Die positiven und negativen Auswirkungen der Krise Detail - Computerwelt

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21.10.2009 Michaela Holy

Die positiven und negativen Auswirkungen der Krise

Die wirtschaftliche Situation bringt nicht nur Entlassungen mit sich. Auch die Kommunikation in den Unternehmen ist ehrlicher geworden.

Bei einer aktuellen Umfrage unter 250 Führungskräften hat Achieveglobal danach gefragt, inwiefern Führungskräfte in der Lage sind, in Zeiten täglich neuer Hiobsbotschaften für eine engagierte, produktive Mitarbeiterschaft zu sorgen. Die Ergebnisse sind ähnlich wie die anderer Studien, die nach dem Personalmanagement in der Krise fragen: Einstellungsstopps, Entlassungen, Gehaltskürzungen oder die Kürzung von Sozialleistungen sind an der Tagesordnung.

Dabei gehen die Befragten nicht von einer schnellen wirtschaftlichen Erholung aus, was sich negativ auf die Produktivität und die Arbeitsmoral der Mitarbeiter auswirkt: 21,1 Prozent geben an, dass die Produktivität in den letzten sechs bis zwölf Monaten gesunken ist, 54 Prozent finden, dass Stress ein Problem für ihre Mitarbeiter sei, etwas weniger Führungskräfte meinen, dass Stress auch ein Problem für sie selbst sei. Ähnlich häufig berichten die Befragten von Problemen aufgrund von Konflikten mit ihren Mitarbeitern, der Fluktuation der Arbeitskräfte oder einer sinkenden Arbeitsmoral.

Gliedert man die Antworten nach Führungsebenen, sind große Unterschiede zwischen der mittleren Ebene und dem Top-Management festzustellen. Beispielsweise geben 14 Prozent der Befragten aus der mittleren Führungsebene an, die Arbeitsmoral sei »mangelhaft«, nur 5,5 Prozent des Top-Managements berichtet von Problemen dieser Art. Hier können mehrere Faktoren eine Rolle spielen: Die mittlere Führungsebene steht in engerem Kontakt zu den Mitarbeitern und hat einen schärferen Blick für die Symptome einer mangelnden Arbeitsmoral und anderer Probleme. Die Angehörigen dieser Führungsebene scheuen sich jedoch, dem Top-Management von solchen Problemen zu berichten.

Es ist in diesem Zusammenhang wichtig, entsprechende Voraussetzungen zu schaffen, um Stressreduktion zu ermöglichen, erklärt Ulrike Gmachl-Fischer von Kube Kundenbeziehungsberatung: »Die Gestaltung der Arbeitsplätze und Pausenräume unter dem Blickwinkel der ‘Entstressung’ und Ausrichtung auf die Entstehung guter Gefühle leistet einen maßgeblichen Beitrag zu einem gesunden und produktiven Arbeitsplatz. Das heißt jetzt aber nicht, dass sich das Management für jeden schlecht gelaunten Mitarbeiter persönlich verantwortlich zu fühlen braucht«, so die Expertin.

POSITIVE ZEICHEN Im Rahmen der Umfrage wurden auch einige positive Trends erkannt. Mehr als die Hälfte der Führungskräfte berichtet, dass die Kommunikation über die Auswirkungen der Probleme sehr intensiv stattfindet und dass im Rahmen dieser Kommunikation die Chancen im Vergleich zu den Herausforderungen stärker hervorgehoben werden. 66,4 Prozent sagen, dass das Top-Management die Mitarbeiter ehrlich über die bestehenden Herausforderungen und Pläne informiert. Nur etwa 20 Prozent geben an, dass die Führung weniger offen über die Auswirkungen der Rezession spricht. Aufgrund der Schwere der Rezession meinen jedoch auch nur 20,4 Prozent, die Fragen der Mitarbeiter könnten zufriedenstellend beantwortet oder Ängste beseitigt werden.

ANREIZE ENTWICKELN Um Moral und Produktivität zu steigern, setzen die Manager auf das Talent ihrer Mitarbeiter, auf Schulungsmaßnahmen oder auf spezielle Anreize wie Motivation durch permanente positive Kommunikation, konkrete Anerkennung von guten Leistungen, After-Work-Partys und mehr. 5,6 Prozent sind allerdings der Meinung, dass Mitarbeiter keine zusätzliche Motivation brauchen, weil die »Moral gut ist«. Nur 5,2 »tun nichts«.

»Angesichts der schwerwiegenden Probleme wie zunehmendem Stress, Konflikten, Fluktuation, einer mangelnden Arbeitsmoral und nachlassendem Engagement der Mitarbeiter haben wir in der Studie bewusst darauf verzichtet, nach der Häufigkeit des Einsatzes und nach der Effizienz der von den Führungskräften genannten Instrumente und Maßnahmen zu fragen«, erklärt Klaus Steven, Senior Consultant und DACH-Managing Director bei Achieveglobal. »Wir haben drei Bereiche ermittelt, in denen Führungskräfte von neuem Wissen und Fertigkeiten profitieren würden: Kommunikation, Anerkennungsmaßnahmen und Produktivität. Unsere Umfrage belegt eindeutig den Wert permanenter Coaching- und Weiterentwicklungsmaßnahmen für Führungskräfte aller Ebenen. Zwar können sie den Verlauf weder aufhalten noch umkehren, doch kompetente Führungskräfte können Mitarbeiter so motivieren, dass diese mit ihren Leistungen die Existenz des Unternehmens sichern, bis der Krisenbrand von selbst erlischt.«

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