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30.01.2012 Rudolf Felser

Virtueller Datensafe und Kontakt-Netzwerk für Android und iOS

Das Startup Schnipps entwickelt gerade die Datensafe-App MySchnipps. Mit dieser sollen sich die eigenen Daten gesichert verwalten und gleichzeitig bei Bedarf mit anderen teilen lassen.

Schnipps, ein kürzlich gegründetes deutsches Startup-Unternehmen aus Freiburg im Breisgau, hat sich das Thema Datenschutz ganz groß auf die Fahne geschrieben. Der Softwareanbieter entwickelt gerade im ersten Schritt die Datensafe-App MySchnipps. Mit dieser lassen sich die eigenen Daten gesichert verwalten und gleichzeitig bei Bedarf mit anderen teilen.

Überall hinterlassen Internetnutzer heutzutage ihre Daten und teilweise auch die Daten anderer, wenn sie Adressbücher oder Geburtstagskalender im Internet verwalten: Sei es bei ihren E-Mailkonten, in Internet-Foren, bei Communities wie Myspace, Facebook, StudiVZ oder Shoppingportalen. Ein Hacker hat es da leicht: Schnell kommt er an Namen, Telefonnummern und Geburtsdaten heran. Das reicht bei einigen Firmen zum Beispiel schon zur Authentifizierung beim Telefonsupport. "Ein Thema, das mittlerweile viel Beachtung findet, wogegen aber immer noch zu wenig getan wird – von den Firmen genauso wie vom Verbraucher", so Michael Klaus, Geschäftsführer von Schnipps.

Mit MySchnipps soll sich das nun ändern. "Jeder sollte sich frei entscheiden können, wo und wie seine Daten gespeichert werden. Aber um sich auch für eine sichere Art und Weise entscheiden zu können, bedarf es entsprechender Lösungen am Markt. Genau das ist unser Antrieb und unser Entwicklungsziel", so Klaus weiter. Nur wer einen bestimmten Code kennt, kann den "Safe" öffnen. Schnipps schafft mit der App MySchnipps fürs Smartphone einen "virtuellen Safe" und baut dabei sogar noch zwei Sicherheitsstufen ein: denn der Kenner des Codes muss zusätzlich noch die Zugriffsberechtigung erlangen und sieht nur die Daten, die für ihn sichtbar geschaltet wurden.

In der Betaphase wird die Datensafe-App anhand eines Adressbuches getestet, weitere Anwendungsbereiche sind in Planung. Die Funktionsweise: Der Nutzer lädt die App auf sein Smartphone, gibt seine Daten einmalig ein und erhält einen siebenstelligen Code, eine Benutzerkennung. Möchte er jemanden zu seinem Adressbuch hinzufügen, muss er nun die Benutzerkennung desjenigen eingeben. Der andere erhält eine Nachricht und kann nun die Zugriffsberechtigung erteilen oder diese verweigern. Hierbei kann er für jeden Nutzer individuell entscheiden, welche seiner Daten einsehbar sein sollen.

Zu den Vorteilen seiner App zählt das Unternehmen:

  • Jeder Nutzer braucht nur seine eigenen Daten zu aktualisieren, z.B. die Adressdaten nach einem Umzug. Alle zugriffsberechtigten Kontakte erhalten sofort die aktualisierten Daten.
  • Mit einem Klick werden die eigenen Daten in fremden Adressbüchern gelöscht. Das bedeutet unmittelbare Kontrolle über die eigene Privatsphäre.
  • Der Nutzer hat jederzeit den Überblick, wer welche seiner Daten einsehen kann.
  • Die Benutzerkennung (der Code) ermöglicht eine eindeutige Identifizierung; vor allem Menschen mit vielfach vergebenen Namen wie z.B. Hans Müller profitieren davon. Durch den Code können keinerlei Rückschlüsse auf die Person gezogen werden

Die Daten werden bereits bei der Eingabe auf dem Smartphone verschlüsselt, dann verschlüsselt zum Server übertragen und dort verschlüsselt gespeichert. Zum Einsatz kommt ein System aus symmetrischer und asymmetrischer Verschlüsselung. Nur der Nutzer sieht die für ihn freigegebenen Daten. "Selbst wir als Unternehmen haben keinen Einblick in die gespeicherten Daten. Diese kommen direkt verschlüsselt bei uns an. Da wir den Schlüssel nicht speichern, haben auch Hacker schlechte Karten", erläutert Klaus.

Für die Entwicklung zur Marktreife sucht Schnipps Beta-Tester. Unter www.myschnipps.de können sich Programmierer und interessierte Tester anmelden. Die erste Version von MySchnipps soll in Englisch und Deutsch verfügbar sein und läuft zunächst auf den Betriebssystemen Android und iOS. (pi)

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