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15.07.2009 Michaela Holy/pi

Umdenken ist angesagt

Wie die Topmanager ihre Position in der Krise sehen und welche Fähigkeiten sie brauchen, um glaubwürdig zu bleiben, zeigt eine Umfrage.

Durch die Wirtschaftskrise wurde die Rolle von Top-Managern öffentlich zur Diskussion gestellt. Spencer Stuart Austria und Hochegger haben aus diesem Grund kürzlich eine Umfrage unter 40 Topmanagern österreichischer, europäischer, multinationaler und amerikanischer Unternehmen durchgeführt. Mittels Hintergrundgesprächen und Tiefeninterviews wurden vor allem die Bewertung der Krise, Strategien zur Bekämpfung und Lehren für die Zukunft und die Zeit nach der Krise erfragt. »Die Zusammenschau der unterschiedlichen Positionen gibt einen guten Einblick in die Beurteilung der Krise durch führende Topmanager wichtiger Unternehmen«, so Gerd Wilhelm, Partner bei Spencer Stuart.

Einer der augenscheinlichsten Unterschiede in der Bewertung war zwischen österreichischen und europäischen CEO einerseits und amerikanischen Top-Executives andererseits zu bemerken. Während die Europäer in ihren Aussagen einen Paradigmenwechsel in Richtung eines Systemwandels erwarten, sehen die Amerikaner in dieser Krise einen Reparaturbedarf, der die Grundfesten des liberalen Wirtschaftssystems aber kaum beeinträchtigen wird. Zahlreiche europäische Manager kritisieren hingegen die negativen Auswüchse der Globalisierung. Die Aufspaltung und wechselweise Abhängigkeit der Produktion in Billiglohnländern und des Konsums dieser Waren in Ländern wie den USA, die nur wenig selbst produzieren, wird durch die Krise unter Druck geraten. »Diese unterschiedliche Bewertung der Wirtschaftskrise ist für mich eine der überraschendsten Ergebnisse dieser Umfrage«, meint Gerhard Krassnig, Partner bei Spencer Stuart.

ANFORDERUNGSPROFIL Vor allem europäische Manager setzen verstärkt auf wertorientierte Eigenschaften wie Erfahrung, Ehrlichkeit, Verlässlichkeit, langfristige Perspektiven und Nachhaltigkeit. Die Mehrheit ist von einer notwendigen Veränderung des Anforderungsprofils für Manager überzeugt. Letztlich konnte eine weitgehende Besinnung auf traditionelle Werte festgestellt werden. Übergeordnete Zwecke der Unternehmensführung gehen über schnelle Gewinnmaximierung hinaus und verpflichten das Management, nachhaltige Unternehmensziele als Maximen des Handelns zugrunde zu legen. In Österreich und Europa konnte eine Hinwendung zu wertebasiertem Unternehmenswachstum beobachtet werden, das sich an klaren betriebswirtschaftlichen Grundregeln orientiert. Einige Manager fordern die Orientierung an einer Businessethik und wenden sich gegen einseitiges Karrieredenken bei den Führungseliten. Das qualitative Unternehmenswohl müsse immer klar vor persönliche Ziele gereiht werden. Das Schielen nach Bonuszahlungen und egoistische Karriereperspektiven sind für viele der Befragten Ursachen für die Fehlentwicklungen des Wirtschaftssystems, die in der gegenwärtigen Krise mündeten.

Manager aus den USA erwarten vor allem, dass es zu einer Verbreitung neuer Formen der Arbeit kommen werde. Die Projektarbeit werde einen viel höheren Stellenwert bekommen und lebenslange Anstellungen der Vergangenheit angehören.

Zum Reputation Management in der Krise befindet der überwiegende Teil der Befragten, dass der CEO es in der Hand hat, den Kurs des Unternehmens nachhaltig festzulegen und zu korrigieren. An ihm liegt es, welche zentralen Weichenstellungen gesetzt werden. Der CEO steht dabei hinter dem Unternehmenswohl und verpflichtet sich, die Werte des Unternehmens nachhaltig zu positionieren. Die Führungsrolle wird stärker akzentuiert, es werden schnelle und resultatorientierte Entscheidungen erwartet. »‘Ich zuletzt statt ich zuerst’ ist einer der wichtigsten Grundlagen für Reputation Management in der Krise«, so Dietmar Trummer, Geschäftsführender Gesellschafter bei Hochegger.

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