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08.10.2009 Rudolf Felser

Mehr Engagement für IKT-Frauen

28 europäische Unternehmen haben sich verpflichtet, einen höheren Frauenanteil im Technologiesektor anzustreben.

Sechs Monate, nachdem von der Europäischen Kommission ein Kodex für eine vorbildliche Frauenförderung in den IKT auf den Weg gebracht wurde, hat sich die Zahl der Unterzeichner von zunächst fünf auf nunmehr 28 erhöht (siehe dazu auch "Hightech-Unternehmen unterschreiben Frauen-Kodex"). Die Unterzeichner wollen junge Frauen zu einem Studium und einer beruflichen Laufbahn in den Bereichen Telekommunikation, Technik und Internet ermutigen. Außerdem hat die Kommission heute den Startschuss für das "European Directory for Women in ICT" ("Europäisches Verzeichnis für Frauen im IKT-Sektor") gegeben. Dabei handelt es sich um ein neues Online-Tool, mit dem ein umfassendes Informationsangebot zu Aktivitäten im Bereich "Frauen und IKT" in der EU, unter anderem auch zu Beschäftigungsmöglichkeiten, bereitgestellt werden soll.

"Ich möchte die IKT-Branche zu ihrem verstärkten Engagement beglückwünschen, insbesondere die 28 Unterzeichner des Verhaltenskodexes. Dieses Engagement zeigt, dass sich der IKT-Sektor in zunehmendem Maße bewusst wird, dass er nur dann von Wirtschaftswachstum und Innovation profitieren und seinerseits dazu beitragen kann, wenn er das Problem des Fachkräftemangels angeht, der bis 2010 eine Größenordnung von 300 000 Personen erreichen dürfte", so die für Informationsgesellschaft und Medien zuständige EU-Kommissarin Viviane Reding. "An der Gesamtzahl der Promotionen in Europa haben Frauen einen Anteil von 45 Prozent, im Bereich der Ingenieurwissenschaften beträgt ihr Anteil jedoch lediglich ein Viertel. In den Leitungsgremien der 116 größten Telekommunikations­unternehmen in Europa sind Frauen gerade einmal mit sieben Prozent der Mitglieder vertreten. Es sind größere Anstrengungen erforderlich, um den Frauenanteil bis 2015 zu verdoppeln und dafür zu sorgen, dass das Potenzial, das Frauen in diesem Sektor einbringen können, voll ausgeschöpft wird. Daher möchte ich die gesamte IKT-Branche aufrufen, den Kodex rasch zu unterzeichnen und umzusetzen."

STARTSCHUSS FIEL IM MÄRZ Der Kodex für eine vorbildliche Frauenförderung in den IKT wurde im März 2009 eingeführt. Ziel ist es, junge Frauen zu einem IKT-Studium und einer beruflichen Laufbahn im IKT-Sektor zu ermutigen. Der Schwerpunkt der Initiative liegt auf Ausbildung und Beschäftigung. Dabei wird auf "Girls’ days", Mentoring-Programme, flexible Arbeitszeiten und andere innovative Lösungen gesetzt, die dazu beitragen, Frauen für die Technologiebranche zu interessieren und als Arbeitskräfte zu gewinnen. In Österreich gibt es unter anderem Initiativen wie den Vernetzungskongress "HighHeels@HighEnd", ein Projekt des gemeinnützigen Vereins Techwomen und der TU Graz mit Unterstützung von T- Mobile und der Wirtschaftskammer Wien, der am 15. und 16. Oktober 2009 in Wien stattfinden wird (siehe auch Frauen in der Technik – "HighHeels@HighEnd").

Obgleich die Zahl der Studentinnen in den Fachbereichen Naturwissenschaften, Technik und IKT zunimmt, sind die Männer immer noch deutlich in der Überzahl. Im Jahr 2006 waren 41 Prozent aller Promovierten in Naturwissenschaften, Mathematik und Informatik Frauen. Im selben Jahr stellten die Frauen einen Anteil von 25 Prozent an den Promotionen in den Ingenieurwissenschaften. Im Bereich Computerwissenschaften waren mehr als drei Viertel aller Absolventen im Jahr 2006 Männer.

GROSSE UNTERSCHIEDE Zwar werden Frauen im Umgang mit Computer und Internet immer versierter, doch gibt es nach wie vor Unterschiede. Der Anteil der weiblichen Hochschulabsolventen in Naturwissenschaften und Technik bewegt sich zwischen 44 Prozent in Estland und 20 Prozent in den Niederlanden. 81 Prozent der 16- bis 24-jährigen Niederländerinnen benutzen täglich einen Computer, hingegen nur 38 Prozent der jungen Bulgarinnen, während der Anteil der Männer in diesen beiden Ländern bei 89 Prozent bzw. 38 Prozent liegt. In der EU insgesamt nutzen 38 Prozent der Männer täglich das Internet, aber nur 28 Prozent der Frauen. In Irland, Griechenland, Frankreich, Portugal und Finnland sowie in den zwölf Ländern, die der EU seit 2004 beigetreten sind, beträgt der Unterschied zwischen den Geschlechtern jedoch weniger als sieben Prozentpunkte.

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