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07.04.2015 pte

Gratis-Apps haben versteckte Kosten

Gratis-Apps für das Smartphone kommen Nutzer bisweilen teuer zu stehen. "Werbung in 'kostenlosen' Apps leeren den Akku des Smartphones schneller, lassen es langsamer laufen und verbrauchen mehr Datenvolumen", erklärt William Halfond, Informatikprofessor an der University of Southern California (USC). Diese Effekte fallen je nach App teils beträchtlich aus, so das Ergebnis einer Studie. Das kann User frustrieren und sich letztlich auch schlecht auf die Bewertung und Verbreitung einer App auswirken, warnen Halfond und Kollegen.

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Kostenlose Apps sind bei Smartphone-Nutzern sehr beliebt, doch wirklich gratis ist bekanntlich nichts im Leben. Gratis-Apps finanzieren sich häufig durch Werbung, und die hat massive Auswirkungen. Das haben die Forscher ermittelt, indem sie die Auswirkungen 21 beliebter Apps auf ein Samsung Galaxy SII gemessen haben. Dabei hat sich gezeigt, dass die Akkulaufzeit im Schnitt von 2,5 auf 2,1 Stunden sinkt, CPU und Speicher stärker belastet werden und der Datenverbrauch teils massiv ansteigt.

In einem Extremfall ist die Akkulaufzeit bei der Studie durch Werbung in Apps sogar auf 1,7 Stunden, also um über 30 Prozent, gefallen. Die CPU-Auslastung stieg sogar im Schnitt um 56 Prozent. Verheerend sind auch die Auswirkungen auf den - je nach Handy-Vertrag meist ab einem monatlichen Grenzwert sehr teuren - Datenverbrauch. Dieser steigt bei Apps aufgrund von Werbung im Schnitt um 79 Prozent. In manchen Fällen verdoppelt er sich gar, so der USC-Informatiker und Kollegen vom Rochester Institute of Technology sowie der Queen's University.

Soweit User diese Effekte mitbekommen, sorgen sie für Frust. Das schlägt sich letztlich in den Nutzerbewertungen nieder. Im Schnitt kostet Werbung Apps 0,003 Sterne. "In absoluten Zahlen ist das sehr wenig, aber im umkämpften App-Markt macht das einen gewaltigen Unterschied", meint Halfond. Denn das könne letztlich den Ausschlag geben, ob eine App massiv heruntergeladen wird oder weitgehend unbeachtet bleibt.

Die Studie wird im Mai im Rahmen der International Conference on Software Engineering näher vorgestellt. Halfond hofft dabei, dass Entwickler die Studienergebnisse zur Kenntnis nehmen werden. "Derzeit sind sie eher ahnungslos", meint er. Dabei kann Werbung letztlich ein wesentlicher Faktor für die öffentliche Wahrnehmung einer App sein. Das Team hofft, in Zukunft wirklich modellieren zu können, wie gut eine App mit oder ohne Werbung angenommen würde - was für Entwickler eine große Hilfe darstellen könnte. (pte)

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