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30.06.2010 Ute Zimmermann*

Banker mit Bauchgefühl

Wer mit Finanzen jongliert, kann sich nicht auf Schätzungen verlassen. Beim Bankhaus Seeliger dient deshalb neuerdings das Analyse- und Reportingtool QlikView zur Risikoabsicherung der bankerischen Spielräume.

Leicht haben es die Banker in diesen Zeiten nicht gerade. Zum einen müssen sie das Vertrauen ihrer Kunden zurückgewinnen, haben doch ein paar sehr umtriebige Zeitgenossen dem Image der gesamten Branche geschadet. Zum anderen dürfen sie die Interessen des eigenen Instituts natürlich nicht außer Acht lassen, wenn es um Kreditvergaben, Zinsanpassungen oder Risikobeurteilungen geht. Eine ohnehin schwierige Gratwanderung, die noch mal komplizierter wird, betrachtet man nicht nur die Zahlen, sondern auch die Menschen dahinter. Dass die eigenen Spielräume beim Risikomanagement voll ausgeschöpft und Risiken trotzdem richtig eingeschätzt werden können, dafür sorgt im Bankhaus Seeliger unter anderem das Analyse- und Reportingtool QlikView des schwedischen Business Intelligence-Anbieters QlikTech.

EINE FRAGE DER DEFINITION Für die - Achtung Amtsdeutsch! - "Ausgestaltung des Risikomanagements in deutschen Kreditinstituten" hat die deutsche Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) verbindliche Vorgaben als Mindestanforderungen definiert. Zwei wesentliche Gedanken dieser Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) sind dabei in der deutschen Bankenaufsicht wirkliche Neuerungen. Zum einen ist dies die risikoorientierte Vorgehensweise, die sich streng an die MaRisk-Regeln halten muss, zum anderen jedoch ist der Grundsatz der Proportionalität festgeschrieben. Will heißen, dass die MaRisk vom Grundsatz her so offen gestaltet ist, dass sie von allen Instituten erfüllt werden kann; gefordert ist lediglich, "dass die institutsspezifische Auslegung der Regeln ihrer Größe und Geschäftstätigkeit angemessen sein soll". Woraus sich natürlich auch für das 1794 gegründete und im Privatbesitz befindliche Bankhaus Seeliger die Frage ergibt, was für sie selbst denn wohl angemessen sei.

Eines war für die Wolfenbütteler Banker, die vor allem den Mittelstand und auch große landwirtschaftliche Betriebe zu ihrer Klientel zählen, zu jeder Zeit klar: im Mittelpunkt der Privatbank stand stets der Kunde, niemals ein Produkt. Eine intern durchgeführte Markterhebung über die Vorgehensweise der verschiedensten Institute im Bereich Risikomanagement führte zu der Erkenntnis, dass sich viele Banken und Versicherungen deutlich mehr auf die Ergebnisse quantitativer Datenmodelle, auf externe Ratings oder auf Analysten verließen als auf ihren eigenen Sachverstand. Es verstand sich von selbst, dass solch eine "seelenlose" Vorgehensweise in der Kundenbetreuung der Seeliger-Philosophie diametral widersprochen hätte. Klar war damit aber auch, wonach man eigentlich suchte: nach einer BI-Software, die eingesetzt werden sollte, um die eigene Risiko-Analyse in der Beurteilung und Betreuung der Kunden zu untermauern - und nicht, um die Analyse inklusive anschließender Einschätzung allein von einem Datensystem durchführen zu lassen. In einem zweiten Schritt wollte man das BI-Tool dann einsetzen, um alle möglichen Umsatzanalysen damit durchzuführen.

"WIR WAREN SEHR GESPANNT" Was dann folgte, war: glückliche Fügung. Eine Terminanfrage aus dem Hause QlikTech zur Vorstellung von QlikView kam exakt zum richtigen Zeitpunkt. Arnt Striese, IT-seitig für die Entwicklung und Organisation des Bankhaus Seeliger verantwortlich, erinnert sich: "Wir waren sehr gespannt auf QlikView. Man hatte uns erzählt, dass es anders funktionierte als herkömmliche auf OLAP basierende Datenwürfel, dass es sehr schnell sei, und dass man logisch-assoziative Datenabfragen fahren könne. Davon wollten wir uns natürlich persönlich überzeugen und das Produkt so richtig auf die Probe stellen."

Auf den ersten Termin hat sich das Bankhaus Seeliger gut vorbereitet. Zum einen wollte man QlikView, so Striese, "mal so richtig fordern", zum anderen sollte der anfängliche auf zwei Tage angesetzte Workshop praktisch unter Live-Bedingungen durchgeführt werden. "Für alle Risiken in jedweder Schattierung gibt es Kennzahlen und beeinflussende Faktoren, die bei Entscheidungen über Kreditvergabe oder Anlageform bedacht und berücksichtigt werden müssen. Dabei gilt es natürlich, zur Bewertung eines Kunden und unter Berücksichtigung seiner Historie und des geplanten Geschäftsverlaufs, die richtigen Fragen zu stellen. Und genau das haben wir in dem Workshop auch getan." Man habe damals kaum glauben können, so Striese, dass bereits nach zwei Tagen Arbeit mit QlikView äußerst brauchbare Ergebnisse vorlagen: "Wir waren sofort regelrecht infiziert, die Entscheidung für QlikView als unser zukünftiges Analyse-Tool fiel nach 48 Stunden." Und nur ein paar Wochen später war das System im operativen Einsatz - und der hat es in sich.

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