Studie von F5 Networks: The Future of Apps Studie von F5 Networks: The Future of Apps - Computerwelt

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24.05.2017 Wolfgang Franz/pi

Studie von F5 Networks: The Future of Apps

Künstliche Intelligenz, Edge Computing und Blockchain-Technologien verändern fundamental die Art und Weise, wie wir künftig arbeiten und leben.

Die Entwicklungsrichtung künftiger Apps wird maßgeblich von KI, Biometrie und lernenden Maschinen beeinflusst.

Die Entwicklungsrichtung künftiger Apps wird maßgeblich von KI, Biometrie und lernenden Maschinen beeinflusst.

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F5 Networks hat eine neue Studie veröffentlicht, die aktuelle App-Megatrends beschreibt und in die Zukunft projiziert. Auf dieser Basis antizipiert der Report wichtige Auswirkungen auf die gesellschaftliche Entwicklung in EMEA. Die Untersuchung beleuchtet die technologische Evolution von Künstlicher Intelligenz (KI) und maschinellem Lernen. Sie arbeitet die Notwendigkeit neuer Modelle der Zusammenarbeit infolge des steigenden Transparenzbedarfs heraus und gibt einen Überblick über die wachsende Vielfalt neuer App-Schnittstellen – inklusive Augmented und Virtual Reality (AR/VR). Ebenfalls im Fokus der Studie: Der Einfluss von Blockchain-Technologien und Edge Computing.

Verantwortungsvolle Zusammenarbeit

Laut der Studie sollten Organisationen umgehend neue Modelle für proaktive Formen der Zusammenarbeit mit hoher Transparenz etablieren. Erfolgskritisch sei dies nicht allein im Kontext der anhaltend dynamischen Anpassung datenschutzrechtlicher Vorgaben an permanente Neuentwicklungen in der digitalen Ökonomie, sondern ebenso in Bezug auf das Internet of Things (IoT), KI sowie lernende Maschinen.

Die Studienautoren gehen davon aus, dass sichere und verbraucherorientierte Praktiken im Umgang mit sensiblen Daten künftig einen ähnlich hohen Stellenwert als Benchmark haben könnten wie heutige Nachhaltigkeits- und Umweltstandards. Dies ziehe auch Veränderungen im Machtkampf um die Nutzung persönlicher Kundendaten nach sich. Auf lange Sicht werden sich dem Report zufolge viele Kunden zugunsten einer proaktiven Isolation und Steuerung ihres Datenaustauschs von Einzelunternehmen abwenden.

In diesem Kontext erwartet beispielsweise die Allianz, dass sich ihr globales Bruttoprämienaufkommen für Cyber-Versicherungspolicen von derzeit 2,5 Milliarden US-Dollar bis 2025 auf 20 Milliarden US-Dollar verachtfacht haben wird. Unterdessen gehen die Beweggründe vieler Kunden im Bereich Sicherheit und Datenhoheit mit dem Wunsch einher, persönliche Vorteile zu realisieren: Vier von zehn europäischen Verbrauchern sind bereit, persönliche Daten im Austausch gegen individualisierte Services und Rabattangebote zu teilen.

Vor dem Hintergrund der absehbaren Auswirkungen von KI, Robotics und maschinellem Lernen erlangen öffentlichkeitswirksame Partnerschaften eine zunehmend kritische Bedeutung: Ende vorigen Jahres ging in den Vereinigten Staaten die ‚Partnership on Artificial Intelligence to Benefit People and Society‘ an den Start. Wenig später, im Januar 2017, wurden in der Europäischen Kommission Forderungen nach neuen Robotics-Regeln laut, um ethische Standards und Verantwortlichkeiten, zum Beispiel im Umgang mit fahrerlosen Autos zu fixieren.

Auch auf dem Arbeitsmarkt zeichnen sich tiefgreifende Änderungen ab: Laut Studie glauben 41 Prozent der 16- bis 25-Jährigen, dass ihr heutiger Job innerhalb der nächsten Dekade von KI-Systemen oder Robotern übernommen werden könnte.

Apps ermöglichen optimale Entscheidungen
Die Entwicklungsrichtung künftiger Apps wird maßgeblich von KI, Biometrie und lernenden Maschinen beeinflusst. So geht der Report etwa im Bereich kognitiver Gesundheitsdienste von einer signifikanten Zunahme personalisierter und prädiktiver Serviceangebote aus: Fast die Hälfte (49 Prozent) der befragten Verbraucher wünschen sich App-Services, die ihnen ein besseres Verständnis der längerfristigen Auswirkungen von Diätentscheidungen ermöglichen. In der Generation Y sind es sogar 57 Prozent.

Kognitive Finanzdienstleistungen sind ebenfalls ein Schwerpunktthema: Rund sechs von zehn Verbrauchern (58 Prozent) aus der Generation Y sind an Services interessiert, die ihre zukünftige finanzielle Situation anhand ihrer gegenwärtigen Gewohnheiten vorhersagen. Außerdem steht EMEA noch vor einer weiteren Fortschrittswelle: Fast ein Drittel der in Europa und Südafrika Befragten nutzen Sprachbefehle zur Steuerung ihrer mobilen Geräte. Ende des ersten Quartals 2017 gab es für die Amazon-Plattform Alexa bereits mehr als 10.000 sprachfähige Apps von Drittanbietern – ein Anstieg um 100 Prozent gegenüber dem letzten Vorjahresquartal.

Fortschritte prognostiziert der Report nicht zuletzt im Bereich kollaborativer KI – wobei virtuelle Assistenten, respektive die zugrundeliegenden Apps, neue Formen der Kommunikation und Interaktion ermöglichen. Zudem zieht er auch Folgerungen aus der zunehmenden KI-Verbreitung, inklusive der Fähigkeit lernender Maschinen, selbstständig neue Apps und Funktionen zu entwickeln. "Es sind nicht so sehr die Apps, die sich verändern – vielmehr wandelt sich die zugrundeliegende Plattform", kommentiert Rodolfo Rosini, CEO und Gründer von Weave.ai. "Je leistungsfähiger KI wird, desto komplexer werden auch Apps. Sie interagieren untereinander und bieten ein immer breiteres Spektrum an prädiktiven und kontextuellen Aktionen."

Aus Augmented und Virtual wird Individual Reality
Prognosen von IDC zufolge erreicht das westeuropäische AR/VR-Marktvolumen in diesem Jahr rund 2,5 Milliarden US-Dollar – ein Anstieg um 131 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Erwartungen bis 2020 liegen bei 25,7 Milliarden US-Dollar.

Im Zuge von Mixed Reality und neuen Hardware-Innovationen werden sich App-Schnittstellen grundlegend wandeln: Der Aufenthaltsort verliert für viele Kommunikationsaspekte an Bedeutung, während die Lern- und Erfahrungsfähigkeit von Apps ein Gefühl von individueller Realität erzeugen. Allerdings gehen damit auch neue Risiken einher, weil viele Anwender gleichsam immer tiefer in eine rein digitale Existenz abtauchen.

Um mit diesen Tendenzen schritthalten zu können, brauchen Entwickler einen neuen Designansatz, der Apps in ein weitgefasstes Ökosystem einbettet. Überdies müssen künftige App-Schnittstellen in der Lage sein, unterschiedliche Sprach-, Biometrie- und Haptik-Funktionen nahtlos zu integrieren. Innovationen in diese Richtung werden maßgeblich vom Bedarf der Kunden angetrieben: Nahezu die Hälfte der Studienteilnehmer in Europa und Südafrika haben bereits ein VR-Headset genutzt oder äußerten Interesse an der Nutzung – wobei die Generation Y mit 57 Prozent auch hier über dem Durchschnitt lag. Zudem äußerten sich knapp sieben von zehn Verbrauchern offen für neue Erfahrungen. 46 Prozent wären beispielweise an Nachtsichtkontaktlinsen interessiert. In der Generation Y sind es zehn Prozentpunkte mehr.

Dezentralisierung: Blockchain und Edge Computing werden Mainstream
Die Studie lässt einen starken Dezentralisierungstrend erkennen, da Edge Computing und Blockchain mehr und mehr zum Mainstream werden. Neue IoT-Impulse hängen genauso wie verbesserter Datenschutz für Verbraucher direkt vom technologischen Fortschritt in diesen Bereichen ab. Dies schließt auch den Aufbau von 5G-Netzwerken ein. Analysten von Research and Markets erwarten, dass bis 2020 rund 65 Prozent aller Unternehmen Blockchain-Technologien nutzen werden. Bis 2021 soll sich der globale Blockchain-Markt gegenüber 2010 auf 2,3 Milliarden US-Dollar mehr als verzehnfacht haben.

Der Grundgedanke dezentralisierter Apps – sogenannte dApps – korrespondiert mit einem wachsenden Bedarf nach Peer-to-Peer-Lösungen. Dieser wiederum hängt mit einem zunehmendem Argwohn gegenüber etablierten Institutionen zusammen und spiegelt somit den Wunsch nach neuen Werten wider. Laut Umfrage hat bereits jeder dritte europäische und südafrikanische Verbraucher (32 Prozent) bereits einen Peer-to-Peer-Ausleihservice genutzt oder ist an einem solchen Service interessiert. In der Generation Y sind es sogar 37 Prozent.

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