Computerwelt: Aktuelle IT-News Österreich


23.05.2012 :: Printausgabe 11/2012 :: idg/Oliver Weiss

Unstrukturierte Daten – ungelöstes Problem

Business-Intelligence-Systeme kommen mit 80 Prozent der anfallenden Daten nicht zurecht. "IT-Manager müssen ihre Strategie, wie sie mit Daten umgehen, grundsätzlich überdenken", sagt Mark Beyer, Research Vice President bei Gartner. Es gebe den Wunsch, sich die in vielfältiger Weise und auf unterschiedlichen Kanälen bereitstehenden Datenmassen nutzbar zu machen. Darüber intensiv nachzudenken, berge einerseits große Chancen. Andererseits könne eine falsche Strategie in Sachen Big Data ins Chaos führen.

© Fotolia / Konstantin Li

»IT-Manager müssen ihre Strategie, wie sie mit Daten umgehen, grundsätzlich überdenken«, sagt Mark Beyer, Research Vice President bei Gartner. Es gebe den Wunsch, sich die in vielfältiger Weise und auf unterschiedlichen Kanälen bereitstehenden Datenmassen nutzbar zu machen. Darüber intensiv nachzudenken, berge einerseits große Chancen. Wie Informationen genutzt würden, lasse sich nämlich entscheidend beeinflussen. Andererseits könne eine falsche Strategie in Sachen Big Data ins Chaos führen. Damit verbunden sind Compliance-Risiken und erhöhte Kosten. Es sei der falsche Weg, sich nur auf den Aspekt der wachsenden Datenmengen zu fokussieren, mahnt Beyer.

Fakt ist aber, dass die Datenmengen explodieren. Allein die noch nicht gehobenen Informationsschätze, die schon heute in sozialen Netzen, Blogs, Foren etc. lagern und ihrer Auswertung harren, sind immens. Hinzu kommen unterschiedliche Anwendungsfelder und Informationskanäle, aus denen Massendaten gesaugt werden können. Neben den Inhalten aus dem Web werden die Datenspeicher mit Informationen aus sämtlichen denkbaren Bereichen gefüttert. Lieferanten können so unterschiedliche Quellen wie RFID-Tags und Sensoren sein.

NACH NEUN WOCHEN VERALTET

Abgesehen von der reinen Datenmenge – laut IDC sind 70 Prozent aller Daten nach nur neun Wochen veraltet – tut sich ein wesentlich gravierenderes Problem auf: 80 Prozent der anfallenden Daten sind unstrukturiert. Das war bisher anders. Rüdiger Spies, Analyst bei IDC: »Zumindest nach dem bisherigen Sprachgebrauch verarbeiten Business-Intelligence-, Decision-Support- oder Data-Mining-Systeme strukturierte Daten in relationalen Datenbanken in Tabellen.« Inzwischen aber müssen Daten analysiert werden, die überwiegend in unstrukturierter Form vorliegen. Es gibt Möglichkeiten, die bisherigen Techniken auch auf unstrukturierte Daten anzuwenden. In Call-Centern zum Beispiel werden Gespräche mitgeschnitten. Diese Texte könnten in Ascii-Text transkribiert werden, um sie dann etwa auf bestimmte Wörter hin zu analysieren.

Unstrukturierte Daten werden also auch heute schon für weitere Analysen genutzt. Aber, argumentiert Spies, am Verständnis insbesondere von sprachlichen Mehrdeutigkeiten scheiterten bislang alle Systeme: »Sie rechnen mit Schwarzweiß-Entscheidungen und eben nicht mit solchen im Graustufenbereich und auch nicht mit Wahrscheinlichkeiten.« BI nutzt die in Anwendungen wie ERP vorhandenen strukturierten Daten eines Unternehmens und analysiert sie in einem Data-Warehouse. Je nach Fragestellung und Perspektive können hierbei Gewinne, Verluste oder Umsatzzahlen für einen gewissen Zeitraum abgefragt werden. Zudem lassen sich komplexere Analysen erstellen, was als Data Mining bezeichnet wird. Die Resultate solcher Abfragen werden dann einem Wissens-Management-System und damit einer größeren Allgemeinheit zur Verfügung gestellt. Auf Basis solcher Resultate lassen sich dann Unternehmensentscheidungen treffen. Das gesamte BI-Prozedere mündet letztlich in heutzutage übliche CRM- oder Balanced-Scorecard-Systeme.

Immer liegen bei diesen Verfahren die befragten Daten in strukturierter Form vor. Damit entzieht sich aber die große Masse an Informationen, die für die Analysen vielfältigster Art genutzt werden könnten, der Erkenntnisgewinnung. Erst langsam beginnen Unternehmen, sich etwa für die Produktentwicklung Informationen zu eigen zu machen, die etwa in sozialen Netzen, Blogs und Foren vorliegen. Um die Erwartungen von Käufern an ein bestimmtes Produkt durch geeignete IT abzufragen und auszuwerten, fehlt es bis jetzt an handhabbaren Werkzeugen.

Diesen Artikel

Bewertung:

Übermittlung Ihrer Stimme...
Noch nicht bewertet. Seien Sie der Erste, der diesen Artikel bewertet!
Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
  Sponsored Links:

IT-News täglich per Newsletter

E-Mail:
Weitere CW-Newsletter

CW Premium Zugang

Whitepaper und Printausgabe lesen.  

kostenlos registrieren

Aktuelle Praxisreports

(c) FotoliaHunderte Berichte über IKT Projekte aus Österreich. Suchen Sie nach Unternehmen oder Lösungen.

Zum Thema

  • ectacom GmbH

    ectacom GmbH Aus- und Weiterbildung, IT-Asset- und Lizenzmanagement, Übernahme von Softwareprojekten, Datenschutz, Antiviren- und Virenscanner Software, Backup und Recovery Systeme, Firewalls,... mehr
  • free-com solutions gmbh

    free-com solutions gmbh Werbewirtschaft, Wasser- und Energieversorgung, Vereine und Verbände, Umweltschutz, Touristik, Personenverkehr, Öffentliche Verwaltung,... mehr
  • ETC - Enterprise Training Center

    ETC - Enterprise Training Center E-Learning, Datenschutz, B2B Dienste und Lösungen, Outsourcing, IT-Personalbereitstellung, Aus- und Weiterbildung mehr
  • Fabasoft AG

    Fabasoft AG Vereine und Verbände, Öffentliche Verwaltung, Medizin und Gesundheitswesen, Luft- und Raumfahrttechnik, Freie Berufe, Finanzdienstleistungen, Qualitätssicherung,... mehr

Hosted by:    Security Monitoring by: