WAC will Smartphone-Apps massentauglich machen Detail - Computerwelt

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27.01.2011 Christof Baumgartner

WAC will Smartphone-Apps massentauglich machen

Internationale Unternehmen ziehen gemeinsam an einem Strang. Auch die Telekom Austria Group (TAG) ist Gründungsmitglied der Allianz WAC.

Der Markt mit den Applikationen, also kleinen Programmen, die man auf sein Smartphone laden kann, wächst und wächst. Laut Arthur D. Little soll der Markt allein in der Region EMEA 2012 rund 4,3 Milliarden Euro schwer sein. Auf dem World Mobile Congress in Barcelona haben sich vor einem Jahr internationale Netzbetreiber und Telekommunikationsunternehmen zur Wholesale Application Community (WAC) zusammengeschlossen, die das Ziel verfolgt, als weltweites Bindeglied zwischen den Entwicklern von Applikationen und den Kunden zu fungieren. Auch die Telekom Austria Group (TAG) ist Gründungsmitglied der Allianz. Claudia Winkler, Group Chief Marketing Officer, und Hans Pichler, Group CTO, erläutern im Gespräch mit der Computerwelt die Hintergründe der Allianz.

Was ist die WAC und was will sie bezwecken? Hans Pichler: Kurz gesagt soll die WAC einen standardisierten globalen Zugang für Applikationen schaffen und zwar für Entwickler und Netzbetreiber. Heute werden Applikationen für ein spezielles Betriebssystem wie zum Beispiel Apple entwickelt. Aber das Geschäft wird für die Entwickler immer größer. Standardisierte Schnittstellen wie das API (Application Programming Interface, Anm.) sollen es ermöglichen, Apps betriebssystemunabhängig zu entwickeln, so dass diese dann auf den verschiedensten Endgeräten funktionieren und weltweit in den verschiedenen Netzen genutzt werden können.

Warum braucht es Standardisierung? Hans Pichler: In den letzten Jahren hat die Standardisierung vielen Technologien wie GSM oder UMTS zum Durchbruch verholfen. Ohne Standardisierung gäbe es keine länderübergreifende Kommunikation. Es geht in diesem Fall darum betriebssystemübergreifend zu sein. Der Aufwand eine App zu entwickeln ist derzeit groß. Claudia Winkler: Derzeit existiert ein fragmentierter Markt. Der Plan ist es, den Markt massentauglich zu machen und die Möglichkeit zu bieten, Apps unabhängig vom Betriebssystem nutzbar zu machen. Damit wird die ansprechbare Community viel größer und es profitieren die Entwickler über Revenuesharing und auch die Netzbetreiber.

Welche Unternehmen sind dabei? Claudia Winkler: In der WAC sind fast alle Provider weltweit vertreten. Die größten sind Vodafone und China Mobile, aber auch zahlreiche Hersteller. Die TAG ist im vergleich ein regionaler Player, aber wir haben uns immer schon sehr innovativ positioniert. Wir wollen mitgestalten. Die WAC ist ein Non-Profit-Unternehmen mit dem Ziel eine Plattform für Developer zu entwickeln, damit es für diese einfacher wird, an die rund fünf Milliarden Handynutzer weltweit zu kommen. Wenn ich nur für iOS oder Android OS entwickle, kann ich nur einen Teil erreichen. Mit der WAC kann ich auf einen Schlag fast alle erreichen.

Wie weit ist die WAC? Claudia Winkler: Ende 2010 wurde das erste Developer-Kit veröffentlicht. Die WAC geht davon aus, dass 2011 bereits ein Drittel aller Smartphones WAC-fähig sein werden. Ab Sommer soll WAC in die breite Masse gehen.

Was bedeutet WAC-fähig? Hans Pichler: Mit einen WAC-Client wird es möglich, sich Applikationen herunterzuladen. Es gibt dadurch auch die Möglichkeit, als Netzbetreiber exklusive Applikationen anbieten zu können. Das ist ein wesentlicher Punkt. Zum Beispiel eine Gutschein-App. Solche Apps sind derzeit an ein Betriebsystem gebunden. Vorraussetzung ist natürlich ein gut funktionierendes Netz. Bei der Entwicklung von Apps können die Entwickler durch die APIs auf die Spezifikationen des jeweiligen Netzes zurückgreifen, zum Beispiel auf Messagingfunktionen und Lokalisierungsinformationen.

Warum engagiert sich die TAG in diesem Bereich? Hans Pichler: Der Markt für Apps wird größer und auch Provider können ihre Applikationen sowohl regional als auch international einem größeren Publikum anbieten. Wichtig ist auch, dass eine gute Usability und Performace gegeben ist. Je tiefer man Applikationen in das Betriebssystem integriert, desto besser werden sie.

Das Gespräch führte ­­Christof Baumgartner.

Hans Pichler, CTO Hans Pichler hat das Studium der Nachrichtentechnik und Elektronik absolviert und ist seit 1996 für die Mobilkom Austria tätig. Als Projektleiter für das GSM-Pilotsystem fungierte er nebenbei noch als Leiter verschiedenster Projekte. Seit 2009 ist er CTO der Telekom Austria Group.

Claudia Winkler, CMO Claudia Winkler studierte Handels­wissenschaften an der WU Wien und Straßburg, absolvierte ein Postgraduate Studium in Sydney und ist seit 2003 bei der Mobilkom Austria. 2010 hat sie die Leitung des Bereichs Marketing der ­Telekom Austria Group übernommen.

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