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01.04.2009 EMC/Rudolf Felser

IT am Wendepunkt

Wieder scheint ein neues Zeitalter für die IT-Nutzung und -Bereitstellung anzubrechen.

Wieder einmal scheint ein neues Zeitalter für die IT-Nutzung und -Bereitstellung anzubrechen. Während in der Vergangenheit die grafische Nutzeroberfläche, das Internet sowie die Mobiltechnologie große Entwicklungsschritte darstellten, ist es derzeit die Verarbeitung immer größerer Informationsmengen. Kleine wie große Unternehmen und Organisationen stehen vor der Herausforderung, ihre Informationen zu kanalisieren, zu verwalten und für das Unternehmen nutzbar zu machen. Die wichtigsten Lösungsansätze liegen dabei in Informationsmanagement, Service-orientierter Infrastruktur, nahtloser IT-Umgebung und optimierter Datennutzung.

Intel-Mitbegründer Andy Grove hat bereits 1999 in seinem Buch "Only the Paranoid Survive" sogenannte "strategic inflection points", also strategische Wendepunkte, für die IT beschrieben. Er erklärt darin einen Ansatz, wie sich Unternehmen auf massive Änderungen vorbereiten, die sie dazu zwingen, sich praktisch über Nacht an völlig neue Anforderungen anzupassen. Tritt ein solcher Wendepunkt ein, verändern sich meist alle bisher geltenden Geschäftsregeln.

Derzeit stehen viele Unternehmen wieder vor einem solchen Wendepunkt. Drei kausal zusammenhängende Faktoren sind der Auslöser: Durch die geradezu explosionsartige Erhöhung der Bandbreiten zur weltweiten Datenübertragung nimmt die Informationsmenge erheblich zu. Dies wiederum führt in den Unternehmen zu einer steigenden Komplexität der Infrastruktur. Um die dadurch entstehenden Herausforderungen zu bewältigen, sind neue Lösungen im Bereich der Interoperabilität heterogener IT-Infrastrukturen und -Lösungen sowie effiziente Mechanismen für das Informationsmanagement gefordert.

Dabei müssen die verschiedenen existierenden Anwendungen immer besser und dynamischer zusammenarbeiten. Getrennte Plattformen und voneinander unabhängige Applikationen gehören weitgehend der Vergangenheit an. Dieser Paradigmenwechsel ist derzeit voll im Gange und erfordert vor allem in den folgenden vier Bereichen neue Ansätze und Veränderungen der Geschäftsstrategie.

WENDEPUNKT 1: INTELLIGENTES INFORMATIONSMANAGEMENT Mit Information Lifecycle Management verfolgen immer mehr Unternehmen eine Strategie, die es ermöglicht, Informationen intelligent und ihrem wechselnden Geschäftswert entsprechend zu verwalten und zu nutzen. Dazu stehen am Anfang einer ILM-Umsetzung der Aufbau einer abgestuften Speicherinfrastruktur sowie die Klassifizierung der vorhandenen Informationen. Viele Unternehmen haben diese Schritte bereits abgeschlossen und profitieren von einem automatisierten Schutz der Informationen sowie einer effizienten Ausnutzung vorhandener Ressourcen. So vermeiden sie unnötigen Speicherplatzbedarf, beispielsweise indem identische Dokumente nur einmal abgelegt werden und selten genutzte Daten auf kostengünstigen Speichersystemen abgelegt werden, während täglich abgerufene Informationen auf schnellen Online-Speichern verfügbar sind. Zudem steigt die Effizienz der Mitarbeiter, wenn häufig gebrauchte Dokumente auf Speichersystemen mit einer schnellen Verbindung zu den Desktop-PCs gespeichert sind.

So weit, so gut. Um ILM jedoch weiter voranzutreiben, sind zusätzliche Optimierungen der Infrastruktur notwendig. So sollten Unternehmen Werkzeuge einsetzen, die bestimmte Arbeitsschritte automatisieren und so die Sicherung oder Bearbeitung von Informationen erleichtern. Konkret könnte eine solche Automatisierung folgendermaßen aussehen:

  • Eine hereinkommende E-Mail ist als "vertraulich" gekennzeichnet. Daher sollte sie automatisch entsprechend geschützt und auf sicheren Speichersystemen abgelegt werden.
  • Durch die entsprechende Kennzeichnung in den Metadaten erkennt das System, dass eine Excel-Tabelle Informationen der Personalabteilung enthält. Daher sollte sie automatisch vor unbefugtem Zugriff gesichert werden.
  • Ein bestimmter Teil einer Datenbank ist seit Längerem nicht genutzt worden. Daher sollte er auf einen niedrigeren Service-Level verschoben werden.

Durch solche automatische Regeln werden Administratoren entlastet und die korrekte Weiterverarbeitung sowie die zuverlässige Sicherung und Archivierung der Dokumente gewährleistet.

Die Verwaltung von Informationen spielt eine immer wichtigere Rolle, denn trotz Datenwachstums und sinkender IT-Budgets müssen Informationen immer verfügbar sein. Um dieser Verpflichtung nachzukommen, benötigen Unternehmen eine automatisierte, netzwerkübergreifende Verwaltung der Speicherressourcen. Mit intelligentem Resource Management spannen Unternehmen ein regelrechtes "Sicherheitsnetz" für den reibungslosen Produktivbetrieb. Ursachen für Netzwerkprobleme werden automatisch identifiziert und deren Auswirkungen erkennbar, bevor die Infrastruktur Schaden nimmt und wichtige Geschäftsprozesse beeinträchtigt oder lahmgelegt werden.

WENDEPUNKT 2: SERVICEORIENTIERTE INFRASTRUKTUR Moderne Rechenzentren beherbergen typischerweise viele heterogene Technologien. Dazu zählen Anwendungen, die unter speziellen Betriebssystemen laufen, auf spezifischen Servern gehostet sind oder eigene Netzwerke verwenden, um sich mit speziellen Speichergeräten zu verbinden. Die einzelnen Installationen besitzen untereinander meist nur geringe oder gar keine Verbindungen, wodurch die Komplexität und ineffiziente Ressourcennutzung steigt. Eine Lösung für dieses Problem bietet eine service-orientierte Infrastruktur (SOI). Neue Entwicklungen wie Web Services, Virtualisierung und modellbasierende Ressourcen-Verwaltung unterstützen gemeinsam diesen Ansatz. Mit diesen Technologien werden die Grenzen durch Inkompatibilität aufgeweicht und durchlässig. So können auch verschiedene Installationen gegenseitig auf Informationen oder Daten zugreifen. Zudem ist eine solche Architektur flexibler und lässt sich schneller an neue Anforderungen oder Entwicklungen anpassen.

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