere ich und habe mich beworben, und nach vier Auswahlrunden war ich Geschäftsführerin von Stepstone Österreich.

Erleichtert Ihr IT-Hintergrund Ihre Arbeit?
Ich glaube der IT-Hintergrund erleichtert das Verständnis, wie eine Internetjobbörse funktioniert, ungemein. Es ist nicht so schwer sich einzuarbeiten. Außerdem verstehe ich die Branche sehr gut. Die IT-Branche ist gebeutelt von Themen wie War for Talents, große Hersteller versus einer hochdiversen Partnerlandschaft, die aber auch große Stärken hat. Es ist einfach authentisch wenn man aus eigenem Erleben mit einem Kunden spricht.

Das Gespräch führte Michaela Holy.


Dorette Dülsner:
Dorette Dülsner hat Anfang Juli die Funktion der Geschäftsführerin bei Stepstone Österreich übernommen. Zuvor hat sie bei Microsoft Österreich die Bereiche Microsoft Business Solutions und CEE Emerging Markets geleitet bzw. bei SAP eine führende Position im Bereich Industry Sales in Österreich und Russland inne gehabt. Ihre ersten Karrieresteps machte sie bei der Deutschen Bahn und wechselte danach ins Management von Systemhaus TLC in Wiesbaden und Wien. Sie studierte Betriebswirtschaftslehre, Logistik und Business Process Management Public Sector.

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