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11.07.2012 :: Printausgabe 14-15/2012 :: Oliver Weiss +Premium Content

Salzburger Firma vollbringt Heldendaten

Das neu gegründete Unternehmen Heldendaten will sich in Österreich als Qliktech-Partner Nummer eins etablieren.

© Heldendaten





Im März dieses Jahres haben Michael Gruber und Thomas Baldinger in Salzburg das auf Business Intelligence (BI) spezialisierte Unternehmen Heldendaten gegründet. Auf der Produktseite konzentriert sich Heldendaten auf Qlikview und Roambi. Im Gespräch mit der COMPUTERWELT gibt Gruber Tipps zur Einführung von BI-Lösungen und erklärt, warum mobile BI nicht nur eine Spielerei ist.

Ab welcher Unternehmensgröße macht BI Sinn?

Michael Gruber Das hängt weniger von der Unternehmensgröße ab, sondern eher von der Zahl der Mitarbeiter, die Informationen benötigen. Grundsätzlich würde ich sagen, dass jedes Unternehmen ab 150 Mitarbeitern aufwärts Bedarf an BI-Tools hat. Der typische österreichische Mittelstand eben, wo man gerade mit Qlikview sehr gut punkten kann, weil die Software nicht so komplex und teuer einzuführen ist, wie Lösungen der großen Anbieter.

Was sollte man bei der Auswahl einer BI-Lösung beachten?

Die IT-Abteilung muss sich die Fragen stellen: Kann ich meine bestehenden Datenquellen einbinden? Was bedeutet das im Bezug auf Berechtigungssysteme, Security, Portalintegration sowie mobile Applikationen und Verfügbarkeit? Die Fachabteilungen wiederum müssen sich fragen, ob die IT in der Lage ist, die Daten so zur Verfügung zu stellen, dass die Fachabteilungen selbstständig neue Abfragen definieren können, ohne jedes Mal eine neues Projekt starten zu müssen. Für den Endanwender stellt sich die Frage wie einfach so ein Tool zu bedienen ist. Es ist nach wie vor nicht selbstverständlich, dass Anwender BI-Tools bedienen können, für die Akzeptanz eines Tools ist das jedoch der entscheidende Punkt.

Was sind die größten Stolpersteine bei BI-Projekten?

Technisch ist das mittlerweile nicht mehr die große Herausforderung. Es sind eher organisatorische Themen, die entscheiden. Ich würde da Testläufe empfehlen. Es dauert heute nur zwei, drei Tage, eine konkrete Aufgabenstellung von der Datenquelle bis zum Endanwender zu testen. Beim Aufbau dieser Testumgebung sollten alle Betroffenen mitwirken können, denn nur so lässt sich in Erfahrung bringen, was dann in der Praxis tatsächlich auf die Mitarbeiter zukommt. Was in Powerpoint-Präsentationen einfach aussieht, kann in Wirklichkeit sehr kompliziert sein.

Macht mobile BI Sinn oder ist es eher ein Marketing-Gag der Anbieter, der iPad-verliebte Vorstände heiß auf die eigene Software machen soll?

Es fängt oft beim Vorstand an, das stimmt. Es geht aber immer mehr in die Breite und ist nicht nur ein Marketing-Gag. Die Firma Holter beispielsweise, einer der größten Anbieter im Sanitärbereich in Österreich mit über 700 Mitarbeitern, hat 50 iPads für die Außendienstler angeschafft und stellt auf diesen Geräten auch einen mobilen Qlikview-Client zur Verfügung. Diese Außendienstmitarbeiter sind nur mehr mit dem iPad unterwegs, haben Zugriff auf ihre CRM-Daten und können auch gleich ihre Auswertungen vom iPad erledigen.

Bedeutet mobile BI, dass man zwei BI-Systeme braucht? Eines, das die Daten für die Desktops aufbereitet und eines für mobile Endgeräte?

Im Prinzip ja. Deshalb setzen wir auch auf Roambi, die am öftesten heruntergeladene Business-App in Apples Appstore. Roambi ist rein auf mobile BI spezialisiert und vor allem plattformunabhängig. Die Software kann auf alle bestehenden BI-Systeme aufsetzen ohne eine neue mobile Plattform schaffen zu müssen. Gerade wenn ein Unternehmen mehrere BI-Systeme im Einsatz hat, ist das besonders vorteilhaft. Ich greife mit Roambi auf bestehende Auswertungen und Berichte zu und wandle die Visualisierung für mobile Geräte um. Ich muss nichts neu erfinden, muss meine Berechtigungskonzepte nicht überarbeiten, meine Datenbanken nicht ändern, sondern greife auf bestehende Systeme zu. Alle BI-Anbieter haben inzwischen mobile Lösungen im Angebot. Das Problem dabei ist aber, dass diese Anbieter oft 1:1 versuchen, das was man im Büro auf dem Bildschirm sieht, auf das iPad zu bringen ohne auf die Bedienbarkeit zu achten.

Das Gespräch führte Oliver Weiss.

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