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21.10.2010 Oliver Weiss

Im Interview: Jonas Nachmanson, CTO Qliktech

Qliktech ist mit seinem Business-Intelligence-Tool Qlikview sehr erfolgreich unterwegs und erreichte auch während der Krise Umsatzsteigerungen um die 60 Prozent.

Im Gespräch mit der Computerwelt erklärt Chefentwickler Jonas Nachmanson die Gründe dafür.

Computerwelt: Warum ist Qlikview so erfolgreich? jonas Nachmanson Weil wir das Thema Business Intelligence aus der Perspektive der Enduser betrachten. Es passiert schnell, wenn man Software programmiert, dass man über Dinge wie Infrastruktur, Management, Backend, etc. nachdenkt. Und für den Enduser heißt es: OK. Hier ist dein Programm. Sei glücklich damit. Deshalb haben wir großen Wert auf die Enduser-Erfahrung gelegt. Das ist aber auch ein Risiko: Wenn wir von großen Unternehmen evaluiert werden, benchmarken uns diese Feature für Feature gegen all die Konkurrenz-Produkte. Wenn wir dann sagen würden: ‘Ja lieber Kunde, selbstverständlich werden wir diese Features implementieren, weil es die Konkurrenz auch hat’, dann laufen wir Gefahr, ein Produkt zu haben, dass sich nicht mehr auf die Enduser-Erfahrung konzentriert, bei dem die Einführung und Anpassungen länger dauern, etc. Ich glaube, dass das die Falle ist, in die viele unserer Konkurrenten getappt sind.

Das heißt, dass sie zu manchen Kundenwünschen nein sagen? Unser Argument ist Business-Mehrwert. Wenn wir den Business-Usern zeigen, dass sie ihre Probleme in ein paar Wochen lösen können hat das viel mehr Gewicht, als 50 verschiedene BI-Module anbieten zu können. Ein Beispiel: Wir haben lang überlegt, ob wir Qlikview auf Unix/ Linux portieren sollen und in all den Jahren fallen mir nur eine Handvoll Deals ein, die wir verloren haben, weil wir gesagt haben: Nein, lieber Kunde, wenn du Qlikview willst dann brauchst du eine Windows-Maschine. Es läuft auf Business-Mehrwert vs. technische Anforderungen des Kunden hinaus. Und der Erfolg gibt uns Recht: Qlikview läuft auf Windows-Servern in einigen der Windows-feindlichsten Umgebungen der Welt.

Was sind die Vorteile von Qlikview aus Enduser-Perspektive? Nummer eins ist: Der Endanwender sollte schnell klicken können. Manche Kunden verwenden Lösungen, die 25-Minuten-Anfragen haben und sind erfreut, wenn sie diese Lösung durch Qlikview ersetzen können, wo die gleiche Prozedur etwa fünf Sekunden dauert. Und trotzdem: Wenn die Anwender dann ein paar Wochen mit dem Fünf-Sekunden-Klick gearbeiten haben, fangen sie an sich zu beschweren, dass es zu lange dauert. Die Interaktion ist wichtig: Du klickst, siehst etwas und willst nochmal klicken. Es ist ein ganz anderes Arbeiten, als einen Report anzufordern, 25 Minuten zu warten, ihn zu lesen und vielleicht noch eine Anfrage zu stellen.

In welchen anderen Bereichen ist die Geschwindigkeit wichtig? Wir wollen Business-Intelligence-Laien in die Lage versetzen, Antworten zu bekommen. Man hat ein Problem, man will die Daten analysieren. Was hätten Sie dann gerne? Wollen Sie mit dem Problem zur IT-Abteilung gehen, ein eigenes Projekt starten und in sechs Monaten bekommen Sie dann Ihren Report? Oder wollen Sie heute noch ein Ergebnis oder zumindest noch diese Woche? Die Business-Anwender wollen sofort etwas mit ihren Daten anfangen können. Qlikview ermöglicht genau das. Excel-Sheets beispielsweise sind weit verbreitet. Ein Poweruser kann mit diesen Daten ohne viel Training innerhalb von 15 Minuten in Qlikview arbeiten. Zusammenfassend würde ich sagen: Schnelle Interaktion, schnelle Entwicklung und schnelle Einführung – diese drei Dinge sind enorm wichtig, sind für jeden User von großem Wert und ein Hauptgrund für die hohe Kundenzufriedenheit.

Kann Qlikview diese Geschwindigkeit auch bei großen Datenmengen in Konzernen halten? Die Konkurrenz wirft uns seit Jahren vor, dass wir bald an eine Grenze bei Datenmenge stoßen werden, die wir nicht mehr handeln können. Das ist der Grund warum wir sehr stark auf 64-Bit und Parallell Computing setzen. Es ist ja nicht so, dass Unternehmen jedes Jahr so unglaublich viel mehr Daten haben, die sie analysieren wollen, sondern eher so, dass die Anzahl der User, die auf die Daten zugreift, steigt. Deshalb haben wir den Fokus mehr darauf gelegt, einer höheren Anzahl an Usern effizienten Zugriff auf diese Daten zu ermöglichen. Es gibt natürlich Unternehmen, die so große Datenmengen haben, dass es dafür bessere Lösungen gibt als Qlikview. Aber selbst diese Unternehmen haben auch kleinere Datenbestände, mit denen wir sehr gut zurechtkommen. Wir haben Kunden vom Ein-Personen-Unternehmen bis hinauf zu den größten Finanzinstituten dieser Welt und es gibt nur sehr wenige Applikationen, bei denen die reine Datenmenge das Problem ist.

Das Gespräch führte Oliver Weiss.

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