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Der IT-Dirigent

Maximilian Sbardellati, Leiter Zentraler Informatikdienst der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, hat einer altehrwürdigen Institution IT-Leben eingehaucht.

Maximilian Sbardellati

Maximilian Sbardellati, Leiter Zentraler Informatikdienst der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien

© Wolfgang Franz

Ich freue mich, dass Sie hier sind. Aber eines sage ich Ihnen gleich: Computer kommt mir keiner ins Zimmer." So wurde Maximilian Sbardellati, Leiter Zentraler Informatikdienst (ZID) der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (mdw), von einigen Lehrkörpern begrüßt, als er seinen Job in der altehrwürdigen Institution antrat. Das war 1994, als hier ein paar Mac Classics als besserer Schreibmaschinenersatz herumstanden und einfache Verwaltungsprogramme das Höchste der Gefühle waren. Kein Grund, das Handtuch zu werfen: "Ich fand es als sehr spannende Herausforderung, in einer künstlerisch-wissenschaftlichen Bildungseinrichtung den Aufbau der IKT wesentlich mitgestalten zu können", so Sbardellati. 21 Jahre später: Aus dem ehemals Zwei-Mann-Team wurde eine 22 Köpfe starke IT-Abteilung. Und die mdw ist heute eine der weltweit größten und renommiertesten Universitäten in den Bereichen Musik, Theater und Film, wobei die IT eine wesentliche Rolle spielt. Sbardellati hat die EDV-Geschichte des Hauses quasi als Dirigent von der Ouvertüre bis zum heutigen Tag begleitet. Die Laufbahn des gebürtigen Kärntners begann an der HTL für Elektrotechnik in Pinkafeld. Nach dem Studium der Informatik an der TU Wien war er während des Doktoratsstudiums Universitätsassistent am Institut für Programmiersprachen und Compilerbau. Nach einem Intermezzo als selbstständiger Programmierer bewarb er sich erfolgreich an der damals noch unter der Bezeichnung Hochschule für Musik und Darstellende Kunst laufenden Institution, deren künstlerische Anfänge ins Jahr 1817 zurückreichen.

SCHRITT FÜR SCHRITT

Die lange Reise in Sachen IT begann mit der Verkabelung der Hauptstandorte. Mitte der 1990er-Jahre kam ein Novell-Server für E-Mail- und File-Services dazu: "Dafür haben wir in der Lothringerstraße ein Besenkammerl bekommen", schildert Sbardellati die ersten zaghaften Schritte in Richtung digitales Zeitalter.

1997 brachte eine wichtige Zäsur: Die Bibliothek der mdw ist dem österreichischen Bibliothekenverbund beigetreten. Man begann, den gesamten Bestand, immerhin rund 250.000 Informationsträger, nach einheitlichen Kriterien elektronisch zu erfassen. 2012 wurde das Monsterprojekt abgeschlossen, womit es möglich ist, die gesamte Bibliothek nach Metadaten zu durchsuchen.

Mit dem Umzug an den heutigen Hauptstandort am Anton-von-Webern-Platz im Jahre 1999 konnte das IT-Team den ersten Serverraum in Betrieb nehmen, "der diesen Namen auch verdient. Mittlerweile stehen uns zwei Serverräume zur Verfügung, die uns eine hochverfügbare, redundante und damit ausfallssicherere IKT-Infrastruktur ermöglichen." Mit der Planung des neuen Hauptstandortes übernahm der ZID auch die Verantwortung für die Telefonie.

2004 wurden alle zwölf Standorte der mdw – vom Hauptstandort im dritten Wiener Gemeindebezirk bis zum Max Reinhardt Seminar und Schlosstheater Schönbrunn – via Glasfaser vernetzt und breitbandig an die weltweite Wissenschafts-Community angeschlossen. "Seit dem steht uns eine Netzwerkinfrastruktur zur Verfügung, die es uns ermöglicht, die zentralen IT-Services an jedem Arbeitsplatz performant zur Verfügung zu stellen, was auch wesentlich wirtschaftlicher ist als klassische IT", so der ZID-Leiter.

Im selben Jahr hat die mdw mit der von der TU Graz entwickelten campusOnline-Lösung ein modernes Web-basiertes Campus Management-System eingeführt, womit unter anderem alle Prozesse im Student-Life-Cycle abgebildet werden können. In nackten Zahlen: Die Uni bietet 105 Studienrichtungen und 68 Universitätslehrgänge in 24 Instituten für über 3.000 Studierende aus mehr als 70 Nationen.

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