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05.08.2009 Michaela Holy

Was IT-Absolventen denken

Europas Informatikstudenten entschieden sich laut einer Studie zum zweiten Mal in Folge für Google als beliebtesten Arbeitgeber.

Der europäische Nachwuchs, nach dem in der Branche so gelechzt wird, hat sich entschieden: Über 26 Prozent der Befragten haben Google als erste Wahl nach ihrem Studienabschluss angegeben. Das sind knapp vier Prozent mehr als Microsoft verzeichnen kann. Zu den Unterschieden zwischen Google und Microsoft befragt, antwortet Oliver Viel, Director of Customer Relations beim Personalmarketinginstitut Trendence: »Sowohl Google als auch Microsoft zeichnen sich dadurch aus, dass Produkt- und Arbeitgebermarke untrennbar miteinander verbunden sind. Der Traum vieler Ingenieure oder Informatiker ist es, bei diesen Firmen an der Produktentwicklung mitzuwirken. Beide Unternehmen profitieren von ihren Produkten, mit denen Bewerber viel assoziieren. Hierdurch fällt es ihnen sehr viel leichter als bei abstrakteren Dienstleistungen, sich mit den potenziellen Arbeitgebern zu identifizieren.«

ZWEI MILLIONEN BEWERBUNGEN PRO JAHR Die hohe Attraktivität von Google kann auch an den jährlichen Bewerbungen abgelesen werden: Mehr als zwei Millionen weltweit schicken ihren Lebenslauf zu Google. »Google boomt als Arbeitgebermarke. Dem Suchmaschinenanbieter gelingt es, die offenbar sehr lockere und menschliche Atmosphäre auch erfolgreich nach außen zu tragen. Die großen Medien verbreiten fast ununterbrochen, dass Google seinen Mitarbeitern ‘Spielplätze’ im Unternehmen zur Verfügung stellt, ein lockerer Umgang herrscht, das Kantinenessen für Mitarbeiter gratis ist oder auch Haustiere mit zur Arbeit gebracht werden dürfen und so weiter. Hinzu kommt, dass Google gleichzeitig als sehr innovativ und erfolgreich wahrgenommen wird. Die stark amerikanisch geprägte Lockerheit sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass Google nur die Besten unter den Absolventen sucht. Googles Anforderungsprofil ist sicher nicht weniger streng als das, welches Top-Unternehmensberatungen an ihre Mitarbeiter haben. Google gelingt aber bislang der Spagat zwischen sympathisch und anspruchsvoll«, erklärt Jörn Klick, Berater bei Trendence.

DIE TOP TEN Auf Platz zwei liegt Microsoft, das mit IBM, dem Drittplatzierten, die Ränge getauscht hat. Den vierten Platz der begehrtesten IT-Arbeitgeber belegt Apple, obwohl das Unternehmen nur sehr selten Stellen ausschreibt. Auch das Unternehmen von Steve Jobs hat sich um einen Rang verbessert im Gegensatz zu Platz fünf, Intel, das sich um einen Platz verschlechterte, mittlerweile aber auch für Entwickler als attrakiver Arbeitgeber gilt. Cisco auf Rang sechs hat im Vergleich zum Vorjahr drei Plätze gut gemacht und sehr an seinem Image als weltweit größter Netzanbieter, der die Arbeitsplätze von morgen ausstattet, gearbeitet. Nokia folgt als erster Europäer auf dem siebten Platz und durchbricht damit die Vorherrschaft der amerikanischen Unternehmen. Oracle, um sieben Plätze verbessert, liegt auf Platz acht vor Sun, das nach dem Verkauf an Oracle das letzte Mal im Ranking vertreten ist. Auf Platz zehn platziert sich trotz vieler Negativ-Schlagzeilen in den letzten Monaten das zweite europäische Unternehmen in den Top 10: Siemens.

GEHALTSVORSTELLUNGEN Bei der Frage nach dem erwarteten Einstiegsgehalt kann man große Länder-Unterschiede feststellen: Österreichische Informatik-Absolventen rechnen mit knapp 34.500 Euro im Jahr, die Deutschen gehen etwas mehr als 40.000 Euro Jahresgehalt aus, die Schweizer von zirka 50.000 und die Dänen glauben, über 51.100 Euro im Jahr zu verdienen. Die Rumänen rechnen mit 12.000 mit dem niedrigesten Jahressalär, auch ungarische und slowakische Absolventen erhoffen sich nicht viel mehr. Das europäische Durchschnittsgehalt liegt dabei in der Mitte bei knapp 25.000 Euro jährlich. Dabei rechnen die europäischen Befragten mit einer Wochenarbeitszeit von durchschnittlich 43 Stunden, wobei die Griechen und die Schweizer von 46 Wochenstunden ausgehen, Belgien, Finnland und Spanien von etwa 41 Stunden pro Woche, die Niederländer gar nur von 40 Wochenstunden. Die Österreicher glauben, 44,3 Stunden arbeiten zu müssen.

Auch beim Einschätzen der Dauer bis zum ersten Job gibt es erhebliche Länder-Unterschiede: Die Griechen, gefolgt von den Engländern und den Schweden, glauben, dass sie erst nach fünf Monaten ihren ersten Job antreten können, ganz im Gegensatz zu den Schweizern, Russen, Franzosen, Dänen und Österreichern, die erwarten, unter drei Monaten den passenden Job gefunden zu haben. Der europäische Durchschnitt liegt bei 3,8 Monaten Suchzeit. Dabei müssen beziehungsweise mussten die Tschechen und die Dänen am wenigsten Bewerbungen senden, um die erste Stelle zu ergattern (elf bis zwölf), die Österreicher versenden für die erste Position über 15 Bewerbungen, Spitzenreiter ist hier Polen mit 24 Bewerbungen. Der europäische Durchschnitt liegt bei 18,7 Bewerbungen für die erste Position.

IT-ABSOLVENTEN SEHR MOBIL Die neuen IT-Fachkräfte können auch als mobil eingeschätzt werden. Österreicher gelten normalerweise als eher scheu, ins Ausland zu gehen. In der Trendence-Studie allerdings sagen fast 52 Prozent der österreichischen IT-Absolventen, dass sie weltweit einen Job annehmen würden, acht Prozent möchten in Österreich bleiben. Am mobilsten sind die Iren (63,2 Prozent) und die Portugiesen (62,6 Prozent) gefolgt von den Franzosen (knapp 59 Prozent) und den Spaniern (fast 57 Prozent). Am ehesten im eigenen Land wollen die Norweger bleiben (27,7 Prozent), auch die Tschechen (17,9 Prozent) und die Finnen (17,1 Prozent) würden lieber in der Heimat arbeiten. Europaweit würde knapp die Hälfte weltweit einen Job annehmen, über zehn Prozent möchte in der Heimat arbeiten.

Für die Studie wurden insgesamt 196.000 Studenten (74.500 aus dem Engineering-Bereich) von 750 Universitäten aus 22 Ländern befragt. Russland und Rumänien waren heuer erstmals dabei.

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