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19.05.2010 Oliver Weiss

Intelligente Forecasts erlauben exakte Planung

Highlights der Business-Intelligence-Lösung der Salinen Austria AG sind die Integration verschiedener Datenquellen und das intelligente Forecasting auf Basis von Erfahrungswerten.

RISC Software und FAW – beide Unternehmen sind Mitglieder der FiveIT Hagenberg – haben gemeinsam für die Salinen Austria AG eine Business-Intelligence-Lösung (BI) entwickelt, die die unternehmensweite Planung und Steuerung entlang der wertschöpfenden Primäraktivitäten durchgängig abdeckt. Highlights dieser neuen Lösung sind unter anderem die Anbindung mehrerer heterogener Datenquellen aus operativen Kernsystemen der Salinen Austria AG, die Möglichkeit der rollierenden Planung sowie das intelligente Forecasting auf Basis von bestehenden Erfahrungswerten.

»Ein konsequent gelebtes und unternehmensweit integriertes Planungs- und Steuerungssystem entlang der wertschöpfenden Primäraktivitäten ist bei uns schon immer als wesentlicher Grundpfeiler des Unternehmenserfolgs betrachtet worden«, erklärt Dietmar Quatember, IT-Leiter bei der Salinen Austria AG. »Da sich auf dem BI-Sektor in punkto zunehmender technischer Möglichkeiten und vermehrter Anwenderorientierung im Verlauf der letzten Jahre Vieles weiterentwickelt hat, haben wir im Februar 2008 beschlossen, unser bisheriges System, das auf TM1 basierte, auf eine moderne BI-Architektur inklusive eines umfassenden Reportings zu migrieren, die unseren gewachsenen Anforderungen gerecht wird.«

PLAN FÜR SAISONABHÄNGIGE NACHFRAGE Die Salinen Austria AG ist Österreichs führender Produzent von Produkten rund um Salz mit einer Jahreskapazität von rund 1.100.000 Tonnen und erwirtschaftete im Jahr 2009 mit knapp 350 Mitarbeitern einen Umsatz von 93 Millionen Euro. Entsprechend breit ist auch das Produktportfolio der Salinen Austria AG und daher variieren die Anforderungen an die unternehmensweite Planung und Steuerung im Detail: »Während zum Beispiel der Bedarf an Speisesalz einigermaßen gut planbar ist, ist die Nachfrage nach Auftausalz naturgemäß saisonabhängig und wird kurzfristig stark von den Wetterbedingungen beeinflusst. Um auch hier plausibel planen zu können, arbeitet das von uns für die Salinen Austria entwickelte System mit intelligenten Forecasts, die auf bereits bestehenden Erfahrungswerten basieren«, erklärt Stephan Leitner, Projektmanager bei RISC Software.

Dass die Ziele eines solchen Vorhabens nicht alleine dadurch erreicht werden können, einfach ein BI-Frontend über die bestehende Datenlandschaft zu legen – wie Hersteller solcher Werkzeuge gerne suggerieren – wird klar, wenn man auf die vielfältigen technischen Herausforderungen blickt, die im Rahmen des Projekts gemeistert wurden: Dazu zählen zum Beispiel die Integration mehrerer heterogener Datenquellen aus operativen Kernsystemen der Salinen Austria AG, die Notwendigkeit von stark unterschiedlichen Befüllungsintervallen der entsprechenden Bereiche der konsolidierten Datenbasis oder die Realisierung einer rollierenden Planung unter Berücksichtigung der monatlichen Ist-Werte.

»Das Kernstück des Systems bildet eine zentrale Staging Area, die mit Oracle-Technologien implementiert wurde. Hier werden die Quelldaten aus den operativen Systemen entsprechend aufbereitet, bereinigt und in ein sogenanntes Sternschema transformiert. Auf diesem Modell setzt in einer zweiten Schicht ein Microsoft SQL Server auf, der die Daten via Analysis Services als MOLAP-Objekte (Multidimensional Online Analytical Processing) dem Frontend entsprechend der fachlichen Anforderungen zur Verfügung stellt. Auf diese Weise können die jeweiligen Stärken beider Technologien optimal kombiniert werden«, skizziert Stefan Wagner, Bereichsleiter für Datenbanktechnologien und Business Intelligence bei FAW, die Grundpfeiler der Systemarchitektur. Als Frontend für Planung, Auswertung und Reporting wird das Produkt DeltaMaster von Bissantz & Company eingesetzt.

EFFIZIENTE AUFGABENVERTEILUNG Als ebenso bedeutender Erfolgsfaktor für ein BI-Projekt dieser Größenordnung erwies sich die auf die Bedürfnisse der Endanwender abgestimmte Projektorganisation und Vorgehensweise. Hier galt es, die Anforderungen im Kontext der erweiterten Möglichkeiten einer modernen BI-Lösung aus den Bereichen Lagerhaltung, Produktion, Logistik und Vertrieb und aus den Querschnittsfunktionen Kostenstellen- und Kostenträgerrechnung zu erheben und zwischen diesen abzustimmen. »Entscheidend war die effiziente Aufgabenverteilung zwischen RISC und FAW«, erklärt RISC-Projektmanager Leitner. »Während wir aufgrund unserer langjährigen Kooperation mit der Salinen Austria AG deren Geschäftsprozesse und Daten gut kennen und daher das Anforderungsmanagement optimal unterstützen konnten, haben sich die BI-Experten von FAW schon in frühen Phasen auf die Erstellung von Prototypen für die einzelnen Fachbereiche konzentrieren können, die in der Folge evolutionär verfeinert wurden. So ist es uns gelungen, einerseits kurzfristige Anforderungsänderungen im Projekt ad hoc umzusetzen und andererseits den straffen Zeitplan einzuhalten«, sagt Leitner.

»Durch die hervorragende Zusammenarbeit mit unseren Partnern FAW und RISC ist es uns gelungen, das zentrale Reporting- und Planungssystem der Salinen Austria AG innerhalb der kurzen Projektlaufzeit von knapp mehr als einem Jahr auf komplett neue Beine zu stellen. Durch dieses maßgeschneiderte Werkzeug steht unserem Management nun immer jenes Zahlenmaterial zur Verfügung, das es benötigt, um bei der Bearbeitung unserer Zielmärkte in ganz Europa laufend die richtigen Entscheidungen treffen zu können«, zeigt sich Salinen-Austria-IT-Chef Quatember zufrieden mit dem Verlauf des Projektes.

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