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20.05.2009 Michaela Holy, pi

Ethik ist weibliche Tugend

Männlichen Managern mangelt es an ethischer Kompetenz, weibliche Werte sind vor allem in der Wirtschaftskrise wichtig.

Ein nachhaltiger Wertewandel im Management ist offenbar angesagt: Denn männlichen Führungskräften wird keinerlei ethische Kompetenz zugesprochen – und zwar weder von Frauen, noch von den Männer selbst. Das ist das überraschende Ergebnis der Kompetenzstudie 2008, die unter den Personalverantwortlichen von 103 österreichischen Unternehmen durchgeführt wurde.

Während Personalverantwortliche den männlichen Führungskräften eher »harte« Kompetenzen wie strategische Fähigkeiten, Entscheidungs- und technische Kompetenz sowie Fachkompetenz zuordnen, dominieren bei der Beurteilung weiblicher Manager klar die Zuschreibung von »soft skills« wie Beziehungskompetenz, Gesundheitskompetenz und Mitarbeiterorientierung. Diese eher klischeehafte Sichtweise verändert sich jedoch deutlich, wenn man die Antworten von weiblichen und männlichen Personalchefs getrennt auswertet. Hier zeigt sich, dass weibliche Personalverantwortliche die Führungskompetenz von Frauen wesentlich besser beurteilen als ihre männlichen Kollegen.

Auch die Bedeutung einzelner Fähigkeiten wird von männlichen und weiblichen Personalverantwortlichen sehr unterschiedlich gesehen: Während 80 Prozent der HR-Managerinnen der Meinung sind, dass Beziehungskompetenz für Führungskräfte relevant ist, denken das nur 32 Prozent ihrer männlichen Kollegen. In den Augen der Frauen ist auch die Fähigkeit zur Selbstorganisation deutlich wichtiger als in jenen der Männer.

ETHISCHE ANALPHABETEN? Einig sind sich weibliche und männliche HR-Manager aber bei der Beurteilung der ethischen Skills männlicher Führungskräfte. Beide sprechen Männern keinerlei ethische Kompetenz zu. Die Bedeutung dieser im Management wird allerdings sehr unterschiedlich beurteilt: Fast zwei Drittel der weiblichen HR-Manager halten ethische Kompetenz bei Führungskräften für wichtig – aber nur 32 Prozent der männlichen Personalverantwortlichen. »Männliche Führungskräfte verfügen laut Studie vor allem über strategische Fähigkeiten, Entscheidungskompetenz sowie technische und fachliche Skills – also Fähigkeiten, um auf einsamer Jagd erfolgreich zu sein. Die Stärken weiblicher Manager liegen dagegen nach Auffassung der Personalverantwortlichen in der Beziehungs- und ethischen Kompetenz, sprich den atmosphärischen Zuständigkeiten«, zieht der Initiator und Autor der Kompetenzstudie, Mentaltrainer Kurt Riemer, Bilanz. »Männlich dominiertes Führungsverhalten ohne Rücksichtnahme auf ethische Werte hat den Boden für den globalen wirtschaftlichen Supergau aufbereitet, den wir gerade erleben. Es ist daher hoch an der Zeit für einen Wertewandel, also vom zahlenorientierten Kosten- und Gewinndenken hin zu einer sozial verantwortlichen, positiven Zukunftsperspektive. Und das ist nur mit den 'weiblichen' Kompetenzen zu schaffen. Nur so kann das Vertrauen in die Fähigkeiten von Führungskräften wieder aufgebaut werden.«

WERTVOLLER BEITRAG VON ÄLTEREN ARBEITNEHMERN Ähnliches gilt auch für ältere Menschen: Sie haben soziale Kompetenzen durch ihre Lebenserfahrung gewonnen und sollten daher verstärkt in Managementprozesse eingebunden werden. Allerdings zeigt die Studie, dass älteren Mitarbeitern kaum noch Innovationsfähigkeit zugetraut wird, weshalb sie in dieser Kompetenz auch nicht mehr gefördert werden. »Gerade ältere Mitarbeiter leisten jedoch durch ihre langjährige Erfahrung einen wertvollen Beitrag zum kontinuierlichen Verbesserungsprozess im Unternehmen – vorausgesetzt, man lädt sie dazu ein«, so Riemer weiter.

Gezielte Kompetenzentwicklung macht sich für Unternehmen auf jeden Fall bezahlt: Laut Studie beurteilen die Personalverantwortlichen den Beitrag, den Kompetenzentwicklung zum Unternehmenserfolg leistet, mit 84 Prozent eindeutig positiv. Riemer, der sich als Management-Coach unter anderem auf Kompetenzentwicklung spezialisiert hat, meint abschließend: »Nur mit der optimalen Einbindung der Fähigkeiten jedes einzelnen Mitarbeiters, egal welchem Geschlecht oder welcher Generation er angehört, kann die positive Entwicklung eines Unternehmens langfristig sichergestellt werden.«

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