Apps: Am TV hui, am Smartphone pfui? Detail - Computerwelt

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02.11.2010 Rudolf Felser/pte

Apps: Am TV hui, am Smartphone pfui?

Der Fernsehschirm soll in Zukunft ähnlich interaktiv sein, wie das derzeit Smartphones sind.

Der Fernsehschirm soll in Zukunft ähnlich interaktiv sein, wie das derzeit Smartphones sind. Mit der Unterstützung der europäischen Smart-TV-Kampagne will der Elektronikhersteller Samsung das Zusammenwachsen von Internet und TV beschleunigen. Dazu stellt das Unternehmen Entwicklern ein Software Developer Kit mit integrierten Grafikbausteinen zur Verfügung, das eine einfache Programmierung von Apps für den Fernseher verspricht.

"Mit der European Smart TV Challenge wollen wir zusätzlich zu den professionellen Inhalten die Entwicklung kreativer Anwendungen fördern, um Verbrauchern eine ähnlich große Vielfalt wie bei mobilen Apps bieten zu können", sagte André Schneider, Head of Product Strategy bei Samsung.

APPS FÜR KONVERGENZ Die speziell auf den Fernsehbildschirm abgestimmten Apps sind nach Ansicht von Peter Weilmuenster, Vorstandschef des After-Sales-Dienstleisters Bitronic, essenziell für den Erfolg der Konvergenz von TV und Internet. "Das wird ähnlich rasant verlaufen wie bei Smartphones. Die Nutzungsrate des mobilen Webs ist erst durch das vielfältige Apps-Angebot nach oben geschossen. Die von Samsung eingeschlagene Strategie wird das auch bei Fernsehgeräten bewirken", kommentiert Weilmuenster gegenüber dem Online-Dienst pressetext.

Aus Sicht eines Medienunternehmens hinterfragt Marek Baum, Projektleiter IPTV/WebTV Bild digital, die Herausforderungen und Chancen vernetzter TV-Geräte: "Das Nutzungsverhalten am heimischen Fernseher wird sich durch die neuen Geräte entscheidend ändern. Dadurch haben wir die Chance, neben Print, Online und Mobile einen weiteren Vertriebskanal und neue Zielgruppen für unsere Inhalte zu erschließen.

"Mit dem Einzug von bild.de ins Wohnzimmer bieten wir den Nutzern eine neue Vielfalt an Themen und Geschichten am Fernsehgerät", so Baum. Das erfordere allerdings eine ganz andere inhaltliche Ausrichtung. Da könne man nicht mit Mini-Clips arbeiten. Es reiche nicht aus, die Videos und Artikel der Website auf den Fernsehbildschirm zu bringen.

NEUER VERTRIEBSKANAL "Jede Plattform und jedes Medium braucht ein eigenes Storytelling. Hier liegt unsere Aufgabe. Man benötigt verschiedene Erzählweisen und Geschichten", sagt Baum. Bild habe zudem unendlich viele Bilder. Da liege es nahe, das Medium auf den TV-Bildschirm zu bringen.

"Zudem platzen wir auf unserem Onlineportal mit den Videos aus allen Nähten. Man hat gar nicht die Fläche, um alles darzustellen. Mit dem Fernsehen bekommen wir einen weiteren Vertriebskanal, um die Abrufzahlen zu erhöhen", sagte Baum. Im vergangenen Monat hatte Bild über alle Videoplattformen eine halbe Million Videoabrufe. Daran erkenne man, wie extrem dieser Markt wächst.

AM SMARTPHONE DOMINIERT BROWSER Während sich Medienbranche und Industrie also am TV den Aufschwung durch Apps erhoffen, stellt sich der Hype um die kleinen Anwendungen am Smartphone als trügerisch heraus – so die Marktforscher von eMarketer.

Nach wie vor bevorzugen die User des Mobile Webs den klassischen Browser. Sie schätzen offenbar den größeren Nutzerkomfort beim Surfen, um Zugang zu jeglichem virtuellen Content in einem Software-Tool zu erlangen. Bei manchen Funktionen liegen die zweckspezifischen Anwendungen aber bereits voran.

"Apps sind kein vorübergehender Hype, sondern der Beginn einer neuen Revolution", sagt Marco Harfmann, Bereichsleiter Residential & Small Business Marketing A1 Telekom Austria, beim DMVÖ-Congress des Dialog Marketing Verbands Österreich gegenüber dem Online-Dienst pressetext. Dennoch sind sich Marketing-Fachleute aus der Praxis der nach wie vor wesentlich höheren Reichweite des Mobil-Browsers gegenüber den Smartphone-Anwendungen bewusst.

APPS MÜSSEN MEHRWERT BIETEN "Die Apps müssen den Usern einen Mehrnutzen bieten, den sie auf keinem anderen Weg erreichen können", meint Harfmann. Von Bedeutung ist etwa die Individualisierbarkeit der Programme, um ihnen mehr Relevanz zu verleihen. So befinden sich den Marktforschern von Borrell Associates zufolge nur fünf Prozent der neu geladenen Dienste länger als sechs Monate auf den Geräten der Nutzer.

Zwar zeigen die Apps weiterhin herausragende Download-Raten. Bei der Nutzung liegt der Browser jedoch klar voran. Für den Zugang zu Produktinformationen beim Online-Shopping oder zu Blogs verwenden beispielsweise mehr als drei Viertel der Mobile-Web-User lieber den Browser. Selbst Sportnews, Nachrichten, Videos und lokale Informationen wie das Wetter rufen die Medienkonsumenten eher selten anhand dafür vorgesehener Anwendungen ab. Social Networks, Musik und Games steuern die Nutzer hingegen bevorzugt mittels Apps an. (pte/rnf)

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