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02.12.2010 idg/Oliver Weiss

Kleine Investitionen mit großen Auswirkungen

Eine aktuelle Untersuchung liefert gute Argumente für CIO, die um ihr IT-Budget kämpfen müssen: Investitionen in Tools für Business Intelligence können die Erträge und die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen in beträchtlichem Maße verbessern.

Gute Argumente für Budgetverhandlungen können CIO mehr denn je gebrauchen. Wenn diese mit harten Zahlen unterfüttert werden können, umso besser. Beides liefert eine aktuelle Erhebung unter 150 Konzernen, die im Auftrag von Sybase von der University of Texas und der Indian School of Business durchgeführt wurde. Die Quintessenz: Höhere Investitionen in Business Intelligence (BI) und Business Mobility steigern Erträge und Wettbewerbsfähigkeit zum Teil in beträchtlichem Maße.

Die Zahlen sind jedoch derart erstaunlich, dass sich CIO auf ungläubige Reaktionen und skeptische Rückfragen ihrer Vorstandskollegen einstellen sollten. Für unsere amerikanische Schwesterpublikation CIO.com setzte sich BI-Experte Thomas Wailgum bereits kritisch mit den Ergebnissen auseinander, die für Unternehmen bestimmter Branchen durch moderate BI-Investitionssteigerungen Profite in Milliardenhöhe in Aussicht stellen. Wailgum hält fest, dass derartige absolute Zahlen aus Anwendersicht durchaus zu hinterfragen seien. Dass mit Sybase ein zur SAP-Gruppe gehöriger Anbieter Sponsor der Studie sei, müsse man zudem bedenken. Der profilierte Blogger zweifelt allerdings nicht an den von den Forschern aufgezeigten grundlegenden Mechanismen. Und diese sind tatsächlich scharfe Munition für um ein höheres IT-Budget ringende CIO.

Die Forscher um Anitesh Barua, Professor an der McCombs School of Business der University of Texas, nahmen das Zusammenspiel von IT-Investitionen und wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit unter die Lupe. Im Visier waren fünf Faktoren des Datenmanagements: Qualität, Nutzbarkeit und Informationsgehalt der Daten, ihre Zugänglichkeit und der mobile Zugriff beim Vertrieb. Untersucht wurde – nach Angaben der Studienautoren erstmals – wie sich zehnprozentige Verbesserungen in diesen Kategorien der Effektivität und Zugänglichkeit auf Kennzahlen und Wettbewerbsfähigkeit im Unternehmen auswirken.

STARKER EINFLUSS AUF UNTERNEHMENSLEISTUNG Bei den Finanzkennzahlen stellt die Studie fest, dass »selbst die geringsten Investitionssteigerungen in die Verbesserung der Datenvielseitigkeit eines Unternehmens bereits dramatischen Einfluss« auf die Unternehmensleistung haben. Als Messgröße nennen die Forscher dabei unter anderem den finanziellen Effekt auf ein durchschnittliches Fortune-1000-Untenehmen.

Demnach befeuert eine zehnprozentige Steigerung der Verfügbarkeit von Daten die Mitarbeiterproduktivität merklich. Der Umsatz pro Mitarbeiter steige dadurch um 14,4 Prozent, heißt es in der Studie. Auf einen durchschnittlichen Jahresumsatz von 388.000 US-Dollar würde das einen Aufschlag von 55.900 US-Dollar pro Mitarbeiter ergeben.

Beeindruckender klingt das, wenn man weiß, dass Konzerne der untersuchten Preisklasse im Mittel 36.000 Mitarbeiter beschäftigen. Multipliziert man beide Summen, ergibt sich ein jährliches Umsatzplus von gut zwei Milliarden US-Dollar für ein mittleres Fortune-1000-Unternehmen.

VERBESSERTE KPI Von der Logik her ähnlich, wenngleich nicht ganz so üppig dimensioniert, sind laut Studie die Auswirkungen auf diverse Key Performance Indikatoren (KPI). Eine zehnprozentige Verbesserung sowohl der Datenqualität als auch der Vertriebsmobilität pusht demnach die Kapitalrendite (Return on Equity oder ROE) als Indikator für das Wachstumspotenzial um 16 Prozent.

Die Vertriebsmobilität beeinflusst in etwas schwächerem Maße auch den Ertrag des investierten Kapitals (Return on Invested Capital oder ROIC), einen Messwert für die Effizienz des Kapitaleinsatzes. Informationsgehalt und Fernzugriff wiederum wirken sich positiv auf die Gesamtkapitalrendite (Return on Assets oder ROA) aus, die die Effizienz des Ressourceneinsatzes widerspiegelt.

In einem Durchschnittsunternehmen hätte das laut Studie beim ROE Nettoeinnahmen von rund 65 Millionen Dollar zur Folge. Bei ROIC und ROA wären Erträge im einstelligen Millionenbereich zu erwirtschaften – alles durch jeweils um zehn Prozent gesteigerten Einsatz in den genannten IT-Kategorien.

Das alles ist nur ein Teil der Untersuchungen. Die Forschergruppe um Barua untersucht noch weitere Zusammenhänge und hat mittlerweile einen zweiten Teil ihrer Ergebnisse veröffentlicht. Darin stellen sie ähnlich positive Effekte auch für die Innovations- und Wachstumsfähigkeit von Unternehmen fest. Wer in Zugänglichkeit und Informationsgehalt von Daten zehn Prozent mehr als bisher hineinsteckt, darf demnach mit einem Umsatzplus von 17 Millionen Dollar durch neue Produkte und fast 15 Millionen durch neue Kunden rechnen – wiederum der Mittelwert auf Fortune-1000-Niveau.

Die höhere Innovationskraft und die Ansprache neuer Kunden erklären laut Studie in Teilen die verbesserten finanziellen Performance-Daten. Im Branchenvergleich erzielten Ölindustrie, Handel, Consulting und Telekommunikation die besten Ergebnisse.

Die Ergebnisse der Studie »Measuring the Business Impacts of Effective Data« können auf der Sybase-Website heruntergeladen werden.

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