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11.11.2009 Ulrich Beckmann*/Rudolf Felser

Spedition mit Durchblick

Business Intelligence, die sparen hilft: Das Datenanalyse-Tool QlikView lässt das Köln ansässige Speditionsunternehmen Emons ungeahnte Optimierungspotenziale erkennen.

Die Herausforderungen der Transport- und Logistikbranche haben es in sich: Viele Spediteure kämpfen gegen Auslastungsprobleme, fehlende Kostentransparenz und schwankende Umsätze bzw. mangelnde Effizienz der Transporte insgesamt. Gleichzeitig fordern die Kunden eine permanente Verfügbarkeit und die Zustellung aller Sendungen innerhalb von 24 Stunden, auch wenn das ökologisch längst nicht immer sinnvoll ist. Gründe genug für die 1928 gegründete und in Köln ansässige Spedition Emons, mit einem intelligenten und leicht bedienbaren Business Intelligence Tool Klarheit in die eigenen Unternehmensdaten zu bringen. Man wollte genau wissen, an welchen Stellschrauben gedreht werden muss, um nachhaltig profitabel zu sein. Die Wahl fiel dabei auf das Analyse- und Reporting-Tool QlikView aus dem Hause Qliktech.

Emons arbeitet mit weltweit 1.800 Mitarbeitern und 40 Niederlassungen unabhängig von Konzernen, Branchen und Kooperationen: erstens ist die Organisation dafür zu groß, zweitens müssen sie sich damit keinerlei Restriktionen unterordnen, sondern können ihre Preise frei gestalten. Um dies erfolgreich tun zu können, war das Ziel, zunächst einmal alle Preistreiber zu definieren. Pro Tag sind 130 eigene LKWs auf der Straße, hinzu kommen noch einmal rund 900 Fahrzeuge von Subunternehmern, die hauptsächlich im Nah-, aber auch im Fernverkehr unterwegs sind. Täglich werden im Durchschnitt 10.000 Kundenaufträge abgewickelt, wobei die Gewichte der Lieferungen zwischen 10 kg und 25 Tonnen betragen können.

UNGEAHNTE OPTIMIERUNGSPOTENZIALE Transportoptimierungen lassen sich insbesondere durch die Faktoren Zeit und Auslastung erreichen. So wurde schnell klar, dass man einen kritischen Blick auf die Sendungs- und Güterstrukturen werfen sollte. Das war einer von Emons Gründen, um sich für QlikView zu entscheiden. Denn das Analyse-Tool kann beispielsweise die Zusammenhänge zwischen dem Gewicht einer Sendung, deren Volumen, den Zeitvorgaben und natürlich dem Preis herstellen. Dabei gewann Emons Erkenntnisse über das eigene Unternehmen und damit über ungeahnte Optimierungspotenziale, die man vorher nicht für möglich gehalten hätte. So kam beispielsweise heraus, dass es eine nicht unerheblich Anzahl an Kunden gab, mit denen vor Jahren einmal ein fester Paketpreis vereinbart wurde. Obwohl sich aber in der Zwischenzeit Volumina oder die Gewichte der Sendungen verändert hatten, waren die Preise gleich geblieben. Auch die Berechtigung so genannter Sonderabsprachen, von denen es unzählige Spielarten gibt, kam dabei auf den Prüfstand: Arbeitet man wirklich noch wirtschaftlich, wenn man Vereinbarungen trifft, nach denen man zwar 600 kg befördert, aber nur 500 kg in Rechnung stellt? Wie sinnvoll ist es im Einzelfall, die Entfernung als Hauptbezugsgröße zu wählen, wenn "alles ab 400 km" kostenfrei befördert wird? Welche Zugeständnisse kann man machen, wo ist die Grenze?

Mit dem neuen BI-Tool sind die Spediteure heute in der Lage, Stück- und Palettenpreise unabhängig von Größe und Gewicht auszuwerten. Gleichzeitig können sie sperrige Sendungen mit wenig Gewicht oder leichte Sendungen, die viel Volumen haben, in Relation zueinander setzen. Hinzu kommen Auswertungen über geografische Auslastungen und über die Auslastungen der LKWs. Wenn beispielsweise eine Palette mit Lampen, eine Palette Jeans und hundert Rasenmäher von A nach B transportiert werden, ist für den Spediteur nicht der Inhalt interessant, sondern vielmehr die Verpackungen: wird in Gitterboxen transportiert, in Kartons, Paletten oder Fässern? Auch bei der Zusammenstellung der Transporte werden gestalterische Spielräume mit QlikView nun schnell sichtbar.

TAGESAKTUELLE INFORMATIONEN Im Hause Emons ist man über die neuen Auswertungsmöglichkeiten sehr glücklich. Früher haben Dutzende von Mitarbeitern die Daten manuell zusammengetragen, sich in Excel-Listen verloren und manchmal auch ein paar Analysen mit dem hauseigenen ERP-System Euromistral durchgeführt. Allerdings: die analysierten Daten waren nie vollständig, die Ergebnisse demzufolge nie zufriedenstellend. Heute ist man in der Lage, auch umfangreiche Datenabfragen binnen kürzester Zeit zu erledigen und erhält so wertvolle Informationen, die Grundlage für viele Unternehmensentscheidungen sind. Übrigens ohne weitere Einschaltung der IT-Abteilung, denn die Fachanwender können alle Abfragen selbst generieren. Gearbeitet wird immer mit tagesaktuellen Informationen, alle Daten werden nachts aus dem ERP-System aus- und in den Datenspeicher eingelesen. Die Transparenz und Schnelligkeit, mit der Reaktionen nun möglich sind, werden daher sehr geschätzt. Dies gilt auch für die Analyse der Bestandskunden: Abweichungen werden sehr schnell erkannt. Und können dann hinterfragt werden: Trägt sich ein Kunde beispielsweise mit Abwanderungsgedanken oder ist eine kleine konjunkturelle Delle der Grund für den Volumenrückgang?

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