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19.07.2017 Craig Walker*

Unternehmen ohne Grenzen – mit vernetzten Plattformen

Die Arbeitsbedingungen waren noch nie so vielfältig wie heute, insbesondere das flexible Arbeiten breitet sich immer schneller aus. Craig Walker von Alcatel Lucent Enterprise (ALE) erläutert die Technologien, mit denen Unternehmen eine engere Vernetzung erreichen, indem sie Menschen, Prozesse und Systeme verknüpfen, die bisher getrennt waren. Mithilfe der neuen Technologien schaffen sie "Unternehmen ohne Grenzen".

Neuen Technologien bieten die Möglichkeit "Unternehmen ohne Grenzen" zu schaffen.

Neuen Technologien bieten die Möglichkeit "Unternehmen ohne Grenzen" zu schaffen.

© Fotolia/Mikko Lemola

IDC sagt vorher, dass 75 Prozent der europäischen Angestellten im Jahr 2018 außerhalb des Büros über mobile Endgeräte arbeiten werden. Und laut einer IDG-Studie geben Unternehmen durchschnittlich bereits 8,1 Millionen US-Dollar für Produkte und Services rund um UC&C aus, wobei vor allem die hybriden Ansätze, die On-Premise-Infrastrukturen mit Cloud-Services kombinieren, das Wachstum vorantreiben.

Unternehmensführer treiben die digitale Transformation ihrer Organisationen voran. Um ihre strategischen Unternehmensziele zu erreichen, benötigen sie neue Funktionen und Technologien – von der Künstlichen Intelligenz (KI) und dem Internet der Dinge (IoT) bis hin zu Bots und Cloud-Services. Nichts davon kann einfach in ältere Plattformen integriert werden. Deshalb suchen CIOs in diesen Bereichen die enge Zusammenarbeit mit anderen Organisationen in ihrem geschäftlichen Ökosystem. Ihr Ziel ist es, grenzenlos arbeitende Teams zu unterstützen, in denen interne Mitarbeiter, externe Teammitglieder, Partner und Dienstleister nahtlos miteinander kooperieren – unabhängig von Standort, Endgerät oder Domain.

Zusammenarbeit: Unternehmensgrenzen überwinden
In dem Maß, in dem geteilte Arbeitsplätze und weitreichende Mobilität immer selbstverständlicher für die unternehmensübergreifende Zusammenarbeit werden, müssen Unternehmen vollständig durchsuchbare Archive aller Nachrichten und Dateien bereitstellen. Genauso wichtig ist die einfache Integration mit Fremdanwendungen wie Salesforce.com und SAP, damit Abläufe automatisiert und die Zusammenarbeit der Teams über die Unternehmensgrenzen hinweg gefördert werden können. Das ist keineswegs "Business as usual", denn oft sind die vorhandenen Kommunikationssysteme nicht flexibel genug, um die Anpassungen an neue Geschäftsziele und Technologien zu unterstützen.

API-basierte Kommunikationsplattformen
Die Zukunftsvision der grenzenlosen Zusammenarbeit ist aber durchaus möglich – mit Kommunikationsplattformen, bei denen offene APIs den entscheidenden Schritt zur Erweiterung der UC&C-Funktionalität ermöglichen. Plattformen mit offener Architektur erleichtern die Integration neuer Geschäftsprozesse und Technologien in die Collaboration-Werkzeuge und verbinden die Nutzer mit relevanten Echtzeit-Informationen. Daraus ergeben sich neue Möglichkeiten, sich nicht nur mit anderen Mitarbeitern zu vernetzen, sondern auch mit Kunden und Partnern. Kontextsensitivität ermöglicht es, Experten in die Konversation einzubeziehen, wenn Kunden und Berater Hilfe bei bestimmten Themen benötigen.

Eine vernetzte Plattform kann auch mit bestehenden Krankenhaussystemen integriert werden, um die Echtzeit-Kommunikation zu steuern, zum Beispiel durch Benachrichtigungen und Alarme an die Ärzte und Pflegekräfte über verschiedene Endgeräten und Plattformen hinweg. Möglich sind auch Video-Konferenzen, mit denen die Ärzte in Echtzeit mit entlassenen Patienten kommunizieren, die sich zu Hause erholen. Einige Patienten müssen nach der Entlassung daran erinnert werden, ihre Medikamente einzunehmen. Durch die Integration der Kommunikationsplattform mit den Krankenhausprozessen und der elektronischen Krankenakte des Patienten können automatische Erinnerungen per Telefon oder SMS an den Patienten verschickt werden.

Da eine "Communications Platform as a Service”-Lösung (CPaaS) cloudbasiert ist, können Entwickler Funktionen für die Echtzeit-Kommunikation, wie Sprache, Video und Messaging, in ihre Anwendungen integrieren, ohne hierfür die Backend-Infrastruktur oder eigene Schnittstellen schaffen zu müssen. Über offene APIs kann eine CPaaS-Lösung mit unternehmenseigenen Anwendungen oder Anwendungen von Dritten zu einer separaten, sicheren Umgebung verbunden werden, auf die viele Nutzer gleichzeitig zugreifen können.

Prozesse: Einführung von physischer und virtueller Sicherheit
Die APIs einer CPaaS-Lösung versetzen Entwickler auch in die Lage, die Vernetzung auf unabhängige Infrastrukturen auszudehnen, was einen einfachen und sicheren Weg darstellt, Systemen und Prozessen innerhalb und außerhalb des Unternehmens Kommunikations- und Kollaborations-Funktionen bereitzustellen.

Mit den offenen APIs der ALE-Kommunikationsplattform Rainbow profitieren die Mitarbeiter von der Integration proaktiver Benachrichtigungsdienste, zum Beispiel von Geräten der Gebäudesicherheit oder Betriebstechnik und sogar von Feueralarmen, zu einer vernetzten Kommunikationsplattform, die dazu beiträgt, Leben zu retten, einen Produktionsstillstand zu vermeiden und Gebäude sicherer zu machen.

Grenzen öffnen, die Kontrolle behalten: die vier Ebenen der Sicherheit
Die Arbeit wird mobiler und grenzenloser, und deshalb ist es wichtig, die Sicherheit auf vier Ebenen zu managen – durch Sicherheitsrichtlinien auf diese Ebenen: Betriebssystem, Transport, Applikation, Nutzer. Auch die Vertraulichkeit von Informationen muss sichergestellt werden, indem die Anwender nur die Mitarbeiter ihrer eigenen Organisation sehen – oder jene mit einem öffentlichen Profil.

Das "Vieraugen-Prinzip” sollte eingesetzt werden, um eine möglichst vollständige Sicherheit der Plattform zu gewährleisten. Jede CPaaS-Lösung sollte durch eine unabhängige externe Firma auditiert und ständig durch Software überwacht werden, beispielsweise durch den nmap Network Security Scanner, die Nessus-Cloud für das Vulnerability Management, Qualys für die Cloud-Sicherheit und SSL Labs für Tests auf dem Server.

Systeme: verbraucherfreundliche Apps für Unternehmen
Etliche Anbieter verzichten inzwischen auf proprietäre Angebote und bieten dafür offene APIs, mit denen IT-Teams einfacher neue Apps entwickeln können – in dem Wissen, dass diese Anwendungen problemlos in die bestehende Kommunikationsinfrastruktur integriert werden können. Wenn CIOs ihre Unternehmen auf eine engere digitale Vernetzung vorbereiten, kann eine CPaaS-Plattform auf Basis einer hybriden Cloud einen Katalysator für die digitale Transformation darstellen, da sie Kommunikation und Zusammenarbeit sowohl innerhalb als auch außerhalb des Unternehmens ermöglicht.

Laut Salesforce sind inzwischen 79 Prozent der IT-Teams in den Unternehmen in die Entwicklung von Apps für Kunden, Partner und Mitarbeiter involviert. Konferenzen, Instant Messaging und Video-Telefonie können in diesen Apps genutzt werden, um die Arbeit der Mitarbeiter besser abzustimmen und die digitale Transformation im Unternehmen voranzutreiben.

Allerdings müssen die Funktionen dieser Unternehmensanwendungen – wie VoWLAN, Anrufweiterleitung, Telefonbuch oder Kalender – genauso elegant und benutzerfreundlich sein, wie der Anwender das heute von Verbraucher-Apps gewöhnt ist. Dann wird die vernetzte Plattform zur "Beziehungsmaschine”, deren Dienste und Technologien dazu beitragen, die Arbeitsweise der Menschen zu verändern.

Bereit für den Wandel
Mit offenen APIs befinden wir uns tatsächlich auf dem Weg zum vernetzten Unternehmen. Plattformen, die Menschen, Prozesse und Systeme miteinander verknüpfen, bilden die Grundlage für informierte Entscheidungen und ermöglichen Echtzeit-Zusammenarbeit im gesamten Unternehmen. Die Vision des grenzenlosen Unternehmens wird Wirklichkeit, aber bitte mit der notwendigen Grenzkontrolle, um das Unternehmen während der digitalen Transformation zu schützen. 

*Craig Walker ist Director Cloud Services beim Kommunikations- und Netzwerk-Anbieter ALE.

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