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17.12.2013 Fabian Vogt*

Steve Ballmer bereut Windows Vista

13 Jahre war Steve Ballmer Microsoft-CEO, 33 Jahre im Unternehmen aktiv. Spätestens im nächsten Sommer tritt der erste Microsoft-Manager überhaupt ab. Wer so lange die Geschicke eines der wichtigsten Akteure in einer sich sehr schnell verändernden Branche prägt, macht zwangsläufig auch mal Fehler. Derart offen wie Steve Ballmer im Interview mit der Microsoft-Journalistin Mary Jo Foley redet aber kaum jemand darüber.

Steve Ballmer

Steve Ballmer

© Microsoft

"Was ich am meisten bedauere – nicht nur in meiner Zeit als CEO, sondern in meiner gesamten Zeit bei Microsoft – ist Windows Vista", sagte Ballmer in dem Interview. "Das war der größte Fehler, den ich gemacht habe." Nicht nur, weil es ein schlechtes Produkt war, sondern auch, weil es fünf oder sechs Jahre dauerte, bis es verkauft werden konnte. "Danach mussten wir es sofort reparieren. Das Resultat daraus war Windows 7." Dass Vista sein großer Fehler war, sagte Ballmer bereits im Sommer, nun begründete er die damaligen Worte.

Weil die Entwicklung von Vista derart viel Zeit in Anspruch genommen habe, konnte sich Microsoft nicht auf andere Bereiche konzentrieren. "Wir machten während acht Jahren keine Fortschritte, weil unsere besten Leute an Vista arbeiten mussten. Dabei hätten die in dieser Zeit andere Dingen – beispielsweise Telefone - entwickeln können." Ballmer sagte, für diese Situation die volle Verantwortung zu übernehmen.

Ballmer sagte weiter, dass es sich bei Vista nicht nur um einen Führungsfehler, sondern auch einen "strategisch technischen" Fehler gehandelt habe. "In dieser Industrie ist es wichtig, die großen Dinge richtig zu machen und sich auf diese zu konzentrieren." Und nicht, ständig die Strategie zu ändern. Wie man es richtig machen sollte, zeigen Apple und Google, findet Ballmer. Erstere hätten ganz auf die Touch-Bedienung und stromsparende Geräte gesetzt, letztere alle Energie in die Suche investiert. Beides habe sich ausgezahlt.

Nebst Vista bereut Ballmer noch ein weiteres Microsoft-Produkt besonders: die Xbox. Diese sieht er zwar nicht als schlechtes Produkt an, es dauerte ihm aber viel zu lange, daraus Profit zu machen. Die erste Xbox kam 2001 auf den Markt und wurde vier Jahre später durch die Xbox 360 abgelöst. Bis 2010 machte Microsoft laut Schätzungen mit jeder verkauften Xbox Verlust. Die Zukunft der Spielekonsole sieht er positiver: "Wir hätten die Xbox etwas günstiger bauen können, ja. Aber wir haben trotz den Verlusten an da Produkt geglaubt und es immer weiter entwickelt bis hin zur Xbox One. Darüber bin ich froh."

* Fabian Vogt ist Redakteur der Schweizer PCtipp.

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