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15.07.2009 idg

App Store feiert Geburtstag

Mit seinen praktischen, originellen und zum Großteil kostenlosen Applikationen trägt der App Store stark zur Attraktivität des iPhone bei.

Kaum jemand hätte gedacht, dass diese Neuheit so einschlagen wird, als Apple am 11. Juli 2008 den iTunes Store um eine Rubrik mit Programmen für das iPhone und den iPod Touch erweiterte. Ein Jahr und über eine Milliarde Downloads später sieht die Sache anders aus – mit seiner Mischung aus praktischen, originellen und zum Großteil kostenlosen Applikationen trägt der App Store stark zur Attraktivität des Kult-Handys iPhone bei.

Der Erfolg des iTunes App Store ist aber nicht nur anhand der bloßen Zahlen überwältigend. Er hat auch dazu geführt, dass inzwischen fast jeder Hersteller von Smartphone-Betriebssystemen das Konzept einer Plattform, auf der Nutzer auf einfachste Weise Software von Drittanbietern kaufen und auf sein Gerät laden kann, kopiert.

KONKURRENZ KOPIERT APP-STORE-MODELL So gaben in den vergangenen zwölf Monaten der Blackberry-Anbieter Research in Motion (RIM), Microsoft (Windows Mobile), Google (Android), Nokia (Symbian) und Palm (webOS) Pläne für einen eigenen Marktplatz bekannt. Bislang wurden die mobilen Download-Stores jedoch nur teilweise verwirklicht: Der Windows Marketplace for Mobile frühestens mit Windows Mobile 7, auch die Blackberry Appworld hat zumindest hierzulande noch Startschwierigkeiten, während Nokias Ovi Store zwar läuft, aber noch mit technischen Problemen zu kämpfen hat. Den besten Eindruck hinterlässt derzeit noch der nur auf den Endgeräten abrufbare Android Market von Google. Der Internet-Riese hatte vorgearbeitet und mit dem Entwicklerwettbewerb Android Developer Challenge dafür gesorgt, dass bereits zum Launch des T-Mobile G1 interessante Apps bereitstanden.

Für die etablierten Anbieter ist Apples Erfolg mit dem App Store insbesondere deshalb ein Schlag ins Gesicht, weil es sich nicht unbedingt um ein neuartiges Konzept handelt. So war die einfache Entwicklung von Drittapplikationen lange Zeit ein Verkaufsargument für Windows Mobile. Und auch eingefleischte Nutzer von Symbian-Smartphones und Blackberrys wissen, dass die Vielzahl von Anwendungen ihrem Gerät den allerletzten Feinschliff geben.

ERFOLG ENG MIT IPHONE VERKNÜPFT Selbst was das Prinzip einer zentralen Handelsplattform angeht, hat Apple nur aufgegriffen und perfektioniert, was Handango schon seit - gemessen an dem Alter der Branche – »Ewigkeiten« betrieben hat: Der Urvater von App Store und Co feierte im Januar seinen zehnten Geburtstag mit über 100 Millionen Downloads und bietet aktuell gut 140.000 Anwendungen für fast 1.000 mobile Endgeräte an. Ironischerweise scheint gerade der Umstand, dass Handango Anwendungen für so viele unterschiedliche Smartphones bereitstellt, den Erfolg zu mindern. Entsprechend kann man davon ausgehen, dass der Erfolg des App Store eng mit dem des Apple iPhone verknüpft ist.

Wenngleich führende Apple-Manager den App Store revolutionär nennen, gehen Analysten aber nicht ganz so weit, ihn als den »Hit« schlechthin bezeichnen. »Es ist eine große Sache für Apple und hat ein ganzes Ökosystem um das iPhone geschaffen«, erklärt Jack Gold von J. Gold Associates.

Die Frage sei indes, wie gut die beteiligten Entwickler daran verdienen. Obwohl (oder eben weil) sich Apple bedeckt hält, kann man davon ausgehen, dass es sich bei den meisten Downloads um kostenlose Apps handelt – umgerechnet hat jeder iPhone- und iPod-Nutzer etwa 25 Programme aus dem App Store geladen. Einmal auf dem Gerät finden sie nur kurz Beachtung, um zu einem späteren Zeitpunkt wieder entfernt zu werden. Ein weiteres Argument dafür ist, dass Apple starkes Interesse daran hat, Drittentwickler bei Laune zu halten. So fügte die Jobs-Company erst vor kurzem im Rahmen des Firmware-Upgrades iPhone 3.0 über 1.000 neue Programmierschnittstellen (API) hinzu – darunter die Möglichkeit, innerhalb einer Anwendung Einkäufe zu machen.

"90 PROZENT DER APPS SIND MÜLL" Rob Enderle, Chefanalyst der Enderle Group, geht soweit, 90 Prozent der Apps als »Müll« einzuschätzen. Dies bedeute, dass Apple ein Problem mit der Qualitätskontrolle habe, befindet er. So erlaube die Company böse, wenn nicht gar anstößige Anwendungen wie das schließlich entfernte Programm »Baby Shaker«, während sie zur gleichen Zeit legitimen GPS-Anwendungen den Weg in den App Store versperre. Als anderes Beispiel verweist Enderle darauf, dass iPhone-User zwar den Internet-Radio-Dienst »Slacker« aus dem App Store laden können. Es sei ihnen jedoch – im Gegensatz zu Blackberry-Nutzern untersagt, die Songs auf ihrem Gerät zu cachen, um sie offline (etwa in einem Flugzeug) anzuhören. »Apple hat zu viel Zeug, das nicht in den App Store gehört, und Ungleichheit bezüglich dem, was erlaubt ist«, so Enderles Fazit.

Bei aller Kritik habe der App Store jedoch das Konzept von schnellem und einfachen drahtlosen Zugriff auf Anwendungen populär gemacht, was letztendlich auch die Verbreitung von Cloud Computing vorantreibe, befinden Enderle und andere Analysten. Entsprechend werde sich das App-Store-Konzept jenseits von Smartphones auch auf andere Plattformen ausbreiten, besonders in das Home-Entertainment und sogar in Autos.

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