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16.12.2015 pi

2016: Was kommt als Nächstes?

Jedes Jahr wirft James Richardson, Experte für Strategie in Business Analytics, ehemaliger Gartner-Analyst und einer der Vordenker bei Qlik, einen Blick in die Zukunft, wohin seiner Meinung nach die Reise geht. Im Interview spricht er über die sechs Spitzentrends, die er für die BI-Branche im Jahr 2016 sieht.

James Richardson, Business Analytics Strategist bei Qlik

James Richardson, Business Analytics Strategist bei Qlik

© Qlik

"Information of Everything" nennt Gartner einen der wichtigsten Trends für 2016. Grund genug, James Richardson, Experte für Strategie in Business Analytics, ehemaliger Gartner-Analyst und einer der Vordenker beim BI-Spezialisten Qlik, nach seiner Sicht der Dinge zu befragen.

Jeder redet über die Trends 2016. Gibt es eigentlich auch etwas, was sich nicht verändern wird?

James Richardson: Sicher. Die große Nachfrage nach BI-Lösungen beispielsweise hält seit Jahren an. Auch setzen Unternehmen kontinuierlich auf Predictive Analytics. Auch suboptimale Datenqualität ist und bleibt ein Problem, was es weiterhin anzugehen gilt. Die Governance-Anforderungen für Informationen sind einerseits sehr hoch, andererseits können viele BI-Lösungen diese bislang nur unzureichend abbilden. Dies sind ein paar Dinge, die sich 2015 nicht geändert haben.

Wie gehen Anwender mit dem Datenboom um?

Früher haben die Anwender nur Daten konsumiert – in einem vorgegebenen Raster. Heute befassen sie sich mit Datenvorbereitung und Data-Profiling. Dieser "Informationsaktivismus" führt dazu, dass Menschen visuelle Data Discovery nicht nur im Business nutzen, sondern auch für Themen, die sie privat interessieren. Visualisierung wird zu einer Art der Selbstdarstellung – man denke nur an "Quantified Self". Sie lernen etwas über sich selbst, erstellen eigene visuelle Apps und beschäftigen sich aktiv mit den wachsenden Datenmengen. Damit ändert sich die Art, wie Menschen öffentliche Daten nutzen. Datenauswertung hilft also nicht nur dem Journalismus, zu verstehen, wie die Gesellschaft funktioniert.

Was bedeutet diese neue Selbständigkeit für die Unternehmen?

Gerade im Hinblick auf die ständig wachsende Datenmenge möchten sich Anwender bei der Erstellung ihrer eigenen Analysen immer weniger auf andere verlassen. Auch wenn Self-Service BI die neue Normalität ist, bedeutet das aber nicht zwangsläufig Anarchie. Es heißt vielmehr, dass die Nutzer in einem verwalteten Datenraum arbeiten müssen. Governed Data Discovery erhält für Unternehmen oberste Priorität. Innerhalb dieses Governance-Frameworks können Anwender Antworten auf ihre Fragen finden, statt sich Gedanken darüber machen zu müssen, ob die Daten an sich korrekt sind. Und wenn alle Anwender die gleichen Informationen nutzen, können Entscheidungen viel effizienter und besser getroffen werden.

Also Big Data in geregelten Bahnen?

Durchaus. Immer mehr Unternehmen analysieren auch Daten, die außerhalb des klassischen BI-Kosmos liegen. Neue Datenquellen werden nicht mehr als fremdartig angesehen. Vielmehr entstehen umfassende und komplexe Datenlandschaften, die aus vielen Quellen schöpfen. Wir nennen das einen "Data Lake". Der Nutzen dieses Datensees ist vielfältig, das variiert je nach Anwendungsfall. Die höchste Wertschöpfung lässt sich in den Knotenpunkten erzielen, wo sich traditionelle BI-Daten – etwa finanzielle Transaktionen – und Big Data vermischen.

Wofür braucht man Daten aus externen Quellen?

Nicht nur unternehmensinterne Daten sind für ein Unternehmen relevant. Je mehr Informationen aus internen und externen Datenquellen die Anwender kombinieren können, desto mehr Kontext bekommen die Daten, was letztlich zu mehr Erkenntnissen und besseren Entscheidungen führt. Ob es sich um Standortdaten oder soziodemografischen Daten handelt – je nach Anwendungsfall kann ihre Analyse Unternehmen einfach und schnell dabei helfen, das Risiko für einige Managemententscheidungen zu senken.

Wie macht man Daten spannend?

Daten werden erst wirklich relevant, wenn sie aufgenommen werden, wenn man nach der Erkenntnis aus den Informationen handelt. Menschen erzählen gerne Geschichten – das trifft auch auf das Arbeitsumfeld zu. Wenn sie einer Gruppe einen Vorschlag unterbreiten, nehmen tatsächlich 86 Prozent der Menschen häufig oder immer die Gelegenheit, "darzulegen, was zuvor geschehen ist". 80 Prozent nehmen sich häufig oder immer die Zeit, "vorauszuplanen oder mögliche Ergebnisse vorauszusagen". Storytelling macht eine Aufgabe nicht nur persönlicher, es kann sie für die Zuhörer auch einprägsamer, wirkungsvoller und bedeutsamer machen. 2016 wird es keine Entschuldigung mehr dafür geben, dies offline zu tun. Die Menschen nutzen interaktives Storytelling dazu, Informationen auf eine überzeugendere Weise zu liefern. Und das motiviert ganze Teams dazu, in dem Moment zu handeln, in dem die Erkenntnis auftaucht.

Um verteilte Teams zu motivieren, muss man aber auch erst die Menschen erreichen – egal wo sie sind.  

Richtig. Mobilität wird für Datennutzer wichtiger denn je. Wir müssen BI und Analysen auf einer Vielzahl an Geräten darstellen können. 85 Prozent der Befragten aus den USA und 77 Prozent der Befragten aus dem Rest der Welt nutzen mehrere Geräte gleichzeitig, um ihre Ziele zu erreichen. Ein uneingeschränkter Zugang zu ihren Daten kann den Nutzern dabei helfen, Fragen jederzeit zu stellen und schnell die Antwort zu finden. Business Intelligence-Lösungen, die einen permanenten und rapiden Wechsel zwischen den Geräten nicht unterstützen, werden den Anforderungen der Anwender nicht gerecht.   

James Richardson:
James Richardson ist Business Analytics Strategist beim Visual Analytics-Experten Qlik und einer der Visionäre des Unternehmens.

Das Interview wurde von Qlik zur Verfügung gestellt.

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