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10.03.2010 Ralf Pichl*

Rückbesinnung auf den wahren Anwendernutzen

Der Markt für BI-Lösungen quillt über, was Unternehmen die Entscheidung für ein bestimmtes System immer schwieriger macht. Weitblick und Vorplanung sind dabei grundlegend wichtig.

Business Intelligence (BI) ist den Kinderschuhen entwachsen und die Menge der benötigten Informationen nimmt zu. Daher lautet die Frage heute nicht, ob die Einführung sinnvoll ist, sondern eher welche Lösung am besten passt. Aber auf was ist bei der Auswahl im Hinblick auf einen schnellen und doch lang anhaltenden Nutzen zu achten? Unabhängig von Größe und Einsatzbereich der Anwender gibt es gemeinsame Nenner – wichtige Aspekte also, die bei der Entscheidung zu beachten sind.

Zunächst darf BI nie zum Selbstzweck degenerieren, sondern muss immer zielführend und punktgenau die konkreten Informations-Anforderungen bedienen. Eine BI-Lösung hat sich genau dort zu beweisen, wo sie dringend benötigt wird – in den Fachabteilungen und am Arbeitsplatz von Controllern und Managern. Sie muss verlässlich und schnell die Betrachtung des Geschehenen, die Analyse der aktuellen Situation und darauf aufbauend eine Ableitung der passenden Maßnahmen für die Zukunft bieten. Daher müssen die Anwender unbedingt ihre BI-Tools intuitiv und ohne Abhängigkeit von Dritten – also selbstständig – bedienen können. Auf diese Weise wird die IT-Abteilung von zeitraubender Datenbeschaffung und -aufbereitung entlastet und für Controller und Management werden die Wege zu den benötigten Analysen, Reports und Dashboards kürzer. So werden Controller in die Lage versetzt, sich auf ihre eigentliche Aufgabe konzentrieren und sich der Managementunterstützung zuwenden zu können, um die Effizienz und Profitabilität im Unternehmen zu steigern.

Die Unabhängigkeit der Anwender wirkt sich zudem positiv auf die laufenden Kosten aus. Auch wenn am Markt von ewig Gestrigen anderes behauptet wird: BI muss nicht komplex und teuer sein – weder hinsichtlich der Kaufsumme, noch mit Blick auf die nachfolgende Administration. Denn eine moderne BI-Lösung erfordert heute keine aufwändige Betreuung und schon gar keine permanente externe Beratungsleistung mehr. Ganz im Gegenteil ist tunlichst darauf zu achten, eigenes Know-how aufzubauen, um weitestgehend unabhängig von dritter Seite immer wieder anfallende kleinere Anpassungen und irgendwann auch mal größere BI-Projekte selbst in die Hand nehmen zu können.

WICHTIGE FLEXIBILITÄT Eine BI-Lösung, die sich zu Recht flexibel nennen darf, muss natürlich auch in technologischer Hinsicht offen, skalierbar und integrationsfähig sein. Aus diesen Bausteinen entsteht ein solider Zukunftsschutz, der jedem Unternehmen unabhängig von seiner Größe und Branchenherkunft hohe Planungs- und Investitionssicherheit bietet. In diesem Zusammenhang ist bereits beim Import und der Konsolidierung der operativen Daten im Zuge eines ETL-Vorgangs, also beim Überführen der Daten und Strukturen aus den meist relationalen Vorsystemen in die analytische Welt, höchste Flexibilität gefordert. Schließlich sind in Zeiten von Mergers und Acquisitions die ERP-Konstellationen selten in Stein gemeißelt. Und wenn nicht bereits heute, dann ist vielleicht schon bald die Verzahnung mit weiteren operativen Vorsystemen notwendig.

Die Flexibilität, die hier für den Zugriff auf die operativen Vorsysteme gefordert ist, lässt sich auch auf die multidimensionale Welt übertragen. Änderungen oder Hinzunahmen von OLAP-Datenbanken dürfen bei einer BI-Infrastruktur nicht zur unüberwindbaren Hürde werden oder gar einen grundsätzlichen Neuaufbau der BI-Lösung erfordern. Auch das organisatorische Wachstum muss sowohl ETL- als auch Frontend-seitig einfach abzubilden sein. Das heißt unter anderem, dass während des Ausbaus der BI-Lösung, beispielsweise in der Analysefunktionalität, dem Berichtsdesign oder den Verteilungsparametern, das Vorhandene ohne Zusatzaufwand weiter nutzbar sein muss.

Neben dem stimmigen Preis-Leistungs-Verhältnis sollte man darauf achten, über die BI-Einführung möglichst früh handfeste Nutzenvorteile in Euro und Cent erzielen zu können. Nur so ist ein schneller Return on Investment möglich. Die verlockenden, aber durchaus realistischen Quick Wins lassen sich beispielsweise oft mithilfe von vorgefertigtem BI-Content erzielen. Dieser ermöglicht einen schnellen Einstieg in die BI-Welt binnen weniger Tage und die weitere Verfeinerung wie auch die Ausweitung auf neue Geschäfts- und Anwendungsbereiche kann daraufhin schrittweise erfolgen. In jedem Fall – ob mit oder ohne BI-Content – gilt die Daumenregel, dass Projekte, die länger als sechs Monate dauern, weniger als Projekte sondern als handfeste Probleme anzusehen sind.

* Ralf Pichl ist Geschäftsführer des BI-Spezialisten Cubeware.

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