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04.01.2010 Ute Zimmermann*/Rudolf Felser

Intelligente Entsorgung mit BI

Das Aufgabenspektrum von Berlin Recycling, einer hundertprozentigen Tochter der BSR Berliner Stadtreinigungsbetriebe, ist umfangreich. Auf dem Entsorgungsprogramm stehen außer Papierrecycling noch Glasentsorgung, Gewerbeabfallverwertung, Containerdienste, Datenträgervernichtung und Abfallmanagement.

Nicht zu vergessen den Bauschutt oder auch Teer und bitumenhaltige Abfälle, um die sich die 300 Mitarbeiter mit ihren rund hundert Einsatzfahrzeugen kümmern. 40.000 private und gewerbliche Kunden verteilt auf 892 qkm wollen versorgt, besser gesagt entsorgt, sein. 100.000 Tonnen Altpapier werden auf diese Weise pro Jahr in den Wirtschaftskreislauf zurückgegeben. Eine anspruchsvolle Aufgabe, die - will man rentabel arbeiten und unnötige Wege vermeiden - einer intelligenten Prozesssteuerung bedarf. Die ist dann möglich, wenn man Klarheit und Transparenz in die eigenen Geschäftszahlen bringt. Zum Beispiel mit QlikView, dem Analyse- und Reporting-Tool des schwedischen Business Intelligence Anbieters Qliktech.

Dazu bewegen die Berliner, die beim Papierrecycling in Berlin einen Marktanteil von über 60 Prozent und bei der Glasentsorgung sogar von hundert Prozent halten, riesige Datenmengen. Das Unternehmen arbeitet seit Anfang 2008 mit QlikView und hat das Tool zunächst vornehmlich zur Vertriebssteuerung eingesetzt: "Wir sind an das SAP-System der BSR angeschlossen, aber die Berichte, die wir benötigen, weichen stark von denen unser Muttergesellschaft ab. Daher haben wir nach einem BI-Tool gesucht, mit dem wir unsere Berichte eigenständig und automatisiert erstellen können", so IT-Leiter Stefan Suck. Der Wunsch gewesen, aus den Daten der Kunden weitere Erkenntnisse zu gewinnen. So habe man beispielsweise Informationen über das Fassungsvermögen der Abfalltonnen in bestimmten Straßen und deren Entleerungszyklen generieren wollen. Außerdem wollte man feststellen, in welchen Stadtgebieten sich die meisten Kunden befinden und wo es noch Potenzial gebe. "Seit wir QlikView im Einsatz haben, sind unsere Zahlen deutlich transparenter geworden", so Suck.

STRASSENKARTE STEUERT KUNDENAKQUISE Die so gewonnenen Daten geben im Bereich Papierentsorgung beispielsweise Auskunft darüber, wie viele Behälter welcher Größe sich in welchen Liegenschaften oder Stadtbezirken befinden und wie der Entsorgungs-Rhythmus ist. "In QlikView hat man die Möglichkeit, über Google maps beispielsweise eine Berlin-Karte zu hinterlegen und darauf Punkte zu setzen. So können wir unser 28-köpfiges Vertriebsteam auch geografisch steuern, denn nun können wir Ballungsgebiete und für uns gewinnbringende Gegenden sehr genau erkennen und unsere Entsorgungsrouten danach ausrichten", so Suck weiter. Auch die Kundenakquise könne nun sehr gezielt angegangen werden. "Wir können uns daran orientieren, in welchen Stadtteilen und Straßenzügen wir bereits jetzt schon viel Kunden haben. Es macht ja Sinn, dort noch mehr Kunden zu gewinnen, wo wir sowieso schon unterwegs sind, das ist für uns mit geringen Kosten verbunden und die Marge ist entsprechend höher". Und wenn gezielt noch "leere Flecken" auf der Berliner Strassenkarte akquiriert werden sollen, könne man auch das mit System und nicht wie bisher beliebig machen. Auch die Kundenstruktur sei aus den Zahlen und Grafiken sehr schön ablesbar: "Heute können wir auch unsere Marketing-Aktionen viel gezielter steuern."

Darüber hinaus ist das Containergeschäft ein wichtiges Standbein von Berlin Recycling. "Vom Bauschutt bis zum Sondermüll entsorgen wir hier eigentlich alles. Unsere Kunden können diese Abfälle bei unseren Außenstellen selbst anfahren, wir holen sie aber selbstverständlich auch ab." Die Bezahlung der Entsorgung richte sich dabei nicht allein nach dem Fassungsvermögen der Tonnen und Container, sondern nach den Tonnagen, also deren Inhalten: "Unsere Kunden erhalten von uns so genannte Wiegekarten, auf denen ganz genau festgehalten wird, wie viel Gewicht welchen Abfalls wann entsorgt wurde. Wenn man diese Daten über einen längeren Zeitraum auswertet, kann man Entsorgungs-Optimierungs-Konzepte erarbeiten, mit denen die Kunden sehr viel Geld sparen können."

Optimierungspotenziale erkennen die Berliner Recycler oftmals auch bei den Wohnungsbaugesellschaften, die einen recht hohen Anteil ihres Kundenstammes ausmachen: "Hier klären wir gemeinsam mit den Hausmeistern und den Mietern, ob alle Tonnen optimal genutzt werden und wie man die Entsorgungszyklen verbessern kann - mit unserem intelligenten Analyse-Tool haben wir die Zahlen über Leerungsrhythmen und Abfallgewichten auf einen Klick greifbar", erläutert Suck. "Der nächste Schritt ist die direkte Anbindung an das SAP-System, denn unsere Geschäftsleitung hat beschlossen, QlikView zukünftig nicht nur als Analyse- und Reportingtool einzusetzen, sondern als Management-Cockpit für das gesamte Unternehmen."

* Ute Zimmermann ist Fachautorin in Wiesbaden.

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