Drogeriemarktkette Müller motzt BI-Architektur auf Detail - Computerwelt

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23.08.2010 pi/Rudolf Felser

Drogeriemarktkette Müller motzt BI-Architektur auf

Der Konzern mit mehr als 600 Filialen in sieben Ländern hat seinem Business Intelligence System Sybase IQ ein Upgrade spendiert.

Die Drogeriemarktkette Müller verfügt über mehr als 600 Filialen in sieben Ländern und gehört zu den führenden Einzelhandelsunternehmen Europas. Zur Bewältigung seines riesigen Datenvolumens von 3,5 Terabyte (Tendenz stark steigend) setzt das Unternehmen als Herzstück seiner Business-Intelligence-Architektur Sybase IQ ein. Aufgrund stetig steigender Abfragen hat man sich nach einiger Zeit für eine Umstellung auf eine neuere Version des spaltenbasierten Analyseservers entschieden. Über eine Multiplexkonfiguration wird nun die Einbindung eines zweiten Servers und somit die Entzerrung der Abfrage- und Ladeprozesse ermöglicht. Müller vermeidet dadurch auch bei Abfrage-Peaks Performance-Einbußen und gewährt Mitarbeitern einen schnellen Zugang zu relevanten Daten unter beliebigen Parametern. Schnelle Ad-hoc-Abfragen der Mitarbeiter aus den einzelnen Filialen sind damit jetzt ebenso uneingeschränkt möglich wie Standardberichte und prädiktive Analysen.

HERAUSFORDERUNG "Müller macht glücklich" – mit diesem Slogan wirbt das auch in Österreich erfolgreiche Einzelhandelsunternehmen. Um dieses Versprechen einlösen zu können, ist eine stetige Sortimentsbeobachtung und -optimierung unerlässlich. Dabei müssen fortwährend zunehmende Abfragen bewältigt werden. Bei der Müller werden gegenwärtig 24,2 Milliarden Datensätze zu rund 170.000 aktiven Artikeln vorgehalten, was einem Datenvolumen von rund 3,5 Terabyte entspricht. Um trotz dieser stetig steigenden Datenmassen weiterhin eine schnelle Verfügbarkeit der benötigten Informationen gewährleisten zu können, müssen Abfrage- und Ladefunktionen auf verschiedenen Servern voneinander getrennt vorgenommen werden. Nur so kann gewährleistet werden, dass auch bei saisonalen Abfrage-Peaks wie beispielsweise im Weihnachtsgeschäft das Laden der Daten ungehindert vonstatten geht und diese entsprechend schnell ausgewertet werden können. Zusätzlich ging es Müller darum sicherzustellen, dass vorausschauende Analysen mit der gleichen Performance durchgeführt werden können wie historische Analysen. Denn nur so kann eine kontinuierliche Anpassung des Warensortiments an zu die erwartende Nachfrage ermöglicht und die Wettbewerbsfähigkeit erhalten werden.

Darüber hinaus wollte Müller die Reporting-Möglichkeiten erweitern und in Zukunft Reports noch flexibler gestalten. Müller verfügt über etwa 600 Filialen in sieben Ländern Europas. Zur Erhöhung von Agilität und Entscheidungsqualität ist es daher erforderlich, dass jede Niederlassung eigenständig Berichte nach ihren Bedürfnissen gestalten und entsprechende Parameter-Filter festlegen kann. Damit auch Vergleiche zwischen den einzelnen Märkten möglich sind, muss filialübergreifend für die Konsistenz der Daten Sorge getragen werden. Schnelligkeit, Datengenauigkeit und Flexibilität bei gleichzeitiger Kosteneffizienz sind demnach die ausschlaggebenden Faktoren, die die eingesetzte Lösung erfüllen muss.

BEWÄLTIGUNG IMMER GRÖSSERER DATENMENGEN PER MULTIPLEX Um die stetig zunehmenden Datenmengen bewältigen zu können, hat sich Müller dazu entschieden, auf Version 15.1. des spaltenbasierten Analyseservers Sybase IQ umzusteigen. Über die Multiplexkonfiguration wurde ein zweiter Server eingebunden, so dass Lade- und Abfrageprozesse nun separat laufen und sich nicht mehr gegenseitig behindern. Der Vorteil dieser Architektur: Durch die geringere CPU-Leistung ist der Einsatz von Standardhardware möglich, was wiederum eine erhebliche Kostenersparnis mit sich bringt. Neuerdings sind zwei HP-Server mit Windows-Betriebssystem im Einsatz, die die 3,5 Terabyte Datenvolumen aus dem Datawarehouse problemlos bewältigen. Ein weiterer Vorteil der Multiplexkonfiguration besteht darin, dass nunmehr bei Bedarf weitere Server angebunden werden können, was eine uneingeschränkte Skalierbarkeit bei weiterhin wachsendem Datenvolumen gewährleistet – und zwar bei minimaler Total Cost of Ownership.

Diese Erweiterung bedeutet für Müller auch eine höhere Flexibilität im Hinblick auf die Zahl der Anwender, die auf das System zugreifen. Neben Mitarbeitern in den 600 Filialen können 400 Anwender in der Zentrale Abfragen durchführen. Erstellt werden Hunderte Berichte zu verschiedensten Stammdaten, dazu gehören zum Beispiel Verkaufszahlen, Warengruppen, Filial- und Lagerbestände. Die Berichte werden entweder ad hoc von den einzelnen Filialen online abgerufen, die dann auch die jeweiligen Parameter ganz individuell an ihre Bedürfnisse angepasst vorgeben können, oder als von der Zentrale definierte Standardberichte in regelmäßigen Abständen automatisch generiert.

Dabei greifen die verschiedensten Gruppen auf die Berichte zu: In den Niederlassungen sind dies vor allem Controller und Filialleiter, während in der Zentrale sämtliche Abteilungen – von Einkauf über Marketing/Vertrieb bis hin zur Buchhaltung - Zugang zu den Auswertungen haben. Für jeden Sachbearbeiter wird ein spezielles Reporting erstellt, das seinen besonderen individuellen Informationsbedarf abdeckt.

MONITORING SÄMTLICHER GESCHÄFTSPROZESSE Während man sich bei Müller zu Beginn auf das operative Reporting und die Auswertung von Buchhaltungsdaten beschränkt hat, geht man mit Sybase IQ bei der Abfrage inzwischen mehr und mehr ins Detail, denn mit der neuen Version sind keine Grenzen gesetzt. Sybase IQ ermöglicht den Gesamtblick auf sämtliche Detaildaten und damit die Optimierung der Sortimentsbestände, was wiederum eine Reduktion der Kosten beziehungsweise eine Steigerung des Umsatzes mit sich bringt.

Typische Abfragen sind beispielsweise: Absatz, Land: Österreich, Warengruppe: Gesundheit, Zeitraum: 1. März bis 15. April 2010. Dabei sind die Kombination und Sortierung der verschiedenen Faktenarten (wie Reichweite, Umschlagshäufigkeit, Artikel, Filial- und Warengruppenstamm) variabel und können jederzeit beliebig um neue Kennzahlen erweitert werden. Zusätzliche Faktenarten, die jetzt abgefragt werden können, sind zum Beispiel Nullabverkäufe, Bestandskorrekturen oder Kostenbuchungen.

Während in der Vergangenheit sämtliche Reportings in der Zentrale erstellt werden mussten, können die Filialen jetzt eine Vielzahl der Berichte selber generieren. Dabei war es wichtig, eine intuitive Benutzeroberfläche bereitzustellen. Die HTML-Oberfläche wurde im Backoffice auch in "Look & Feel" an die Bedürfnisse der jeweiligen Filiale angepasst. Somit konnten Mitarbeiter in den Niederlassungen ihre Filter setzen und Berichte generieren, ohne dass eine langwierige Einarbeitung in das System notwendig gewesen wäre. Es wurde lediglich eine kurze Einführung in die verschiedenen Kennzahlen gegeben. Mit der Berichterstellung durch Filialmitarbeiter werden die Fachabteilungen entlastet und Ressourcen freigesetzt.

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