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17.11.2009 Alex Wolschann/apa

Kritik an Arbeitsbedingungen in Elektronikbranche

Die entwicklungspolitische Nichtregierungsorganisation (NGO) Südwind hat die Arbeitsbedingungen von Fließbandarbeitern im asiatischen Raum heftig kritisiert.

Die entwicklungspolitische Nichtregierungsorganisation (NGO) Südwind hat die Arbeitsbedingungen von Fließbandarbeitern im asiatischen Raum heftig kritisiert. "Vor allem junge Frauen sind in der Elektronikindustrie beschäftigt. Sie arbeiten tagtäglich bis zu 16 Stunden am Fließband und gefährden dabei ihre Gesundheit für einen Hungerlohn", erklärte Christina Schröder von Südwind in einer Aussendung. Der Großteil elektronischer Geräte werde aus Asien importiert und Thailand sei der größte Festplatten-Exporteur der Welt. Aus China kämen rund 25 Prozent der globalen Elektronik-Produktionen, so die NGO.

"Computer, Handy, Fernseher und Kamera - diese elektronische Artikel erleichtern unseren Alltag und sind kaum mehr wegzudenken", erinnerte Südwind. Die Herstellung dieser Artikel bestimme in Asien den Alltag von Millionen Menschen und es gebe viele soziale Probleme. Zahlreiche Investitionsförderungen der thailändischen Regierung lockten die großen Elektronikmarken ins Land. Bis zu elf Jahre könnten sie steuerfrei produzieren lassen, danach gebe es immer noch die Möglichkeit, Firmenstandorte zu schließen und in der Nachbarprovinz unter einem anderen Namen wieder aufzusperren. Bei dieser Gelegenheit werde die Belegschaft gekündigt und neue Arbeitskräfte, meist Leiharbeiterinnen, würden angestellt, kritisierte Schröder.

Die Leiharbeiter bekämen den Mindestlohn von rund vier Euro am Tag gezahlt, hieß es in der Aussendung weiter. Überleben könne man davon nicht. Deswegen seien die Arbeiter gezwungen, täglich mindestens zwei Überstunden zu leisten und Schicht zu arbeiten. Pro Nacht würden etwa 50 Cent Zuschlag gezahlt. So könne man nichts für Notfälle ansparen, habe eine Arbeiterin gegenüber Südwind erklärt. Wer krank oder wegen eines Unfalls nicht arbeiten könne, gerate in eine Notsituation. Auch für beruflich bedingte Krankheiten würden Unternehmen keine Verantwortung übernehmen wollen. Wenn Ärzte Krankheiten aufgrund von toxischer Belastung und fehlender Schutzkleidung diagnostizierten, würden sie oft von den Unternehmen geklagt, so eine Ärztin aus Thailand.

Ähnliches habe auch Kevin Li, einer der Gründer der globalisierungskritischen Bewegung "Globalization Monitor" aus China, gegenüber Südwind erklärt. Die Arbeiterinnen dürften sich in China nicht frei gewerkschaftlich organisieren, um mit dem Management der Fabriken über die Verbesserung ihrer Situation zu verhandeln. "Markenunternehmen müssen Verantwortung für Arbeitsbedingungen in ihren Zulieferbetrieben übernehmen. Dazu sollen sie Verhaltenskodizes entwickeln und umsetzen, die faire Bedingungen für alle Arbeiterinnen und Arbeiter garantieren", forderte Kevin Li.

"Unsere Hauptaufgabe ist, Bewusstsein über die Missstände in dieser Industrie zu schaffen. Gemeinsam mit Konsumenten üben wir Druck auf die Unternehmen aus, damit sie ihre soziale Verantwortung gegenüber den Arbeitern wahrnehmen", erklärte Andrea Ben Lassoued, Projektleiterin der von Südwind ins Leben gerufenen Kampagne "Clean-IT". Bis dato gebe es noch keine fair produzierten Computer am Markt. "Je größer die Nachfrage von Konsumenten nach fairen Arbeitsbedingungen in der Computer- und Elektronikindustrie, desto eher werden sich die Unternehmen dafür einsetzen müssen", konstatierte die Clean-IT-Mitarbeiterin. Südwind setzt sich seit 30 Jahren nach eigenen Angaben für "nachhaltige globale Entwicklung, Menschenrechte und faire Arbeitsbedingungen" ein.

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