Scharia-App ermöglicht Online-Transfer von Blutgeld Scharia-App ermöglicht Online-Transfer von Blutgeld - Computerwelt

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29.09.2014 pte

Scharia-App ermöglicht Online-Transfer von Blutgeld

Die vom islamischen Recht vorgesehene Sühneleistung, das sogenannte "Blutgeld", kann in Dubai nun mit der App "Smart Prosecution" direkt an die Familie des zum Beispiel in einem Verkehrsunfall Verstorbenen überwiesen werden.

© Christos Georghiou - Fotolia.com

"Die App ist grundsätzlich einmal nicht 'schlimm'. Sie irritiert im religiösen Zusammenhang zwar ein bisschen, aber sie schafft auch die Möglichkeit, schnell Frieden zu stiften. Es ist eine bequeme Möglichkeit, möglichst rasch Buße zu tun. Der Grundgedanke der Effizienz und damit das unkomplizierte Friedenschaffen im Volk, ist durch die Anwendung jedenfalls bestens erfüllt", sagt Marken-Experte Thomas Otte auf Nachfrage dem Nachrichtenportal pressetext.

Umgerechnet beläuft sich die Höhe des Blutgeldes an die Hinterbliebenen eines Verkehrsopfers auf etwa 40.000 Euro. Nach dem Erhalt des Bescheids braucht der User nur noch seine persönlichen Bankdaten für die Überweisung des Betrags eingeben. Die Bestätigung nach dem Eingang der Daten wird dem Schuldigen abschließend per E-Mail zugestellt. Danach ist die mobile Blutgeld-Begleichung abgeschlossen.

"Nun entsteht jedoch ein Gegensatzpaar - nämlich die - wie traditionell verankert - erniedrigende, schwere Sühne im Vergleich zum leichtgemachten, reduzierten Bußetun via Fingertipp. Man sagt ja im Volksmund auch, dass die Buße einer Person teuer zu stehen kommen muss. Aus Sicht der betroffenen Familie lässt sich hier an der Wahrhaftigkeit und dem ursprünglichen Sühnegedanken zweifeln", so Otte.

Die App ist sowohl auf Arabisch als auch in englischer Sprache für Smartphones verfügbar. Sinn für die Entwicklung der recht kuriosen Anwendung ist, dass das Emirat Justizabläufe vereinfachen und den Andrang in Behörden mindern will. Zukünftig sollen mit vergleichbaren Anwendungen auch andere Bußgelder bezahlt werden können. Staatsoberhaupt Scheich Muhammad al-Maktum hat die Anwendung bereits gelobt. (pte)

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