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12.01.2011 pte

Kampf um die Marke "App Store"

Im Kampf um die Vorherrschaft im boomenden App-Geschäft bahnt sich ein Machtkampf zwischen Apple und Microsoft an.

Wie das US-Branchenportal Cnet berichtet, hat der Computer- und IT-Riese aus Redmond gestern, Dienstag, beim U.S. Patent and Trademark Office (USPTO) einen Antrag eingebracht, der sich vehement gegen den von Apple erhobenen Patentanspruch auf den Markennamen "App Store" ausspricht. Darin wird festgehalten, dass der Begriff ganz einfach zu generell sei, um ihn lediglich für eine bestimmte Anwendung eines einzigen Herstellers registrieren lassen zu können.

"Mit dem Begriff 'App Store' ist definitiv ein sehr hoher Markenwert verbunden. Sein Einsatz ist heute aber so breit gefächert und auf verschiedene Anbieter verteilt, dass es nicht zu rechtfertigen ist, die entsprechenden Markenrechte einem einzigen Unternehmen zuzusprechen", erklärt Markus Hübner, Chef der Agentur Brandflow, gegenüber der Nachrichtenagentur pressetext. Dass Microsoft sich mit aller Kraft gegen den Versuch Apples zur Wehr setzt, sich den Mehrwert, der aus diesen Markenrechten entsteht, unter den Nagel zu reißen, sei mehr als verständlich. "Dieser Streit könnte sich zu einem heißen Eisen entwickeln", meint Hübner.

GENERISCHE BEZEICHNUNG In der Antragsschrift, die Microsoft beim US-Patentamt eingebracht hat, argumentiert das Unternehmen vor allem damit, dass "App Store" eine sehr generische Bezeichnung sei. Diese stehe stellvertretend für eine ganze Reihe verschiedener Services des Einzelhandels, die App-Plattformen als Vertriebsweg nutzen. Würden die Markenrechte einem einzigen Anbieter zugesprochen, hätten Konkurrenzunternehmen keinerlei Chancen mehr, den Begriff für ihre eigenen Angebote zu verwenden, was wiederum wettbewerbliche Nachteile nach sich ziehen würde, kritisiert Microsoft.

Auch der Markenexperte schließt sich dieser Argumentation an: "Man muss Apple zwar zugute halten, dass es dem App Store-Phänomen durch eine deutliche Verbesserung der Usability zum Durchbruch auf den Massenmarkt verholfen hat. Das alleine rechtfertigt aber noch lange nicht, dass sich das Unternehmen die alleinigen Patentrechte an einem Begriff einverleibt, der eigentlich schon vor vielen Jahren innerhalb der Linux-Community geboren wurde."

Apple hatte schon knapp eine Woche nach dem Start des eigenen App Stores im Jahre 2008 versucht, sich die Markenrechte am "App Store"-Begriff zu sichern. Eine endgültige Entscheidung der US-Patentrichter steht bislang allerdings noch aus. "Wenn Apple tatsächlich mit seinem Vorhaben durchkommen würde, wäre das sehr besorgniserregend. Die Signalwirkung einer solchen Entscheidung wäre katastrophal", betont Hübner. (pte)

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