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30.07.2010 Andrea Fischedick*

Aus dem SAP-Datendschungel zu entscheidungsrelevanten Informationen

SAP gehört nicht nur in Österreich ohne Frage zu den mit Abstand bekanntesten Marken mit der größten Kompetenz in Sachen Software. Über 1.300 Unternehmen setzen Lösungen des Branchenprimus ein.

Die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von SAP-Systemen werden von Kunden auf der einen Seite als großer Vorteil gewertet, auf der anderen Seite ist damit häufig eine hohe Komplexität der Anwendungen verbunden. Ohne langwierige und kostenintensive Vorarbeiten sind beispielsweise fundierte Datenanalysen nicht umsetzbar.

Gleichzeitig erfordert die heutige gesamtwirtschaftliche Situation schnelle Entscheidungen, die nicht nur im Management sondern direkt in den Fachabteilungen auf Basis fundierter Informationen getroffen werden müssen. Abhilfe sollen alternative Business Intelligence Lösungen schaffen, mit denen SAP-Daten in allen Unternehmensbereichen ausgewertet werden können – ohne, dass zeitintensive Implementierungs- und Schulungsphasen notwendig sind.

Eine wachsende Zahl von Unternehmen in Österreich vertraut beispielsweise auf die speicherbasierte Business Intelligence Lösung QlikView des Herstellers QlikTech: QlikView kann über den von SAP zertifizierten QlikView Connector direkt auf SAP-Daten aus SAP R/3, mySAP und SAP BI zugreifen. Neben der hohen Performance und bei gleichzeitiger Entlastung des Quellsystems, überzeugt vor allem auch die Möglichkeit, schnell und einfach zusätzliche externe, nicht-SAP-Quellen mit in die QlikView-Analyse aufzunehmen. So können Datenbanken, strukturierte Quellen wie Text-, Excel- und XML-Dateien, ERP-Systeme wie zum Beispiel Oracle, Movex, Axapta und Navision oder auch CRM Daten wie etwa von Salesforce oder Microsoft einbezogen werden. Anders als beim SAP BI ist für den Datenaustausch mit Dritt-Systemen kein OpenHub erforderlich.

Im Gegensatz zu traditionellen OLAP-Lösungen bearbeitet und verdichtet QlikView die erforderlichen Daten direkt im Arbeitsspeicher (In-Memory-Analyse). Anschließend finden hier alle Berechnungen und logischen Verknüpfungen statt. Das ermöglicht Abfragen und Analysen mit kürzesten Response-Zeiten. Außerdem kann mit aktuellen Zahlen aus den operativen Unternehmensprozessen interagiert werden. Der Blick in die Daten ist nicht von speziellen Datenschemata abhängig, so dass für die Nutzung keine spezifischen IT-Kenntnisse nötig sind. Des Weiteren lassen sich Daten auch mobil, beispielsweise auf einem Laptop, per iPhone oder Blackberry analysieren.

Für schnelle Analysen stehen vordefinierte Analyse-Applikationen zur Verfügung. Für individuelle Analysen können die gewünschten Daten im SAP Data Dictionary lokalisiert und übersichtlich dargestellt werden. Vorhandene SAP- Queries des eingesetzten ERP-Systems werden automatisch eingelesen. Die Logik bereits definierte BEx-Abfragen kann in QlikView weiter genutzt werden.

Die Erstellung eigener Applikationen ist für Mitarbeiter binnen weniger Tage erlernbar. Spätestens nach einer Stunde kann jeder Anwender auch ohne IT-Fachkenntnisse Analysen durchführen. Analytische Anzeigen (Dashboards) erlauben zudem eine spontane Analysevertiefung ("Drill-down"). Ein Wechsel in der Betrachtung der Daten ist jederzeit möglich, ohne die Analyse komplett neu aufzusetzen.

REFERENZEN Zu den überzeugten QlikView Anwendern gehört unter anderem der Sekt- und Spirituosenhersteller Schlumberger. Die Unternehmensgruppe setzt seit 2005 SAP als Enterprise Ressource Planning (ERP) System ein. Für einige wenige Analysen nutzte Schlumberger SAP-CO-PA.

Weder Einsatzmöglichkeiten noch Performance entsprachen jedoch den aktuellen Anforderungen insbesondere hinsichtlich der gewünschten vielfältigen Auswertungsmöglichkeiten. Neben klassischen Umsatz- und Deckungsbeitragsreports zum Monatsletzten bzw. Quartalsende benötigen beispielsweise Vertrieb und Marketing individuelle Analysen in den einzelnen Kundensegmenten, Produktgruppen oder Regionen, um ihre Vermarktungsstrategien überprüfen und anpassen zu können. Wie hat sich der Umsatz von Schlumberger Sekt bei einem Getränkefachgroßhändler in einer Region entwickelt? Sind die Absatzzahlen bei der Promotion-Aktion für den Rossbacher Kräuterlikör erreicht oder verfehlt worden? Gibt es regional auffällige Abweichungen im Absatz von Schlumberger White Secco und wie lassen sie sich erklären? Das sind nur einige der vielfältigen Fragen, die beantwortet werden müssen. Mit den zur Verfügung stehenden Tools konnte nur ein Bruchteil der möglichen Auswertungen aus SAP und dem CRM-Tool umgesetzt werden.

"Mit QlikView steht uns ein Software-Tool zur Verfügung, das alle Reporting- und Analyse-Anforderungen auf Basis unterschiedlichster Datenquellen erfüllen kann. Und zwar ohne, dass wir Stunden in aufwändige Vorarbeiten für die eigentlichen Datenanalysen investieren zu müssen", erläutert Gregor Trieb, Bereichsleiter Controlling und IT bei Schlumberger. "Gleichzeitig ist die Anwendung so unkompliziert, dass nicht nur das Controlling sondern auch Mitarbeiter der anderen Fachabteilungen wie Vertrieb und Marketing Daten einfach und schnell nach ihren individuellen Fragestellungen bis auf Detailebene analysieren können - ohne Support durch die IT Abteilung oder externe Berater."

Auf SAP und QlikView setzt auch die Greiner Bio One GmbH. Seit Oktober 2009 nutzt der Medizintechnikanbieter SAP-Module im Unternehmen, lediglich im Personalbereich werden andere Lösungen eingesetzt. Mit der SAP-Implementierung musste auch ein neues Analyse- und Reportingtool eingeführt werden. Jedoch fiel hier die Wahl nicht auf SAP. 2Da SAP einen Großteil der BW-Anwendungen mittel- bis langfristig durch Business Objects-Produkte ersetzt, haben wir uns BO näher angeschaut", erläutert Markus Wagner, Head of IT bei Greiner Bio One. "Schnell war aber klar, dass diese Lösung der Overkill für uns gewesen wäre. Die Software ist absolut überdimensioniert und zu komplex modelliert, um unseren Anforderungen entsprechen zu können. Des weiteren ist BO separat lizenzierungspflichtig."

Eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der Geschäftsführung sowie der Abteilungen IT, Controlling und Finance evaluierte daraufhin vier alternative BI-Lösungen. Die Produkte wurden sowohl hinsichtlich des Anforderungskataloges als auch aus kaufmännischer Sicht gegenübergestellt. Die Wahl fiel schließlich auf QlikView. "QlikView hat uns technisch und wirtschaftlich überzeugt", so Wagner. "Ein entscheidendes Kriterium war natürlich die Performance. Der ganz klare Hauptvorteil ist für uns aber das interaktive Arbeiten. Desweiteren war der Zeitaufwand von 2,5 Wochen für die Implementierung vergleichsweise gering und durch die Flexibilität von QlikView können wir Anpassungen an unsere aktuellen Informationsbedürfnisse kurzfristig und ohne großen Aufwand vornehmen."

Begeistert hat auch die Drill-Down Funktionalität von QlikView. "Die Möglichkeit, einzelne Aspekte individuell bis auf Transaktionsebene analysieren zu können, wird bei uns im Unternehmen sehr stark genutzt", so Wagner. Aktuell wird QlikView schwerpunktmäßig in der Geschäftsführung und im Verkauf eingesetzt. Die Geschäftsleitung nutzt das Analyse-Werkzeug unter für Rechnungseingangs- und –ausgangsjournalen sowie Verkaufsbereichte zu Auftragseingang und Fakturierungsausgang.

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