Florian Gschwandtner, runtastic: "Auch 'der kleine Linzer' kann die ganze Welt mit seiner App bedienen" Detail - Computerwelt

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04.08.2010 Rudolf Felser

Florian Gschwandtner, runtastic: "Auch 'der kleine Linzer' kann die ganze Welt mit seiner App bedienen"

Florian Gschwandtner, Mitentwickler der Gewinner-App der "A1 Challenge for Apps", runtastic PRO, im Interview mit Computerwelt.at.

Der Erfolg einer Smartphone-Plattform steht und fällt mit der Akzeptanz der User. Und die wiederum steht heute in engem Zusammenhang mit den angebotenen Apps. Dabei geht es nicht nur um die Quantität, sondern auch die Qualität beziehungsweise den Nutzen der Applikationen. Die Marktplätze von Android, Apple und Blackberry bieten tausende von Apps an - doch meist sind die Anwendungen international und es fehlt der lokale Bezug. Aus diesem Grund hat A1 die heimische Entwicklerszene dazu aufgerufen, die besten lokalen Apps im Rahmen der A1 Challenge for Apps einzureichen. Die Gewinner wurden diese Woche im Rahmen eines Prämierungsevents ausgezeichnet.

78 Einreichungen unterzogen sich dem prüfenden Urteil einer Fachjury. Als beste App wurde runtastic PRO ausgezeichnet und mit 50.000 Euro Preisgeld prämiert. Die Software dient als "mobiler Sport-Motivator" am Smartphone. Mit der App können Sport- und Gesundheitsbewusste ihr Training (egal ob Laufen, Radfahren, Wandern, Skifahren etc.) über GPS am Smartphone aufzeichnen und gleichzeitig ein Online-Trainingstagebuch führen. Die gesammelten Daten werden aufbereitet und können im Trainingsbuch mit Statistiken eingesehen werden. Auch Wettbewerbe sind möglich. Die App zeichnet sich durch Vernetzung, Sprachausgabe sowie hohe Benutzerfreundlichkeit aus und ist darüber hinaus sowohl für Android, Apple als auch BlackBerry verfügbar.

Weitere Bilder der A1-Veranstaltung, sowie eine Auflistung der Gewinner, finden Sie auch auf Seiteclicke.at.

Florian Gschwandtner (im Bild in der Mitte, neben Alfred Luger/runtastic auf der linken und Marco Harfmann/A1 auf der rechten Seite), Mitentwickler von runtastic PRO und Mitbegründer des gleichnamigen Unternehmens runtastic, stand Computerwelt.at für ein Interview Rede und Antwort.

Computerwelt.at: Herr Gchwandtner, herzlichen Glückwunsch zu Ihrem Sieg! Ist runtastic Pro Ihre erste mobile Applikation? Florian Gschwandtner: Ja, das war unsere erste App.

Was war zuerst? Die App oder die Challenge? Die App gab es schon vor der Challenge, aber im Zuge der Challenge wurden neue Features hinzugefügt. Beispielsweise die Kompatibilität zu allen drei Plattformen, iPhone, Android und Blackberry.

Wie hat alles angefangen? Wir sind ein Gründeteam aus vier Personen, drei von uns haben an der FH Hagenberg im Studiengang Mobile Computing studiert, einer kommt von der Johannes Kepler Universität in Linz. Das Projekt wurde ursprünglich 2008 mit dem oberösterreichischen Hightech-Inkubator tech2b gestartet, damals war das Projekt noch RFID-lastig. Die Idee, das Konzept auf Smartphones zu übertragen, kam erst später. Unser Startup-Unternehmen haben wir dann im Oktober 2009 gegründet.

Wie geht es mit Ihnen und der App jetzt weiter? Wir haben nicht nur die App, auf der anderen Seite gibt es noch das Sportportal runtastic.com – es ergänzt die Funktionalität der Applikation. Die Trainingserfolge lassen sich hochladen und werden via Google Maps dargestellt. So können die Sportler ihre Leistungen miteinander vergleichen. Die App wird natürlich weiterentwickelt, beispielsweise um Geotagging für Fotos erweitert. Ein weiteres geplantes Feature wäre etwa die Möglichkeit, Trainingspläne zu erstellen. Parallel dazu wird natürlich das Sportportal weiterentwickelt. Wir haben aber auch neue Ideen. Erst vor kurzem haben wir eine neue App gestartet, den Fitnessmeister (Anm.: Unter runtastic.com/apps finden sich alle Apps von runtastic), mit der sich Trainingspläne erstellen lassen und die auch Trainingsvideos bietet. Im Herbst wird eine weitere kleine App im Gesundheitsbereich erscheinen. Unsere Vision ist es nach wie vor, das größte Online-Sportportal der Welt zu werden.

Wie sieht es bislang mit dem Erfolg am österreichischen und am internationalen Parkett aus? Österreich ist natürlich ein wichtiger Markt für uns, aber die Downloadzahlen in Deutschland oder Frankreich sind deutlich stärker. Der nächste geplante Schritt ist die Expansion auf den US-Markt. Ein großer Vorteil ist heute, dass der Distributionskanal von den Appstores übernommen wird.

Gibt es in Österreich aus Ihrer Sicht eine Entwicklerszene für mobile Anwendungen? Kennt man sich untereinander? Ich würde sagen, man kennt sich eher aus der jungen Startup-Szene. Viele App-Entwickler sitzen zu Hause und entwickeln beispielsweise neben dem Studium. Die Revolution, die gerade passiert, ist, dass auch "der kleine Linzer" die ganze Welt mit seiner Applikation bedienen kann.

Wie sieht es mit der Unterstützung für junge, innovative Software-Entwickler in Österreich aus? Man bekommt Unterstützung, aber es ist ein Förderdschungel. Ein Förderantrag kann sehr aufwendig sein, man muss Richtlinien einhalten und Reports liefern. Das ist unserer Ansicht nach aber auch gut, denn man braucht Kontrollen. Wenn wir mit anderen jungen Startups reden fällt uns oft auf, wie blauäugig sie an diese Sache herangehen. Die Förderungsszene in Österreich ist sehr in Ordnung. Schade ist, dass die Gründung einer GmbH noch schwierig und mit einem hohen finanziellen Aufwand verbunden ist. Zur initialen Gründung eines Unternehmens muss man relativ viel Geld in die Hand nehmen.

Hatten Sie viele schlaflose Nächte im Zuge der Unternehmensgründung? Der schwierigste Schritt war die Kündigung bei einem Arbeitgeber, der einen sicheren Job bietet, mit dem Wissen, dass man in ein Hochrisiko-Business geht. Rückwirkend betrachtet würden wir aber alle diesen Schritt immer wieder machen.

Welche mobile Plattform ist aus Sicht eines Entwicklers die "einfachste"? Am leichtesten haben wir uns mit dem iPhone getan, da sich bislang alle Endgerät gleich verhalten haben. Mit dem Launch von iPhone 4 und iOS 4 sind dann aber doch Probleme bei der Anpassung aufgetaucht. Sehr angenehm ist auch Android wegen dem Open Source-Gedanken: Man kann problemlos alle Schnittstellen ansprechen. iPhone und Android kann man – was die Entwicklung betrifft – mittlerweile ziemlich gleichsetzen.

Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg für die Zukunft!

Das Gespräch führte Rudolf N. Felser.

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