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10.06.2011 pi/Rudolf Felser

Business Intelligence per Zeigefinger

Der Hype um mobile Endgeräte hat die Unternehmen erreicht. Selbst mit anspruchsvollsten Geschäftsprozessen machen Smartphones und Tablets mittlerweile eine gute Figur. Bestes Beispiel: Business Intelligence (BI).

Die International Data Corp. (IDC) rechnet mit einer "Zunahme von mobilen Unternehmensapplikationen", Gartner prophezeit ein Umsatzvolumen von mehr als einer Billion US-Dollar bis 2014, während Forrester gar bereits den Chief Mobility Officer ins Leben ruft – der Mobility-Trend hat die Unternehmens-IT erreicht. Alleine für das vergangene Jahr schätzt Forrester den Umsatz mit bezahlten Apps auf 1,7 Milliarden US-Dollar, Tendenz steigend. So kalkulieren die Auguren heute mit einer durchschnittlichen Wachstumsrate von 82 Prozent bis 2015. Smartphones und Tablets haben sich zu geschäftskritischen Instrumenten entwickelt – angetrieben vom Boom mit iPhones und iPads im privaten Umfeld.

Immer häufiger nämlich erlauben Unternehmen ihren Mitarbeitern, private Geräte auf eigene Verantwortung zu nutzen, Stichwort "Bring your own device". Und das Potenzial ist beeindruckend: Kaum ein noch so komplexer Geschäftsprozess, der sich nicht per mobilem Endgerät abwickeln ließe. Ob per Zugriff auf das firmeneigene ERP-System, zur Unterstützung der Supply Chain oder für Anforderungen im BI-Umfeld – die permanente Anbindung an das Internet beziehungsweise Intranet per WLAN, UMTS oder GPRS schafft nahezu endlose Einsatzszenarien.

"Der schnelle Zugriff auf Informationen, die einfache Bedienung per Touchscreen und die umfangreiche Konnektivität prädestinieren Tablets wie das iPad geradezu für den geschäftlichen Einsatz in unterschiedlichsten Branchen", so Roger Schymik, Director Presales für Deutschland, Österreich und die Schweiz, beim BI-Spezialisten QlikTech. "Wir gehen davon aus, dass der Markt für Tablets das Geschäft mit Note- und Netbooks bis 2015 überholen wird." Argumente, weshalb das auf klassische BI-Lösungen spezialisierte schwedische Softwareunternehmen mit Hauptsitz in den USA seit einiger Zeit auch die Entwicklung einer mobilen BI-Lösung für das iPad vorantreibt. Damit lassen sich selbst komplexe systematische Analysen von Daten auf den handlichen Devices durchführen. Schymik: "Bei BI geht es darum, bessere operative und strategische Entscheidungen treffen zu können. Da darf es keine Rolle spielen, wo sich der Anwender gerade aufhält." Schließlich erfordere die stetige Beschleunigung der Business-Welt auch immer raschere Entscheidungen. Entsprechend sei es für viele Führungskräfte nicht mehr akzeptabel, lange auf die Aufbereitung eines Reports zu warten.

MOBILE BI AUS SCHWEDEN Nur logisch erschien es für die BI-Strategen aus Lund deshalb, eine mobile Variante ihrer Business-Discovery-Plattform QlikView zu entwickeln: Mit "QlikView on Mobile" ermöglicht der Hersteller jederzeit den Zugang zu relevanten Unternehmensdaten via iPad. Die Funktionsweise: Informationen werden über einen QlikView-Server im Unternehmen zur Verfügung gestellt und an das Endgerät übertragen. Anwender können so Geschäftsdaten in Echtzeit verfolgen, als wären sie innerhalb des Unternehmens – per Touchscreen und ohne spezielles Training, wie Schymik verspricht. Die mobile Version der BI-Software ermögliche es Geschäftsanwendern, den kompletten Funktionsumfang des großen Bruders – inklusive interaktiver Analysen, state-of-the-art-Visuals und assoziativer Suche – zu verwenden. Selbst hoch komplexe Analysen seien heute mobil machbar.

Schymik skizziert ein typisches Einsatzszenario: Ein Pharma-Vertreter sei beispielsweise in der Lage, aktuelle Bestände zu Medikamenten aus dem Konzern zu sehen und Bestellungen direkt vor der Apotheke abzurufen, nachdem seine Position per GPS-Ortung automatisch lokalisiert wurde – innerhalb von Sekunden und jederzeit topaktuell. Ebenso könne ein Manager eines Bekleidungshauses Ad-hoc-Abfragen über die Verfügbarkeit bestimmter Kleidungsstücke in anderen Niederlassungen starten und entsprechend online disponieren. "Ein Marketing Manager wiederum erhält aktuelle Informationen und Auswertungen über das verfügbare Marketing-Budget für das aktuelle Quartal", beschreibt Schymik ein weiteres Exempel aus der Praxis.

SICHERHEIT: DAS A UND O Trotz der schier unendlichen Möglichkeiten und der hohen Nachfrage für Unternehmenseinsätze bleibt ein zentraler Aspekt, mit dem die Entwicklung einer solchen mobilen Anwendung steht und fällt, die Sicherheit. Eine derart unternehmenskritische Applikation auf iPad und Co. setzt voraus, dass Unternehmensdaten mit Hilfe geeigneter Technologien abgesichert werden, wenn Daten außerhalb der firmeneigenen Firewall verarbeitet werden sollen. So muss gewährleistet sein, dass per Remote Management die betreffenden Geräte gesperrt und Daten gelöscht werden, falls diese verloren gehen oder Mitarbeiter das Unternehmen verlassen. QlikTech hat sich hier für einen besonderen, wenngleich untypischen, Weg entschieden: Alexander Klaus, Director Marketing DACH bei QlikTech, erklärt: "Entscheidend für den Erfolg unserer Lösung ist, dass die sensiblen Daten nicht auf dem Endgerät landen." Bei QlikTech erfolge die Abfrage der Informationen direkt auf dem QlikView-Server, bevor lediglich die Informationen – speziell für das jeweilige Endgerät aufbereitet – übermittelt würden. "Wir haben uns deshalb gegen eine spezielle App für das iPad entschieden und nutzen stattdessen Ajax." Damit hätten schlussendlich auch die Administratoren innerhalb des Unternehmens einen möglichst geringen Aufwand, die Sicherheit zu gewährleisten und das System am Laufen zu halten. (pi)

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